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Hakenkreuz-Schmierereien in ganz Zittau

Vandalen haben in der Nacht zum Mittwoch rechte Parolen und Sachschäden im ganzen Stadtgebiet hinterlassen. Die Polizei ist drei Verdächtigen auf der Spur.

So wie hier in der Reichenberger Straße haben Vandalen in der Nacht zum Mittwoch Wände und Schaufenster mit Hakenkreuzen beschmiert.
So wie hier in der Reichenberger Straße haben Vandalen in der Nacht zum Mittwoch Wände und Schaufenster mit Hakenkreuzen beschmiert. © Rafael Sampedro (Archiv)

Es ist 1.20 Uhr in der Nacht, als zwei Streifenbeamte des Zittauer Polizeireviers an einer Schaufensterscheibe in der Frauenstraße zwei frisch gesprühte Hakenkreuze entdecken. Weil die schwarze Lackfarbe noch nicht trocken ist, können die beiden Polizisten die Schmierereien - nachdem sie sie fotografiert haben - gleich selber entfernen.

Nur eine knappe halbe Stunde später, so schildert es am Mittwoch Polizeisprecher Kai Siebenäuger, ruft ein Anwohner von der Zittauer Friedensstraße bei der Polizei an. An der Straße würden drei Männer randalieren. Die beiden Streifenbeamten machen sich auf den Weg. Sie finden umgeworfene Verkehrszeichen und eine umgeworfene Ampel. 

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In der Nähe treffen die Beamten tatsächlich auf drei junge Männer, zwei 29-Jährige und einen 18-Jährigen aus Zittau. Die Polizisten nehmen die Personalien auf. Als die Kollegen wieder losfahren, sehen sie, wie ihnen einer der drei den Hitlergruß hinterherzeigt.

Aber die Spuren des Vandalismus und der Schmierereien in dieser Nacht sind noch weitaus größer, wie sich am Mittwochmorgen herausstellt. Überall in der Innenstadt prangen schwarze Hakenkreuze von Schaufensterscheiben und Häuserwänden, Papierkörbe sind beschädigt, junge Bäume umgetreten.

"Wir haben jetzt insgesamt 18 Tatorte auf der Liste", sagt Kai Siebenäuger. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, es geht um Sachbeschädigung und das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen. Im Visier der Ermittler stehen auch die drei Männer, die die Polizeistreife in der Nähe eines der Tatorte kontrolliert hat. "Ob ihnen die Taten zuzurechnen sind und in welchem Zusammenhang sie stehen, muss jetzt ermittelt werden", sagt der Polizeisprecher.

Zittaus Bürgeramtsleiter Uwe Pietschmann ist entsetzt, als er am Mittwochmorgen von dem Vandalismus erfährt. "So etwas ist kein Dummerjungenstreich", sagt er. Gleich früh um sieben hat er begonnen, die Schäden aufzunehmen.

 "Wir sehen jetzt zu, dass diese Schmierereien so schnell wie möglich wieder wegkommen", sagt er. "Ein Hakenkreuz will hier niemand sehen". Mit der langen Liste der Tatorte ist er den ganzen Tag unterwegs, um mit den Eigentümern zu klären, wie das Entfernen am schnellsten geht. Die genaue Höhe des Sachschadens ist noch nicht beziffert.

Wer Hinweise zu den nächtlichen Taten geben kann, wird gebeten, sich an das Polizeirevier in Zittau, Tel. 03583-620, zu wenden.

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