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Zittaus Hauptpost steht zum Verkauf

Kaum hat die Postbank die Filiale am Haberkornplatz geschlossen, schon wird das Gebäude im Internet angeboten. Und es gibt Interessenten.

Die Hauptpost hat seit 2. Februar geschlossen.
Die Hauptpost hat seit 2. Februar geschlossen. ©  Matthias Weber (Archiv)

Noch am Montag haben die Mitarbeiter der Hauptpost am Haberkornplatz in Zittau die letzten Kunden bedient, bevor sie die Türen für immer schließen mussten. Als nächstgelegene Alternative steht ihnen die neue Filiale in der Reichenberger Straße 31 zur Verfügung. Seit Donnerstag nun wird das ehemalige Postgebäude im Internet zum Verkauf beworben, angeboten von Dr. Thomas Immobilien aus Zittau - im Auftrag des Eigentümers.

Wer das ist, darüber hüllt sich Geschäftsführerin Christine Runge in Schweigen. Aber sie bedauert den Verkauf nicht, sieht darin auch keinen Verlust. Schließlich wird das Gebäude nur noch minimal genutzt, die Obergeschosse stehen leer - und sind sanierungsbedürftig. "Eine Stadt lebt von Lichtern hinter Fenstern", sagt die Maklerin, für die Immobilien immer Seelen haben. Ihr Vater - der vor über einem Jahr bei einem tragischen Unfall ums Leben kam - konnte die Beauftragung des Verkaufs noch miterleben und sei darüber sehr glücklich gewesen.

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Und schon voriges Jahr gab's Interessenten für das Haus. Aber die hätten wegen der Corona-Wirtschaftslage dann nicht gekauft, erklärt die Geschäftsführerin. "Inzwischen gibt es einige weitere." Mehr darüber will sie noch nicht verraten. Aber ihr liegt daran, das Objekt in gute Hände zu geben - wie schon die Uhreninsel und das alte Bürgermeisterhaus.

Am Gebäude finden sich noch die Halterungen für die Oberleitungen der Straßenbahn.
Am Gebäude finden sich noch die Halterungen für die Oberleitungen der Straßenbahn. © Christine Runge
Ein Gedenkstein für 17 Post-Mitarbeiter, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen.
Ein Gedenkstein für 17 Post-Mitarbeiter, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen. © Christine Runge
Einer der Flure im Obergeschoss.
Einer der Flure im Obergeschoss. © Christine Runge
Die oberen Geschosse sind alle sanierungsbedürftig.
Die oberen Geschosse sind alle sanierungsbedürftig. © Christine Runge
Blick von der obersten Etage der Hauptpost auf das Stadtbad im Vorder- und Zittauer Gebirge im Hintergrund
Blick von der obersten Etage der Hauptpost auf das Stadtbad im Vorder- und Zittauer Gebirge im Hintergrund © Christine Runge

Vorstellen kann sich Christine Runge künftig sowohl eine gewerbliche als auch private Nutzung. "Das Haus hat jede Chance verdient", sagt sie. Und das blickt auf eine fast 140-jährige Geschichte zurück: Das denkmalgeschützte ehemalige Postamt erbaute der Dresdner Architekt Postbaurat Zopff 1883 im Stil nordischer Neorenaissance mit Klinkerfassade. Danach entstand das Telegraphengebäude und 1927 der Verbindungstrakt, in dem die Vermittlungsstation der Post untergebracht war. Die Hauptpost war dann jahrzehntelang Dreh- und Angelpunkt für die Kommunikation für Zittau und Umgebung.

Das Gesamtensemble besteht aus drei Flurstücken, zwei davon dienen als Parkflächen. Das Grundstück ist befahrbar und verfügt über eine Rampe. Am Hauptgebäude befindet sich ein Fahrstuhl zur Lastenbeförderung. Er funktioniert und hat Bestandsschutz.

Aktuell nutzt die Post noch einen Teil des Gebäudes als Zustellstützpunkt. Von hier aus sind 22 Mitarbeiter beschäftigt, die Kunden aus der Zittauer Region mit täglich rund 1.200 Päckchen und Paketen und etwa 10.000 bis 15.000 Briefen zu versorgen. Aber auch das hat irgendwann ein Ende. Das Datum bleibt geheim, schon um Vandalismus vorzubeugen. "Mir tut alles weh, was dann demoliert wird", sagt Christine Runge aus Erfahrung mit anderen Objekten.

Doch was soll die Hauptpost kosten? Auch darüber gibt die Maklerin keine Auskunft und verweist auf das Geschäftsgeheimnis. Sie bittet aber bei Interesse um ein Angebot eines Kaufpreises. Bei akzeptabler Höhe und einem Konzept werde ein Kaufvertrag angestrebt, heißt es.

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