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Gibt Zittau das Weinaustadion ab?

Der Stadtrat hat mit den ersten Vorschlägen eine neue Sparrunde eingeläutet. Betroffen sind Leichtathleten, Billardspieler und andere Sportler.

Wird das Weinaustadion bald nicht mehr von der Stadt Zittau bewirtschaftet?
Wird das Weinaustadion bald nicht mehr von der Stadt Zittau bewirtschaftet? © Harald Anders (Archiv)

Die FUW/FWZ/FDP-Fraktion hat als erste Fraktion im Zittauer Stadtrat öffentlich Vorschläge für die neue Sparrunde bei den städtischen Finanzen vorgelegt. Alle drei betreffen den Sport in der Stadt und wurden vom Stadtrat zur jüngsten Sitzung mehrheitlich angenommen.

Demnach soll die Stadtverwaltung prüfen, ob das Weinaustadion aus ihrer Verantwortung an die Städtische Dienstleistungs-GmbH übergehen sollte. F/F/F verspricht sich davon unter anderem Synergien bei der Nutzung eines gemeinsamen Maschinenparks und die Effizienzsteigerung bei der Personalplanung. Bereits früher hatte Dietrich Thiele, F/F/F-Mitglied und ehemaliger Sportbeiratschef, die Hoffnung geäußert, dass das Stadion bei einer Bewirtschaftung durch eine privatrechtlich organisierte Firma besser vermarktet würde und dadurch mehr Einnahmen erzielt werden könnten. Thiele betonte im Stadtrat, dass es nicht um einen Personalabbau gehe. Laut F/F/F sind derzeit drei Mitarbeiter der Stadt in der Weinau tätig.

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Zudem soll die Stadtverwaltung prüfen, wie der von der Verwaltung betreute Hartplatz an der Lisa-Tetzner-/Kantstraße besser ausgelastet werden kann. Trotz neuer Kugelstoß- und teurer Weitsprunganlage wird er kaum genutzt. Im Gespräch sind auch die Übergabe an die Hochschule oder das Ende der Nutzung. Zuvor soll aber mit den wenigen Nutzern gesprochen werden.

Über diese Prüfaufträge hinaus hat der Stadtrat beschlossen, den Billardspielern des OSV den Mietvertrag für das Hasenbergpalais an der Herwigsdorfer Straße zu kündigen. Auf der einen Seite sind nach Ansicht der Stadt die 15 Sportler ihrer Verpflichtung, das Objekt instand zu halten, nicht nachgekommen. Auf der anderen Seite zahlen sie seit Jahren keine Miete mehr, weil ihre Anträge auf Erlass regelmäßig vom Rat genehmigt wurden. Darüber hinaus müsste die Stadt nun unter anderem in eine neue Heizung investieren. Das Gebäude soll verkauft werden. Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) kündigte an, den Billardspielern bei der Suche nach neuen Räumen behilflich zu sein.

Die finanzielle Lage der Stadt ist seit Jahren angespannt. Die Rechtsaufsicht verpflichtete Zittau, ein Programm mit Sparmaßnahmen beziehungsweise Mehreinnahmen aufzulegen. Der Mitte 2019 vom Vorgängerstadtrat beschlossene Plan wurde von AfD, Linken und FUW/FWZ/FDP bekämpft. Dadurch wurden einige Maßnahmen nicht umgesetzt. Zudem griffen einige nicht, sodass der Plan nun überarbeitet und fortgeschrieben werden muss. Rat und Verwaltung hatten dafür vereinbart, zusammenarbeiten zu wollen.

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