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Eigenes Lädchen ist kein Traum mehr

Die Firma Heinze & Co aus Zittau erweitert die eigene Ausstellung und eröffnet das "la vie". Die Corona-Krise hat dem Vorhaben neuen Schub gegeben.

Andrea Lück und ihr Lebenspartner Andreas Neuhäuser in dem neuen "la vie"-Lädchen.
Andrea Lück und ihr Lebenspartner Andreas Neuhäuser in dem neuen "la vie"-Lädchen. © Foto: Jan Lange

Haben wir bald keine Arbeit mehr? Diese Frage ging Andrea Lück zu Beginn der Corona-Pandemie durch den Kopf. Die Zittauer Unternehmerin begann sofort zu überlegen, wie sie ihre Firma Heinze & Co. GmbH durch die Krise bringen kann. Schnell war auch eine Idee geboren: ein Lädchen für Ausstattung und Dekoration soll das Überleben sichern. 

Ganz neu ist der Gedanke nicht. Andrea Lück und ihre Mitarbeiter wurden beim Einbau von Fenster, Türen und Fußböden oft gefragt, ob sie nicht auch die passenden Gardinen hätten. Bisher mussten sie die Frage verneinen. Künftig lautet die Antwort: Ja.

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Fast wäre die Idee nur eine Idee geblieben. Denn während es in anderen Wirtschaftsbereichen in der Corona-Krise tatsächlich keine Arbeit gab, hatte die Bau- und Ausbaubranche durchgängig zu tun. So wurde das Lädchen, das ja ein Ersatz für Corona-Arbeitsausfall sein sollte, wieder zurückgestellt. Damit die Idee keine Seifenblase bleibt, packten die Mitarbeiter nach Feierabend und an den Wochenenden mit an. "Sie haben den Traum ihrer Chefin mitgelebt", freut sich Andrea Lück. 

Und so blieb das Lädchen keine Corona-Blase, sondern ist nun Realität. Am 14. September öffnet sich die Tür von "la vie".

Altes Lager wurde zum Ausstellungsraum

Die beiden bisherigen, kleinen Ausstellungsräume wurden durch zusätzliche Räume erweitert. "Die neue Fläche ist zuvor als Lager genutzt worden", berichtet die 48-jährige Firmenchefin. Die alten, dunklen Lagerräume wurden sozusagen "wachgeküsst". Alles wirkt jetzt hell und freundlich. Dafür sorgen auch die Produkte, die hier ausgestellt sind. Alles Einzelteile und ausgefallene Sache. Ob Sessel oder Lampe, Gardinen oder Plissee. Und nichts ist Dekoration - die Kunden können jedes Accessoire erwerben, sogar die Sofakissen und Platzdeckchen, die die passende Farbe zur Tapete haben.

Andrea Lück setzt auf Produkte von Herstellern, die es in anderen Zittauer Geschäften oder Großmärkten nicht unbedingt gibt. Sie will die Kunden auch selbst beraten. Erfahrung habe sie reichlich, sagt die 48-Jährige. Seit 1992 ist sie in der Firma tätig, die ihr Vater, Rainer Heinze, 1988 gegründet hatte. Seit 2004 ist sie Geschäftsführerin.

Ihren Anfang nahm die Firmengeschichte in der kleinen Werkstatt auf dem heutigen Betriebsgelände an der Eckartsberger Straße. 2009 erwarben sie das benachbarte Haus und richteten hier die Büros und die kleine Ausstellung im Erdgeschoss ein. Aber nicht nur räumlich hat sich die Firma Heinze & Co. GmbH erweitert. Wurden anfangs vor allem Fenster eingebaut, kamen dann auch Türen und Fußbodenbeläge dazu. "Gardinen sind jetzt das i-Tüpfelchen", findet Andrea Lück.

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Viele Jahre waren die Mitarbeiter auf Montage, haben an Großprojekten in München, Nürnberg und Berlin mitgebaut. So haben sie beispielsweise 2011 in München die Eingangstüren von 199 Wohnungen eingebaut. Auch Zittaus Großvermieter zählen zu ihren Kunden. "Viele wollen nicht zehn Firmen an der Hand haben, sondern möglichst nur einen Ansprechpartner", sagt Andrea Lück. Dies und die Tatsache, dass 30 Jahre nach dem Mauerfall viele Häuser und Wohnungen wieder erneuert werden, haben dazu beigetragen, die Lädchen-Idee jetzt umzusetzen.

Öffnungszeiten: Mo bis Do 10 bis 17 Uhr, Fr 10 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung

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