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Heizen mit Stroh bleibt ein Strohfeuer

Vor 30 Jahren scheiterte in Oberseifersdorf eine nachhaltige Idee zur Wärmeversorgung.

Von Dietmar Rößler
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Die Esse des Heizhauses der Miku. Im Sommer nisten darauf Störche.
Die Esse des Heizhauses der Miku. Im Sommer nisten darauf Störche. © Dietmar Rößler

Eine nach heutiger Sprechweise „doppelt nachhaltige“ Idee zur Wärmeversorgung entstand vor 30 Jahren in Oberseifersdorf. Anfang des Jahres 1992 stellte die Gemeindeverwaltung, die damals noch Rat der Gemeinde hieß, den Bürgern eine erstaunliche Idee vor: Heizen mit Stroh. Basierend auf der Analyse eines Lehrstuhls der Technischen Hochschule Zittau wurde die Nutzung von überschüssigem Stroh als optimale Wärmequelle empfohlen.

Von „CO2-neutral“ war da freilich noch nicht die Rede. Aber genau so wäre es gewesen. Der zweite nachhaltige Gesichtspunkt hätte darin bestanden, dass man das bestehende große Heizhaus der Oberseifersdorfer Milchviehanlage hätte einbeziehen können. Natürlich nur, wenn außer dieser Einrichtung sich auch andere Gewerbebetriebe und Haushalte angeschlossen hätten. Das jedoch wäre mit Risiken und Kosten verbunden gewesen. Und die wollten, bei der unsicheren Situation damals, leider zu wenige auf sich nehmen.

So war, ehe eine geplante GmbH Konturen annehmen konnte, das Projekt leider schon wieder vergessen. Wäre es wie vorgesehen zu der Entscheidung gekommen, hätte das vermutlich zu einem Fernwärmenetz in dem Dorf geführt. Was heutzutage wohl ein Standortvorteil für Oberseifersdorf gewesen wäre. Bei der Miku Agrarprodukte GmbH stünde vermutlich ausreichend Biogas zur Verfügung, um die Heizung vieler Eigenheime und Geschäftsräume heute preiswert und umweltfreundlich zu realisieren.