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Kommen Stern-Stunden für die Lausche?

Der Chef der Herrnhuter Sternemanufaktur und Großschönaus Bürgermeister haben sich zu einem klärenden Gespräch - und zu einer Entscheidung - getroffen.

Bei einem Spaziergang auf die Lausche (Mitte) haben sich Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (links) und der Chef der Herrnhuter Sterne, Oskar Scholz, über einen Lausche-Stern unterhalten.
Bei einem Spaziergang auf die Lausche (Mitte) haben sich Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (links) und der Chef der Herrnhuter Sterne, Oskar Scholz, über einen Lausche-Stern unterhalten. © Matthias Weber/photoweber.de

Manchmal hilft in vertrackten Situationen ein Spaziergang an der frischen Luft: Eine solche kleine Wanderung zu zweit haben dieser Tage jedenfalls der Bürgermeister von Großschönau, Frank Peuker (parteilos), und der Chef der Herrnhuter Sterne GmbH, Oskar Scholz, unternommen. Ziel der Wanderung war der Lauschegipfel - und die Klärung einiger Missverständnisse bei der Frage, ob dort oben künftig ein Herrnhuter Stern leuchten könnte.

"Es war ein sehr angenehmer Termin und ein schönes Gespräch", bilanziert der Geschäftsführer der Herrnhuter Sterne GmbH im Gespräch mit der SZ. Man habe auf dem Weg nach oben zum Gipfel und wieder zurück bestehende Missverständnisse aus den vergangenen Monaten ausgeräumt und sich zudem auf eine gemeinsame Herangehensweise geeinigt. "Wir sind beide der Meinung, dass es eine schöne Sache wäre, wenn auf dem höchsten Gipfel östlich der Elbe ein Herrnhuter Stern leuchten würde", fasst Oskar Scholz zusammen.

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Peuker: "Keine generelle Abwehrhaltung"

Auch Frank Peuker bestätigt diesen Stand der Dinge. Zuletzt hatte es Missverständnisse bei diesem Thema mit den Herrnhutern gegeben, nun aber sei alles klar. "Ich war am Anfang davon ausgegangen, dass die Herrnhuter uns als Gemeinde etwas Gutes tun wollen und hatte deshalb das Hainewalder Schloss vorgeschlagen, weil ein Stern dort besser zur Geltung kommt als auf der Lausche", erklärt Peuker seine Sicht der Dinge. Dass die Lausche als Standort der explizite Wunsch der Herrnhuter ist - auch, weil man ein Symbol setzen will - das sei ihm unterdessen deutlich geworden. "Es gab meinerseits keine Abwehrhaltung", hebt der Bürgermeister im SZ-Gespräch hervor.

Gemeinsam mit Oskar Scholz habe man sich nun die neue Aussichtsplattform genauer angeschaut, um einen Punkt zu finden, der sich für das Anbringen eines 1,90-Meter-Sterns eignen könnte. Mittig auf dem Aussichtsturm kann man ihn nicht anbringen, weil sich dort ein Sendemast der Deutschen Funkturm GmbH befindet, an dem eine Montage nicht möglich ist. "Wir haben uns jetzt für einen Platz unterhalb der Plattform in Richtung Waltersdorf entschieden", erklärt Frank Peuker. Der Stern würde dann auch nicht über einem öffentlichen Weg hängen, womit Gefahrenquellen von Beginn an ausgeschlossen werden.

Klare Aufgabenteilung

Um die nötige Statik, die nötige Sicherheit und am Ende auch eine elegante Verankerung an der Plattform wird sich die Sternemanufaktur nun bemühen, das bestätigt Oskar Scholz. Dabei soll eine Konstruktion errichtet werden, die sich auch leicht wieder auf- und abbauen lässt, denn der Stern wird im Fall des Falles von Beginn der Adventszeit bis zum 6. Januar leuchten. Auch die Stromzuführung an diese Stelle der Plattform muss noch geklärt werden.

Fragen zu natur- und landschaftsschutzrechtlichen Belangen wird hingegen die Gemeinde Großschönau in Angriff nehmen. "In dem für ein solches Projekt nötigen Antrag müssen wir alle möglichen Wirkungen auf die Umgebung beschreiben", benennt Peuker ein Beispiel. Dennoch wolle man die Sache als Gemeinde angehen und unterstützen - auch das sei nun klar: "Ich habe im technischen Ausschuss den Gemeinderäten vom Stand der Dinge berichtet und Zustimmung erfahren", erklärt er. Ein erster Bericht Peukers über das Herrnhuter Ansinnen hatte im November-Stadtrat teilweise Unverständnis bei den Räten hervorgerufen, zumal sich seine Angaben von einem SZ-Bericht unterschieden.

Wer die Kosten trägt, ist klar

Die Frage des Sponsorings - also der Kosten - sei nun ebenfalls geklärt, bestätigt auch Oskar Scholz. Die Kosten für den Stern und seine Installation sowie für An- und Abbau übernehmen die Herrnhuter. "Ich sehe es dennoch als ein Geben und Nehmen", erklärt Scholz. Denn man habe sich in dem Gespräch zugleich auf den Entwurf eines gemeinsamen Marketingkonzeptes verständigt. Denn der Stern werbe dann natürlich für Großschönau, das Zittauer Gebirge und die Oberlausitz. Aber auch für die Herrnhuter habe es einen hohen symbolischen Wert, wenn sie sagen können, dass ihr Stern sogar auf der Lausche leuchte. Dass die Lausche schon allein durch den neuen Aussichtsturm attraktiver geworden ist, zeigt sich immer wieder durch viele Besucher.

Einen Zeitplan für das gemeinsame Vorgehen haben sich beide Seiten nicht konkret gesetzt. Wenn die zu klärenden Fragen beantwortet werden können und es auch naturschutzrechtlich keine Einwände gibt, wird eine endgültige Entscheidung fallen. Im besten aller Fälle ist es also durchaus realistisch, dass im nächsten Advent auf der Lausche ein Herrnhuter leuchtet.

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