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Bunte Menschen statt brauner Hemden

Fürs nächste Friedensfest in Ostritz ist wieder eine besondere Aktion geplant. Dafür braucht es Spender. Eine große Stiftung würde auch helfen.

Die Besucher des Ostritzer Friedensfestes hatten zur Eröffnung eine Lichterkette gebildet.
Die Besucher des Ostritzer Friedensfestes hatten zur Eröffnung eine Lichterkette gebildet. © Matthias Weber (Archiv)

Die gemeinnützige Hertie-Stiftung hat in der Vergangenheit schon mehrfach geholfen. So wurde beispielsweise der Wiederaufbau des Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) St. Marienthal nach dem August-Hochwasser 2010 finanziell unterstützt. Nun könnte auch das Ostritzer Friedensfest von der Hertie-Stiftung gefördert werden. Dafür müssen die Organisatoren aber selbst erst eine größere Spendensumme einwerben. Mindestens 10.000 Euro müssen bei einer Crowdfunding-Aktion zusammenkommen.

Mit diesem Geld soll eine bunte Modenschau aufs Friedenfest geholt werden. Unter dem Motto "Bunte Menschen statt brauner Hemden" sollen Vereine, Firmen und Privatpersonen vielfältige Mode präsentieren und damit gleichzeitig die Werte Toleranz, Demokratie und Weltoffenheit vertreten. Die Vielfalt soll aber nicht nur bei der Kleidung sichtbar werden, sondern ebenso bei den Models, so der Vorschlag aus den Reihen des Organisationsteams. Sie sollen jung und alt, dick und dünn, schwarz und weiß sein - eben genau die Vielfalt widerspiegeln, für die auch das Ostritzer Friedensfest steht.

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Spendensammlung startet am 21. April

Die Crowdfunding-Aktion für die besondere Modenschau soll am 21. April starten. Vier Wochen bis zum 19. Mai besteht dann die Möglichkeit, für das Projekt zu spenden. Mindestens fünf Euro, nach oben sind den Spendenbeträgen keine Grenze gesetzt. "Es geht auch darum, so viele Unterstützer wie möglich zu finden", heißt es vonseiten der Friedensfest-Macher.

Die Hertie-Stiftung wählt aus allen erfolgreichen Crowdfunding-Projekten die besten 20 aus und gibt einen zusätzlichen Betrag zwischen 5.000 und 25.000 Euro dazu.

Über Crowdfunding-Aktion warben die Friedensfest-Organisatoren bereits in der Vergangenheit Spenden ein. Die Zielsumme war allerdings deutlich niedriger. Mit den damaligen Spenden wurde beispielsweise die Band "Keimzeit" nach Ostritz geholt.

Noch kein Termin für nächstes Friedensfest

Einen Termin für die Modenschau gibt es bisher nicht. Das liegt auch daran, dass bis jetzt keine Neonazi-Veranstaltungen im Hotel "Neisseblick" bekannt sind.

Das Ostritzer Friedensfest war erstmals 2018 als Reaktion auf das gleichzeitig stattfindende "Schild und Schwert"-Festival auf dem Gelände des Hotels "Neisseblick" veranstaltet worden. Die Ostritzer und ihre Gäste wollten damit klar machen, dass sie die Neißestadt nicht den Rechtsextremen überlassen und ihre Stadt offen, demokratisch und tolerant ist. Das bisher letzte Friedensfest wurde am 28. September 2020 gefeiert.

Sachsens Verfassungsschutz rechnet damit, dass dieses Jahr noch Neonazi-Festivals auf dem Hotelgelände stattfinden. "Wenn eine Veranstaltung angemeldet wird, müssen wir schnell reagieren", meint Georg Salditt vom Organisationsteam. Die Friedensfest-Macher haben überlegt, ob sie nur etwas machen, wenn die Rechtsextremen kommen. Und entschieden, auch ein Friedensfest zu veranstalten, wenn sich die Neonazis 2021 nicht in Ostritz treffen sollten. Eine solche, von einem rechtsextremen Festival unabhängige Veranstaltung sei im September oder Oktober vorstellbar, so Salditt.

Klar ist, dass es 2021 wieder Ostritzer Filmnächte gibt. Damit will das Organisationsteam auch Besucher ansprechen, die nicht zum Friedensfest kommen. Vom 17. Mai bis 19. Juni werden Filme zu Themen wie Rechtsradikalismus, Umweltschutz, Religion oder DDR-Geschichte an wechselnden Orten über die Leinwand flimmern. Dabei wird auch mit dem Neisse-Filmfestival, das vom 18. bis 23. Mai geplant ist, kooperiert.

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