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Wie es mit der Schwimmhalle weitergeht

Die Einrichtung in Hirschfelde sollte geschlossen werden, der Stadtrat lehnte das mehrheitlich ab. Nun wird nach anderen Lösungen gesucht.

Wie können mehr Gäste in die Hirschfelder Schwimmhalle gelockt werden?
Wie können mehr Gäste in die Hirschfelder Schwimmhalle gelockt werden? © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Nachdem der Zittauer Stadtrat mehrheitlich gegen die Schließung der Schwimmhalle in Hirschfelde votiert hat, stellt sich die Frage, wie es mit der Einrichtung weitergeht. Darüber macht sich auch Hirschfeldes Ortsbürgermeister Bernd Müller (FUW) Gedanken. Wie kann die Belegung der Halle optimiert werden? Müller und die Hirschfelder Ortschaftsräte wollen dazu mit Nutzern, Betreiber, Gemeinden und Vereinen sprechen. "Gerade können wir ja niemanden einladen - wegen der Corona-Beschränkungen. Aber sobald Treffen wieder möglich sind, wollen wir es vorantreiben", sagt Müller.

Die Städtische Beteiligungs-GmbH (SBG) als Betreiber führt schon Gespräche, wie die Geschäftsführer Matthias Hänsch und Gloria Heymann mitteilen. "Mit den Vereinen, Schulen und Schulträgern haben wir uns bereits in Verbindung gesetzt. Hier geht es konkret um die Abstimmung der Belegungsplanung für das kommende Schuljahr", informieren sie. Für diese Nutzergruppen werde es keine Einschränkungen geben.

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Bei der Diskussion um die Schließung der Schwimmhalle war angeregt worden, Schul- und Vereinsschwimmen in Hirschfelde zu konzentrieren. Bisher belegen die elf Grundschulen knapp zehneinhalb Stunden die Halle, auf Vereine entfallen vier Stunden, auf Kurse 2:45 Stunden. Der Gedanke ist nicht neu. 2020 gab es bereits Gespräche mit Schulträgern und Vereinen, ob sie die Halle länger nutzen würden. Ein Mehrbedarf sei nicht signalisiert worden, erklärte Zittaus OB Thomas Zenker (Zkm) den Ortschaftsräten.

Auch Schwimmunterricht für fünfte Klassen anzubieten, sei von den Gemeinden nicht artikuliert worden. Während das Schulschwimmen für Grundschüler eine Pflichtaufgabe ist, sind Angebote des Oberschulschwimmens eine freiwillige Aufgabe. Die Stadt Zittau bietet ihren Oberschülern bisher diese Möglichkeit an.

Oberschulschwimmen soll eingestellt werden

Die Chancen, dass die Oberschüler künftig in Hirschfelde schwimmen gehen, sind aber gering. Denn die Stadt Zittau beabsichtigt, dass Oberschulschwimmen zum kommenden Schuljahr einzustellen. Dem Sportbeirat liegt für die Sitzung am Mittwoch ein entsprechender Beschlussantrag vor. Durch die Inbetriebnahme der neuen Turnhalle an der Weinauschule und der Sanierung der Turnhalle Lisa-Tetzner-Straße werden zusätzliche Sport-, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für den Schulsport geschaffen. Die Einstellung des Oberschulschwimmens habe aus Sicht der Stadtverwaltung somit keinerlei negative Auswirkungen für die sportliche Entfaltung der Zittauer Oberschüler.

Bernd Müller sieht noch Chancen bei den Grundschülern. Dass mehr Grundschüler in Hirschfelde schwimmen gehen, ist nicht ausgeschlossen. Aufgrund der coronabedingten Ausfälle muss derzeit der Schwimmunterricht für mehr als 400 Grundschüler nachgeholt werden. Das wird laut Stadt einen erhöhten Bedarf an Hallenzeiten mit sich bringen.

Zeiten für öffentliches Schwimmen reduzieren

Während die Belegungsstunden für den Schwimmunterricht zumindest für eine gewisse Zeit steigen könnten, soll die Zeit für das öffentliche Schwimmen reduziert werden, wie die SBG-Geschäftsführer mitteilen. Bisher umfasste das öffentliche Schwimmen in der Hirschfelder Halle insgesamt 36 Stunden, verteilt auf sechs Wochentage. Die längste Zeit wird am Dienstag von 8 bis 20 Uhr angeboten. Bereits 2015 wurde das Angebot an öffentlichem Schwimmen minimal gekürzt. Mit der nun geplanten Reduzierung der Schwimmzeiten sollen laut SBG Kosten eingespart werden.

Kosten könnten auch verringert werden, wenn Mitglieder von Schwimmvereinen stundenweise die Schwimmaufsicht übernehmen, findet Ortsbürgermeister Müller. Darüber soll in naher Zukunft ebenfalls gesprochen werden.

Ein Posten kann wohl nur schwer verringert werden: die notwendigen Investitionen. Laut Stadt müsste in den kommenden Jahren unter anderem das Hallendach für 190.000 Euro komplett saniert und die Sicherheitstechnik, Telefon, PC und Leittechnik für 33.000 Euro erneuert werden. Mit den Wirtschaftsplänen 2022 und den Folgejahren sollen die Investitionen priorisiert und konkret untersetzt werden, wie die SBG-Chefs ankündigen. In diesem Jahr werden noch keine Investitionen vorgenommen.

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