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Wie mit Corona-Kritiker Dierich umgehen?

Zumindest ein Teil der Hochschule Zittau/Görlitz hadert mit dem Gründungsrektor und seinem Auftreten in der Pandemie.

Prof. Peter Dierich bei einer seiner Montags- "Andachten" vor der Zittauer Johanniskirche am 7. Dezember 2020.
Prof. Peter Dierich bei einer seiner Montags- "Andachten" vor der Zittauer Johanniskirche am 7. Dezember 2020. © Markus van Appeldorn (Archiv)

Die Hochschule Zittau/Görlitz ringt offenbar um den Umgang mit ihrem Gründungsrektor Prof. Peter Dierich wegen dessen öffentlichen Äußerungen zur Corona-Pandemie. Nach SZ-Informationen sollte er eingeladen werden, um ihm klarzumachen, dass der Ruf der Hochschule immer noch fest mit ihm verknüpft ist. Auch seine ehemalige Heimatfakultät, die der Natur- und Umweltwissenschaften, wollte sich laut unabhängiger SZ-Quellen deutlich gegen seine Ansichten aussprechen.

Bestätigt wird das von der Hochschule nicht. Auf eine erste SZ-Anfrage im September teilte der aktuelle Rektor, Alexander Kratzsch, mit: "Herr Prof. Dierich hat sich als Privatperson geäußert. Die Hochschule nimmt grundsätzlich keine Bewertung in Bezug auf Äußerungen von Privatpersonen vor." Jetzt teilt er nur mit: "Das Gremium der Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften hat einen Austausch über die Sachlage durchgeführt." Nachfragen wie die nach dem Ergebnis des Austauschs beantwortete die Hochschulleitung nicht.

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Unterdessen hat ein erster Professor angekündigt, nicht mehr für das Studium fundamentale im Sommersemester zur Verfügung zu stehen, wenn sein Beitrag im "Peter-Dierich-Haus" auf dem Zittauer Campus geplant werden sollte. Die Frage, wie das Problem gelöst wird, beantwortete die Hochschule ebenfalls nicht.

Dierich ist Corona-Skeptiker und Maßnahmen-Kritiker. Als Mathematiker ist er auf Basis eigener Berechnungen zu der Überzeugung gelangt, dass die Corona-Pandemie nicht schlimmer als die Grippe-Welle 2017 und 2018 ist und die Gegen-Maßnahmen der Regierung mehr Schaden als Nutzen verursachen. Den Verantwortlichen wirft er vor, ihre Macht zu missbrauchen, den Staat zu ruinieren, die Persönlichkeitsrechte der Menschen zu brechen und wirtschaftliche Existenzen zu vernichten. Diese Ansichten hat er bei von ihm mit ins Leben gerufenen Demonstrationen, öffentlichen Anhörungen, in offenen Briefen und auch in der SZ vertreten. Dafür erntete er unter anderem von anderen Wissenschaftlern Kritik. In der Bevölkerung ist sein Tun und seine Meinung umstritten, wie unter anderem SZ-Leserbriefe zeigen.

2014 hatte die Hochschule in Anerkenntnis von Dierichs Leistungen für die Bildungseinrichtung eines ihrer Gebäude in Zittau den Namen "Peter-Dierich-Haus" gegeben.

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