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Zittau: Was ist auf der Albertstraße los?

Die Verbindung zwischen Neustadt und Reichenberger Straße ist derzeit gesperrt. Doch warum - auf der Straßenseite ist nichts zu sehen?

Die Albertstraße in Zittau ist in Höhe der Hausnummern 16 und 18 voll gesperrt.
Die Albertstraße in Zittau ist in Höhe der Hausnummern 16 und 18 voll gesperrt. © Foto: Jan Lange

Wer mit dem Auto in Zittau von der Neustadt zur Reichenberger Straße will, muss derzeit einen Umweg fahren. Denn die kürzeste Verbindung, die Albertstraße, ist momentan voll gesperrt. Seit Dienstag voriger Woche kommt hier kein Fahrzeug mehr durch. Gesperrt ist der Bereich vor den Häusern Albertstraße 16 und 18. Die beiden baufälligen Gebäude sind schon seit Monaten eingerüstet - nun ist auch die Straße davor dicht.

Doch warum - wird sich mancher fragen? In dem gesperrten Straßenabschnitt ist jedenfalls kein Bauarbeiter zugange. Der Grund: Die Arbeiten finden nicht vor, sondern hinter den beiden Häusern statt - und sind deshalb für Vorbeikommende nicht zu sehen.

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Hintern Haus ist der Abriss voll im Gange. Die Gebäude werden teilweise zurückgebaut. Bereits vor einigen Jahren mussten Teile der Nummer 18 abgerissen werden. Später waren Teile auf der Rückseite eingestürzt. Da inzwischen auch die öffentliche Sicherheit durch herabfallende Putzteile und Dachziegeln gefährdet war, mussten Gehwegbereiche, teilweise auch die Straßenfläche abgesperrt werden.

Schon lange sind die Häuser Albertstraße 16/18 ein städtebaulicher Missstand in der Zittauer Innenstadt. Seit Jahrzehnten unbewohnt waren sie dem Verfall preisgegeben. Da beide Gebäude ursprünglich Bestandteil des neuen Fachmarktzentrums an der Albertstraße werden sollten, hatte der Eigentümer auf einen Verkauf der Immobilien gehofft und deshalb auch nichts mehr an den Häusern getan.

Die Fläche für das geplante Center wurde später verkleinert und die Südseite der Albertstraße mit den Häusern 16 und 18 abgetrennt. Seitdem stand der Eigentümer wieder unter dem Handlungsdruck, etwas zu tun, um die Häuser zu retten. Und das die Häuser trotz der ruinösen Bausubstanz erhalten werden müssen, darin sind sich die Denkmalbehörde und die Stadt Zittau einig. Ein dauerhafter Abriss ist keine Option.

Die beiden Häuser sind städtebaulich durchaus von Bedeutung. Die Albertstraße 16 wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut und verfügt über ein barockes Portal. Die benachbarte Nummer 18 wurde zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert errichtet und ist vom Stil ein schlichter klassizistischer Bau.

Die jetzt zurückgebauten Teile werden anschließend wiedererrichtet. Das Bauvorhaben wird durch die Stadt Zittau mit Mitteln des Bund-Länder Programms Stadtumbau Ost unterstützt. Der Zittauer Stadtrat hatte den entsprechenden Beschluss im Oktober 2018 gefasst, damals war eine Förderung in Höhe von 1,25 Millionen - die Hälfte der Gesamtbaukosten - beschlossen worden.

Der Beginn der Bauarbeiten war lange erwartet worden. Die Sperrung der Albertstraße dauert vorerst bis zum 25. September an.

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