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Wohnbau entwickelt Eigenheimstandort

Die beiden Zittauer Großvermieter Wogeno und WBG investieren 2021 Millionen, gehen neue Wege und reißen bis Ende 2022 nur ein Gebäude ab.

Uta-Sylke Standke, Geschäftsfüherin WBG Zittau, vor der Fläche in Zittau-Süd, auf der sie einen Eigenheimstandort entwickeln will.
Uta-Sylke Standke, Geschäftsfüherin WBG Zittau, vor der Fläche in Zittau-Süd, auf der sie einen Eigenheimstandort entwickeln will. © Matthias Weber

Die Ecke an der Uta-Sylke Standke, Chefin der städtischen Wohnbaugesellschaft Zittau, in Süd steht, hat sich in den letzten 15 Jahren gründlich verändert. Im Herbst 2006 wurden im Straßendreieck Süd-/Jahn- und Gerhart-Hauptmann-Straße mehrere Mehrfamilienhäuser abgerissen. Ende 2014 war der erste Teil der sanierten Südstraße und damit die neu gestaltete Kreuzung mit der Gerhart-Hauptmann-Straße freigegeben worden. Nun steht die nächste große Veränderung an: Die für ihre Mehrfamilienhäuser und Wohnblocks bekannte WBG geht einen neuen Weg bei der Vermarktung ihrer leeren Abriss-Grundstücke und will in dem Straßendreieck eine kleine Einfamilienhaus-Siedlung entwickeln. Acht Parzellen sollen entstehen und Käufer finden.

Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Doch nicht nur das. Die WBG will laut ihrer Chefin in dem Straßendreieck auch drei der verbliebenen Mehrfamilienhäuser bis Ende 2022 sanieren. Das sei der aktuelle Beitrag der WBG zur Stadtentwicklung, sagte Uta-Sylke Standke der SZ.

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Zusammen mit der bis Sommer geplanten Sanierung der Friedrich-Haupt-Straße 10 in Zittau-West will die Firma im Besitz der Stadt in diesem Jahr über 1,5 Millionen Euro investieren. Dazu kommen noch einmal reichlich 1,1 Millionen für die Instandhaltung. Das ist ein bisschen weniger als 2020, als die Wohnbau unter anderem die Görlitzer Straße 42/44 sanieren ließ, die Sanierung der Dr. Sommer-Straße 9 bis 14 mit der Gestaltung der Außenanlagen abschloss und ihren Firmensitz, das alte Gymnasium am Johannisplatz, auf Vordermann brachte. Wegen der regen Bautätigkeit wird die WBG das Jahr 2020 mit einem Minus abschließen. Voraussichtlich aber mit einem viel kleineren als geplant. Statt 227.000 Euro werden es nach derzeitigen Stand laut der Chefin des zweitgrößten Vermieters in Zittau nur 33.000 Euro sein. "Ich bin zufrieden", bilanziert Uta-Sylke Standke und kündigt für 2021 wieder einen kleinen Gewinn an.

Auch der größte Vermieter in Zittau, die Wohnungsgenossenschaft, hat 2020 viel Geld ausgegeben. Allein über eine Million Euro fließt in die Sanierung ihres ältesten Hauses, die Südstraße 64/66. Trotz Corona sind die Arbeiten laut Bernd Stieler, Vorstand Technik, gut vorangekommen. Außen ist das Gebäude fertig, die Heizung läuft schon. Im April sollen die sieben Wohnungen mit jeweils über 90 Quadratmetern bezugsfertig sein. Zwei sind schon vergeben. Wirtschaftlich war das zu Ende gegangene Jahr erfolgreich, sagte Stieler.

2021 will die Wogeno sechs Millionen Euro für Instandhaltung und Sanierung ausgeben. Neben dem im vergangenen Jahr wegen länger dauernder Vermessungsarbeiten verschobenen Anbau eines Aufzugs in der Graf-York-Straße will die Genossenschaft unter anderem die Dr. Sommer-Straße 6, 7 und 8 - den Block neben dem bereits sanierten der WBG - auf den neuesten Stand bringen und Aufzüge anbauen. Die Dr. Külz-Straße 29 bis 33 bekommt Balkone und genau wie die Schillerstraße 33 bis 37 eine moderne Wärmedämmung.

Obwohl die Chefs der beiden Großvermieter mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden sind, bleibt ihr wirtschaftliches Umfeld schwierig. So steigt zum Beispiel die Zahl der Ein-Personenhaushalte unter anderem aufgrund des hohen Altersdurchschnitts der Bevölkerung weiter an und damit die Gefahr, dass im Sterbefall eine Mietwohnung aufgegeben wird statt vom überlebenden Partner weitergenutzt zu werden. Allein bei der WBG sind 2020 in 39 Fällen Wohnungen wegen des Todes eines Mieters oder eines Umzugs ins Pflegeheim aufgegeben worden. Der Wunsch vieler junger Familien nach Eigenheimen, der weitere Einwohnerschwund, drohende Einnahmeausfälle bei Gewerbemietern wegen der Corona-Maßnahmen sind nur einige wenige weitere Risiken. So ist die Leerstandsquote bei beiden 2020 leicht gestiegen und liegt bei der Wogeno noch unter 20 Prozent, bei der WBG deutlich drüber.

Beide Großvermieter gehen deshalb unliebsame und neue Wege, um gegenzusteuern. Der erklärte Abrissgegner Wogeno wird 2022 den Wohnblock Am Dreiländereck 1 bis 9 abreißen, um die Zahl der in Zittau leerstehenden Wohnungen und seinen eigenen unwirtschaftlichen Leerstand zu senken. Der letzte Mieter zieht jetzt aus, sagte Vorstand Bernd Stieler. Die WBG macht nach vielen Abrissen in den letzten Jahren - wie zum Beispiel von der Straße der Freundschaft 10-22, der Friedrich-Haupt-Straße 1b und der Herwigsdorfer Straße 6a im vergangenen Jahr - Pause.

Beide Vermieter treiben die Digitalisierung ihrer Büroarbeit voran, um effektiver und kundenfreundlicher zu werden. Die WBG hat sogar schon digitale Wohnungsabnahmen eingeführt. Die Wogeno hat sich bereits 2019 ein neues, moderneres Erscheinungsbild gegeben. Sie verfolgt laut Stieler nun die Strategie, Gebäude zu sanieren und dort Mieter zusammenzuziehen. Und die WBG reagiert eben auch mit der Einfamilienhaus-Siedlung.

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