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Müssen Ostritzer um ihre Häuser bangen?

Der Stadtrat Ostritz beschloss den Bebauungsplan für die Bahnhofstraße - und damit auch einen Rückbau. Welche Folgen hat das für die Anwohner?

Das Gebiet an der Bahnhofstraße in Ostritz ist als Rückbaugebiet ausgewiesen.
Das Gebiet an der Bahnhofstraße in Ostritz ist als Rückbaugebiet ausgewiesen. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Ostritz. Am Ende ging alles ganz schnell: Ohne Diskussion gab der Ostritzer Stadtrat einstimmig "grünes Licht" für den Bebauungsplan Bahnhofstraße/Edmund-Kretschmer-Straße.

Müssen die Anwohner der Bahnhofstraße nun Angst um ihre Wohnhäuser haben? Denn einer baulichen Entwicklung nach Osten soll in diesem Gebiet entgegengewirkt und die Bebauung auf den Stadtkern von Ostritz konzentriert werden. Die Gebäude - vor allem die leerstehenden - sollen perspektivisch zurückgebaut werden. Damit werden die Ziele des Stadtentwicklungskonzeptes umgesetzt, in dem das Gebiet östlich des Turbinengrabens bis zur Neiße als Rückbauflächen aufgeführt wird.

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Die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) beruhigt die Anwohner. Der Plan führe keineswegs automatisch zum Abbruch von Gebäuden. An der bisherigen Nutzung der bestehenden Häuser ändere sich nichts. Instandhaltungen und Sanierungen sind möglich, Erweiterungen oder Veränderungen - so zum Beispiel eine Umnutzung von Wohn- zu Geschäftszwecken oder der Neubau von Hallen und Häusern - sind nicht erlaubt.

Ein Bürger hatte in seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan kritisiert, dass zu wenig auf den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude eingegangen wird. Er befürchtet, dass auch mehrere Denkmäler abgerissen werden sollen. Dem ist nicht so, wie die Stadt in ihrer Abwägung erklärt. Die denkmalgeschützten Gebäude besitzen Bestandsschutz. Die Bebauungsplanung führe laut Stadt nicht automatisch zu einer Abbruchgenehmigung der Gebäude. Sollte es dennoch zu einem Antrag kommen, bedürfen Veränderungen an den Objekten der Genehmigung der Denkmalschutzbehörde, weist die Stadt hin.

Zurückgebaut werden sollen vor allem die leerstehenden und verfallenen Gebäude an der Bahnhofstraße. Das sei aber auch kein kurzfristiger, sondern ein langwieriger städtebaulicher Prozess, so die Bürgermeisterin.

Der Bebauungsplan müsse erst einmal behördlich genehmigt werden. "Erst in der nächsten Phase können dann mittel- und langfristige Umsetzungskonzepte erarbeitet und Schritt für Schritt umgesetzt werden", erklärt Marion Prange.

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