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Jugendliche kämpfen für ihren Skatepark

Die in die Jahre gekommene Anlage in Zittau-Ost braucht dringend eine Erneuerung. Mit Unterschriftenlisten haben die Skater nun den OB um Hilfe gebeten.

Die Skater von der Brückenstraße übergeben die gesammelten Unterschriften an Zittaus OB Thomas Zenker.
Die Skater von der Brückenstraße übergeben die gesammelten Unterschriften an Zittaus OB Thomas Zenker. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Etwa 50 junge Leute sind zum Rathaus gekommen, um Oberbürgermeister Thomas Zenker insgesamt über 700 Unterschriften zu überreichen. Sie alle nutzen regelmäßig den Skatepark an der Zittauer Brückenstraße und wünschen sich, dass die nach zehn Jahren intensiver Nutzung und permanentem Witterungseinfluss langsam verschlissenen Holzelemente nun von Grund auf erneuert werden. Da sie das alleine nicht schaffen können, hoffen sie auf Unterstützung durch die Stadt Zittau und wollen mit den gesammelten Unterschriften zeigen, dass viele Andere ihr Anliegen unterstützen.

Gleichzeitig haben sie in Zusammenarbeit mit interessierten Bürgern der Stadt ein Konzept für den neuen Park entwickelt. Einer dieser Erwachsenen unterstützt die Jugendlichen schon, seit der Park damals gebaut wurde. Er heißt Rocco Zoschke und arbeitet für das Berufsbildungszentrum Bautzen mit dem Projekt „Breakout“ in der mobilen Jugendarbeit in Zittau. Mit Projektpartnerin Julia Weingart und dem Praktikanten Hermann Winkler befragte er die Skater nach ihren Vorstellungen und gemeinsam entwickelten sie ein Konzept für deren Wunschpark.

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...und lassen Sie sich elektrisieren.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen bei den Jugendlichen Bahnen aus Beton. Die seien langlebiger und somit auch nachhaltiger als die alten aus Holz, erklärt Rocco Zoschke. Weitere Pluspunkte in dem neuen Park könnten eine Beleuchtung der Rollflächen und ganz allgemein Stromanschlüsse sein. So könnte man den Platz bei Veranstaltungen problemlos mit Musik beschallen. Auch bei notwendigen Reparaturen wäre so ein Anschluss für die Arbeitsgeräte vor Ort gut. Soweit möglich, machen die Jugendlichen diese Reparaturen nämlich selbst. Auch sonst fassen sie ohne zu meckern mit an, wenn es nötig ist. Weil sie ihn nicht nur nutzen, sondern eben auch pflegen, gehen sie ganz anders mit dem Park um, sagt Rocco Zoschke. Niemals würden sie ihn mutwillig zerstören.

Der Park ist zudem ein sehr beliebter Treffpunkt. Besonders nach dem Lockdown sei der Park sehr intensiv genutzt worden, sagt Julia Weingart. Ihn nutzen nicht nur junge und jung gebliebene Skater – manche von ihnen sind bereits um die 40 –, sondern auch BMX-Fahrer und Graffitti-Sprayer. Für die gibt es mehrere Betonwände, die sie ganz legal besprühen dürfen. Die Graffity-Künstler wünschen sich übrigens, dass diese Wände an der nahegelegenen Straße stehen, damit man ihre Kunstwerke von dort sehen kann.

Und weil das Konzept eben eine Wunschliste ist, haben die Jugendlichen darin auch Parcoursportanlagen, Klettermöglichkeiten und einen angeschlossenen Spielplatz mit Mini-Skatebahnen für die Kleinsten aufgeführt.

Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) hat sich bereits mit dem Thema befasst. Er kenne niemanden in Zittau, der etwas gegen den Skatepark habe, sagt er. Er habe auch schon mögliche Förderprogramme gefunden. Da diese aber auch zum Gesamthaushalt der Stadt passen müssen, seien weitere Gespräche notwendig. Er hat die Skater bei der Unterschriften-Übergabe eingeladen, die Einzelheiten mit ihm und den zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu besprechen. Er schlug bei dieser Gelegenheit auch vor, eventuell einen anderen Platz für den Skatepark zu suchen, denn "er finde nicht, dass Jugendliche an den Rand der Stadt gehören", sagt er. 

Rocco Zoschke seinerseits gefällt der jetzige Standort. Dort sei sehr viel Platz auch für mögliche Erweiterungen, man störe dort niemanden und die Zusammenarbeit mit dem benachbarten nahe gelegenen Verein "Vereinbarkeit von Beruf und Familien fördern in Ostsachsen" funktioniere gut.

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