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Mehr Sauerstoff für Corona-Patienten

Die Situation auf den Covid-Stationen im Klinikum Oberlausitzer Bergland ist immer noch dramatisch. Jetzt kommt eine großartige Hilfe von den Rotariern.

Oberarzt Henrik Schulze zeigt, wie das High-Flow- Sauerstoffgerät funktioniert.
Oberarzt Henrik Schulze zeigt, wie das High-Flow- Sauerstoffgerät funktioniert. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Dieser kleine Kasten sieht nicht nach 5.800 Euro aus! Oberarzt Henrik Schulze schiebt ihn ins Foyer des Ebersbacher Krankenhauses. Hier möchte er einer kleinen Schar Frauen und Männer zeigen, was dieses Gerät kann und wie es funktioniert. Auf die Corona-Station dürfen sie ja nicht. Aber schließlich haben sie den Kasten bezahlt.

Die Frauen und Männer, die an diesem Dienstagvormittag ins Ebersbacher Krankenhaus-Foyer gekommen sind, sind eine kleine Abordnung des Rotary-Clubs Dreiländereck Oberlausitz, der hier im Raum Löbau-Zittau 35 Mitglieder hat. Alle zusammen haben sie sehr viel Geld für das Klinikum Oberlausitzer Bergland gesammelt.

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Sage und schreibe 14.000 Euro haben die Club-Mitglieder privat zusammengelegt und am Dienstag in Ebersbach symbolisch übergeben. "Wir wollten etwas Sinnvolles tun und dem Klinikum in dieser schwierigen Situation einfach irgendwie helfen", sagt Sven Rössel, im beruflichen Leben Leiter der Kreismusikschule Dreiländereck und in diesem Jahr Präsident der Oberlausitzer Rotarier.

Sven Rössel, Präsident des Rotary Clubs Dreiländereck Oberlausitz, hat am Dienstag einen symbolischen Scheck über 14.000 Euro an den Ebersbacher Oberarzt Henrik Schulze und Klinikum-Geschäftsführer Steffen Thiele übergeben. Das Geld, von dem das Klinikum
Sven Rössel, Präsident des Rotary Clubs Dreiländereck Oberlausitz, hat am Dienstag einen symbolischen Scheck über 14.000 Euro an den Ebersbacher Oberarzt Henrik Schulze und Klinikum-Geschäftsführer Steffen Thiele übergeben. Das Geld, von dem das Klinikum © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Normalerweise, sagt Rössel, hatte er sich das Jahr seiner Rotary-Präsidentschaft etwas anders vorgestellt. "Ich hatte ein großes Kulturprogramm und Benefizkonzerte vorbereitet", sagt er. Stattdessen aber habe man jetzt eben zusammengelegt. Wie gut, wie wichtig und sinnvoll diese Spendenaktion ist, das erklärt Oberarzt Henrik Schulze:

Corona-Patienten brauchen Sauerstoff, sagt der Internist. Sehr viel Sauerstoff sogar und viel mehr, als es die Armaturen hergeben, die üblicherweise an jedem Klinikbett installiert sind. Mit diesem üblichen System könne zwar die Atmung von Patienten unterstützt werden - für Corona-Patienten aber sei dessen Leistung zu gering und die Luft zu trocken.

Mit so einem High-Flow-Atemgerät aber, wie es der Oberarzt den Rotariern jetzt zeigen kann, kann die Atmung der Corona-Patienten viel stärker und vor allem mit angefeuchteter Luft unterstützt werden. "Bei den typischen Corona-Symptomen können wir damit jetzt optimal die Atemnot der Patienten behandeln", freut sich der Oberarzt.

Und nicht nur er freut sich. "Wir sind den Spenderinnen und Spendern außerordentlich dankbar", sagt Klinikum-Geschäftsführer Steffen Thiele. Diese Spende sei großartig - und keinesfalls selbstverständlich. Das Klinikum hatte schon zu Beginn der Pandemie sieben solcher Geräte angeschafft. Mit der Spende der Rotarier sollen jetzt drei weitere Geräte gekauft werden. Das noch fehlende Geld wird die Kreissparkasse Oberlausitz-Niederschlesien zuschießen.

Noch keine Entspannung auf den Covid-Stationen

Das Klinikum hätte die Geräte aus eigenen Mitteln kaufen müssen. "Und wir hätten das natürlich auch getan", betont der Geschäftsführer. Aber bei der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in die die Krankenhäuser nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie geraten sind, sei das Klinikum für diese Spende sehr dankbar. "Wir sind ja nicht nur personell, sondern inzwischen auch wirtschaftlich am Limit", sagt Thiele.

Seit November arbeitet das Klinikum Oberlausitzer Bergland an der Grenze des personell und technisch Leistbaren. Die Zahl der Corona-Patienten hatte "beängstigende Dimensionen" erreicht, so beschreibt es Steffen Thiele mit drastischen Worten. Und noch immer seien die Covid- und Intensiv-Stationen in Zittau und Ebersbach voll ausgelastet. Es sei zwar inzwischen mehr Routine in die Abläufe eingekehrt, so der Geschäftsführer, doch von einer Entspannung der Lage könne noch keine Rede sein.

Die neuen High-Flow-Atemgeräte werden dem Krankenhaus aber auch nach dem hoffentlich baldigen Abklingen der Pandemie wichtige Dienste leisten, sagt Oberarzt Henrik Schulze. Sie werden dann helfen können, chronisch Lungenkranken, Tumorpatienten, Patienten mit einer Herzinsuffizienz oder Patienten auf der Palliativstation das Atmen zu erleichtern. Auch auf der Kinderstation werden die Geräte später eingesetzt werden können.

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