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Zittau

Linke machen Hartaus Ehrenfriedhof schick

Nachdem der Zittauer Stadtrat einer Sanierung im Frühjahr nicht zugestimmt hat, legten Parteimitglieder nun selbst Hand an.

Mitglieder der Zittauer Linken haben das teils meterhohe Unkraut beseitigt.
Mitglieder der Zittauer Linken haben das teils meterhohe Unkraut beseitigt. © Die Linke

Am vergangenen Dienstag haben Mitglieder der Zittauer Linken den Hartauer Ehrenfriedhof von sämtlichem Unkraut befreit. Mithilfe von Harken und Hacken säuberten sie auch das Rondell-Beet. Der Akku-Rasenmäher schaffte es jedoch nicht mehr, sich um den Weg von der Straße bis zum Friedhofsgelände zu kümmern, teilt der Vorsitzende Jens Hentschel-Thöricht mit. Dies soll innerhalb der nächsten Tage noch nachgeholt werden.

Dabei müsste das Denkmal nach Meinung der Linken dringend saniert werden. Deshalb brachte die Partei bereits im April einen entsprechenden Antrag im Stadtrat ein. Darin forderte sie die Erneuerung der Zufahrt zum Friedhof, eine Neugestaltung der Anlage mit Einfriedung und Lärmschutz, sowie die Restaurierung des Gedenksteins. Auch die eingravierten Namen der Opfer sollten erneuert werden. Die Linken wollten zudem mit Hinweisschildern am Oder-Neiße-Radweg und einer Infotafel am Friedhof auf die Geschichte der Ruhestätte aufmerksam machen.

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Die Partei sieht die Stadt in der Pflicht, schließlich übernahm diese mit der Eingemeindung Hartaus auch die Aufgabe der Gedenkpflege. "75 Jahre nach der Einrichtung des Friedhofes wird es Zeit, dieser Verpflichtung nachzukommen", heißt es im Antrag. Und die letzte Restaurierung ist schon 54 Jahre her. Doch der Stadtrat lehnte die Sanierung ab. "Schade, gerade im Vorfeld des Tages der Befreiung vom Faschismus wäre dies ein gutes Zeichen gewesen", so Jens Hentschel-Thöricht.

"Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Mahnung und Verpflichtung" hat die Linke auf einem Transparent geschrieben.
"Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Mahnung und Verpflichtung" hat die Linke auf einem Transparent geschrieben. © Die Linke

Auf dem Friedhof liegen 268 sowjetische Kriegsgefangene und Zivilisten. Sie fielen in den Zittwerken, einem Außenlager des KZ Groß Rosen, der Zwangsarbeit zum Opfer. Bis 1946 konnten 260 Opfer geborgen und auf dem Friedhof bestattet werden. (SZ)

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