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Zittau

Theater kommt mit Plus aus der Krise

Wie andere Theater hat das Görlitz-Zittauer von der Corona-Schließung finanziell profitiert. Allerdings nicht wegen der Kurzarbeit.

Das Zittauer Theater.
Das Zittauer Theater. © Matthias Weber

Zuletzt ließen Nachrichten aufhorchen, dass verschiedene Theater riesige Überschüsse in der Corona-Krise erzielt haben. Dabei galten die Schauspielhäuser, Opern und Musiktheater doch als Verlierer der Pandemie. Monatelang durfte sich der Vorhang nicht öffnen, die Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Laut Presseberichten waren die eingesparten Personalaufwendungen größer als die entgangenen Karteneinnahmen. Ist das auch beim Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau der Fall?

Die Theatergesellschaft konnte während der Corona-Pandemie durch die Nutzung von Kurzarbeitergeld und November-/Dezemberhilfen betriebswirtschaftlich sicher durch die vergangenen Monate gebracht werden, teilt der scheidende Generalintendant Klaus Arauner auf SZ-Anfrage mit. Insbesondere seien keine kurzfristigen strukturellen Maßnahmen notwendig, ergänzt der Theaterchef.

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Das Jahr 2020 konnte mit einem Jahresüberschuss im Umfang von rund fünf Prozent des Gesamthaushaltes abgeschlossen werden. Auch im ersten Halbjahr 2021 setzt sich diese stabile Lage fort. "Der Überschuss ist jedoch nicht auf die Kurzarbeitergeld-Zahlungen der Bundesagentur für Arbeit zurückzuführen, sondern auf Kostensenkungen gegenüber dem Wirtschaftsplan durch nicht umgesetzte Produktionen", betont Arauner.

Allerdings laufen die Tarifverträge zur Kurzarbeit in den künstlerischen Bereichen zum 31. Juli 2021 aus. Die betreffenden Gewerkschaften haben laut Arauner einer Fortschreibung nicht zugestimmt. Dieses Instrument wird daher in den verbleibenden Monaten des zweiten Halbjahres 2021 nicht nutzbar sein.

Da weitere Beschränkungen im Spielbetrieb abzusehen sind - die Einschränkungen des Proben- und Spielbetriebes durch Regelungen des Arbeitsschutzes sind unverändert -, werde es voraussichtlich entscheidend sein, auf kurzfristige Rücklagen zurückgreifen zu können, die in einem regulären Theaterjahr nicht verfügbar wären, erklärt Arauner. Ein seriöses Fazit über die mittelfristige wirtschaftliche Lage der Gesellschaft werde nach seinen Worten daher erst nach dem Auslaufen der Pandemie möglich sein.

Die derzeitige Stabilität des Betriebes konnte nur durch die Bereitstellung der vereinbarten Fördermittel durch den Landkreis Görlitz, der Städte Görlitz und Zittau und weiterer Geldgeber erreicht werden. Auch das Publikum habe dazu beigetragen, weist der Generalintendant hin. Zahlreiche Zuschauer haben im Vorjahr den Wert ihrer Eintrittskarten für ausgefallene Vorstellungen an das Theater gespendet und mit einer Gesamtsumme von über 60.000 Euro ihren Beitrag geleistet.

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