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Schauspieler kämpfen gegen Regen an

Die Premiere von "Die rechte und die linke Hand des Teufels" in Jonsdorf war besonders - allein wegen des Wetters. Für Lacher sorgten ungeplante Szenen.

Die Schauspieler haben auf der Waldbühne nicht nur gegeneinander gekämpft - sondern auch gegen den Regen.
Die Schauspieler haben auf der Waldbühne nicht nur gegeneinander gekämpft - sondern auch gegen den Regen. © Nikolai Schmidt

Diese Premiere bleibt in Erinnerung. Nicht nur wegen des Stücks selber. Bei starkem Regen absolvierten die Schauspieler des Zittauer Theaters die erste Vorstellung von "Die rechte und die linke Hand des Teufels" bis zum Ende. Was für ein heroischer Kampf.

Nass zu werden, ist dabei nur eines von mehreren Problemen - das wissen Besucher der Jonsdorfer Waldbühne. Die Felsen, Wege und Brücken der Naturbühne können bei derart schlechtem Wetter zu Gefahrenquellen werden. Ein Unfall hätte schlimme Folgen. Das will keiner - und deshalb werden Theatervorstellungen unter freiem Himmel bei andauerndem Regen meist abgebrochen.

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Nicht so am Freitagabend in Jonsdorf - obwohl es auch Überlegungen in dieser Richtung gab. Schon dafür gebührt den Darstellern ein großer Dank. Die weit über 800 Zuschauer honorierten den Einsatz der Theatermacher am Ende mit langem stehenden Applaus.

Regen verursachte Zwangspause

Auch zwischendurch klatschten die Besucher begeistert. Und das nicht nur, wenn Schauspieler auf der Bühne waren. Im zweiten Teil des Stücks wurde zwangsweise eine zweite Pause eingelegt. Ein Mitarbeiter des Theaters versuchte mit einem großen Rechen die Sandfläche nach dem ersten großen Regenschauer wieder bespielbar zu machen. Und erhielt dafür ebenfalls Applaus. So etwas erlebt man in einer Premiere nur selten.

Das Unglück begann nach der offiziellen Pause. Hauptdarsteller Fabian Quast erklärte gerade, dass er heiraten möchte, als der Regen einsetzte. Was für ein Omen.

Eine Weile kämpften die Darsteller noch gegen die Nässe von oben an. Als Trinity (Fabian Quast) den Mormonen-Schwestern zeigen wollte, wie sie sich gegen Major Harris (David Thomas Pawlak) und seine Banditen verteidigen, musste das Stück dann unterbrochen werden. Nach der Zwangspause wiederholten die Schauspieler diese Szene und wurden mit rhythmischem Klatschen auf der Bühne begrüßt.

Im Original mit Bud Spencer und Terence Hill

Die Story ist schnell erzählt: Bambi (Philipp Scholz), "die linke Hand des Teufels" genannt, gibt sich in einer Kleinstadt als Sheriff aus. Er plant einen Überfall, für den er aber auf die Ankunft zweier Kollegen warten muss. Zuvor erscheint sein Bruder Trinity, der als "die rechte Hand des Teufels" bekannt ist. In dem kleinen Städtchen wird es jedoch schnell ungemütlich, da der skrupellose Major Harris die sich neu ­ansiedelnden Mormonen vertreiben will. Trinity überredet seinen ­Bruder, den Mormonen zu helfen.

Fabian Quast schlüpft diesmal in Terence Hills Rolle Trinity.
Fabian Quast schlüpft diesmal in Terence Hills Rolle Trinity. © Nikolai Schmidt
An seiner Seite spielt Philipp Scholz Bud Spencers Rolle Bambi.
An seiner Seite spielt Philipp Scholz Bud Spencers Rolle Bambi. © Nikolai Schmidt
Als ulkige Dicke überzeugte auch dieses Mal Patricia Hachtel.
Als ulkige Dicke überzeugte auch dieses Mal Patricia Hachtel. © Nikolai Schmidt

Auch bei Bud Spencer und Terence Hill, auf dessen gleichnamigem Film das Waldbühnen-Stück basiert, war die Geschichte nicht unbedingt entscheidend. Die Schlägereien und lockeren Sprüche waren wichtiger. Auf den ersten Kopfschlag á la Bud Spencer müssen die Zuschauer 20 Minuten warten.

Dass nicht wirklich zugeschlagen wird, war klar zu erkennen. Aber mit entsprechendem Sound unterlegt, machten die "Schläge" dennoch Spaß. Ebenso wie Ausstattung und Bühnenbild. Unter den Nebendarstellern begeisterte vor allem Patricia Hachtel. Wie sie zum Beispiel Bambi anhimmelte, war herrlich-komödiantisches Schauspiel.

Zu guter Letzt streikt das Pferd

Für die größten Lacher sorgten aber die ungeplanten Szenen. So als Trinitys Pferd auf der Bühne einen Kot-Haufen hinterließ. In der anschließenden Kampfszene fiel der Bandit (Markus Weickert) ausgerechnet in diesen Haufen. Nach der Zwangspause wurde der Kampf wiederholt. Die Pferdeäpfel waren da verschwunden, diesmal aber landete Weickert in einer Schlammpfütze.

Zum Abschluss streikte Bambis Pferd. Eigentlich reiten Bambi und Trinity gemeinsam auf einem Pferd von der Bühne. Doch der Vierbeiner weigerte sich, Trinity aufsteigen zu lassen. "Willst Du heute mal spazieren gehen", meinte Philipp Scholz spontan zu seinem Kollegen. Und so ging dieser vor dem Pferd von der Bühne.

Bleibt zu hoffen, dass bei dem Wetter kein Schauspieler krank wurde - und Vorstellungen ausfallen müssen. Die Aufführung am Samstag musste das Theater wegen des Unwetters absagen. 15 Vorstellungen sind noch bis zum 15. August geplant.

Nächste Vorstellungen am 20., 21. und 22. Juli jeweils 10 Uhr sowie am 24. Juli um 20 Uhr.

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