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Zittauer Motive in Grimms Märchen

Die jetzt erschienene Neuausgabe des Buches ist mit Bildern aus der Stadt und dem Gebirge illustriert. Das ist einem bekannten Zittauer zu verdanken.

Peter Knüvener mit der Hefftergiebel-Illustration aus dem Grimm'schen Märchenbuch vor der realen Sehenswürdigkeit.
Peter Knüvener mit der Hefftergiebel-Illustration aus dem Grimm'schen Märchenbuch vor der realen Sehenswürdigkeit. © Matthias Weber

Die Märchen der Brüder Grimm verbindet man vor allem mit hessischen oder niedersächsischen Regionen, viele denken zuerst an Bremen wegen der Stadtmusikanten oder das Weserbergland mit seinem Dornröschenschloss Sababurg. Zittau und das Zittauer Gebirge würde man nicht unbedingt mit den berühmten deutschen Märchen in Zusammenhang bringen.

Wer durch die jetzt vom Hamburger Verlag Textem herausgegebene Neuausgabe der Grimm'schen Märchen blättert, wird dennoch bekannte Schauplätze von hier entdecken. Ist das nicht die "Wunderkammer" des Zittauer Museums? Oder der Heffterbau? Ja, genau!

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Die Zeichnungen stammen von Henrik Schrat. Wie kommt ein international tätiger Künstler auf die Idee, ein Märchenbuch mit Zittauer Motiven zu illustrieren? Einen Anteil daran hat Peter Knüvener. Zittaus Museumsdirektor kennt Henrik Schrat seit 2016, als Schrat an der Priber-Ausstellung beteiligt war. "Seitdem sind wir lose in Kontakt geblieben", sagt Knüvener.

Als Henrik Schrat nun in einer Art Crowdfunding-Projekt Ideen für die Gestaltung des Grimm'schen Märchenbuches suchte, schickte ihm auch Zittaus Museumschef Vorschläge zu. 50 Bilder von Orten, die zu den Märchen passen würden, habe er ihm zugesandt, erzählt Knüvener. Der 52-jährige Künstler schlug dann seinerseits das Märchen vor, das für den ausgewählten Zittauer Schauplatz geeignet ist: "Hurleburlebutz".

"Hurle..." - wie bitte? Diese Frage werden sich viele stellen. Auch Peter Knüvener kannte das Märchen nicht. Das verwundert nicht, denn "Hurleburlebutz" wurde nur in der Erstauflage der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm von 1812 veröffentlicht.

Auch der Berg Oybin ist in dem Märchenbuch verewigt worden.
Auch der Berg Oybin ist in dem Märchenbuch verewigt worden. © Matthias Weber
So sieht die Neuausgabe des Grimm'schen Märchenbuches aus.
So sieht die Neuausgabe des Grimm'schen Märchenbuches aus. © Matthias Weber

Mit realen oder fiktiven Personen illustriert

Von den Grimm'schen Märchen erscheinen immer mal wieder Neuausgaben, so 2012 von Knaur und 2015 vom Anaconda Verlag. Teilweise sind diese Werke auch reich bebildert. Die neue Edition des Hamburger Verlages unterscheidet sich von früheren Ausgaben insofern, dass die Illustrationen reale und fiktive Personen und Orte zeigen und nicht die bekannten Darstellungen der Grimm'schen Märchenfiguren. So ist beispielsweise das Märchen "Der Schneider im Himmel" mit einem Porträt des verstorbenen Designers Karl Lagerfeld illustriert.

Der Museumschef findet es gelungen, dass die "Wunderkammer" den Weg ins Buch gefunden hat. Der Raum sei selbst ein bisschen märchenhaft, findet er. Aber nicht nur die "Wunderkammer", die 2009 wieder eingerichtet und eröffnet wurde, schaffte es ins Märchenbuch. Zusätzlich nahm Henrik Schrat auch eine Zeichnung des Heffterbaus sowie ein Landschaftsmotiv mit einem Blick über Zittau, das sich an einem Gemälde des bekannten Zittauer Malers Hans Lilich orientiert. Alle drei Zittauer Motive illustrieren das Märchen "Hurleburlebutz".

Daneben illustrierte er das Märchen "Die drei Brüder" mit einer Zeichnung vom Berg Oybin und dem Schreibwerkstatt-Häuschen von Martina Rellin.

Vier weitere Bände sollen folgen

Nach dem ersten Band der Grimm'schen Märchen sollen in den kommenden vier Jahren vier weitere Bände entstehen - jeweils eines im Jahr. Auch die nächsten Werke will Henrik Schrat mit realen und fiktiven Personen und Orten illustrieren. Peter Knüvener hofft, dass Zittau vielleicht auch in einem der nächsten Bände vorkommt. Das müsse dann ja nicht unbedingt ein Motiv aus dem Zittauer Museum sein, meint er.

Nun soll aber erst mal der erste Band viele Abnehmer finden - und Zittau damit auch wieder ein Stück bekannter werden. "Wenn wir wieder öffnen dürfen, werden wir es auch im Museumsshop anbieten", kündigt Peter Knüvener an. Wer nicht bis dahin warten will, kann das Buch auch schon jetzt über die Webseite des Künstlers bestellen.

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