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Großspenderin für Zittauer Kultur ist tot

Almut Lehmann hat das Euroregionale Kulturzentrum Zittau mit viel Geld unterstützt. Nun ist sie mit fast 98 Jahren gestorben.

Almut Lehmann lebte viele Jahrzehnte in Dinslaken (NRW), hielt aber bis zuletzt Kontakt in ihre Heimatstadt Zittau.
Almut Lehmann lebte viele Jahrzehnte in Dinslaken (NRW), hielt aber bis zuletzt Kontakt in ihre Heimatstadt Zittau. ©  privat

Obwohl Almut Lehmann schon viele Jahrzehnte nicht mehr in Zittau lebte - kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verließ sie mit ihrer Familie die Stadt in Richtung Westen - hat sie ihre Heimatstadt nie vergessen. Bis zuletzt bestanden Kontakte nach Zittau. Nun ist die ehemalige Oberstudienrätin und Gymnasiallehrerin fast 98-jährig in ihrer Wahlheimat Dinslaken in Nordrhein-Westfalen gestorben.

"Voller Dankbarkeit erinnern wir uns an sie", sagt Peter Dierich, der viele Jahre den Verein "Euroregionales Kulturzentrum Zittau" leitete. Denn Almut Lehmann hat die Zittauer Kultur mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt. Mit ihren Spenden wurden die Aufführungen großer chorsinfonischer Kirchenmusik in Zittau ermöglicht, sogar in gewissen Maße angeschoben. Viele Zittauer erinnern sich gern an das Bachsche Weihnachtsoratorium im Jahr 2014, die "Schöpfung" von Haydn (2017) oder das "Missa di gloria"-Projekt mit Kirchenmusik von Bellini und Puccini (2019) zurück. Diese musikalischen Werke konnten sowohl in der Zittauer Marienkirche als auch in der Basilika im tschechischen Hejnice (Haindorf) erklingen.

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Insgesamt 50.000 Euro gespendet

"Frau Lehmann war eine stets bescheidene Frau, im Alter körperlich gebrechlich, aber geistig hellwach", erinnert sich Peter Dierich an die großzügige Spenderin, die über die Jahre insgesamt 50.000 Euro gegeben hatte. Aufgrund der eigenen Gesundheit konnte sie die Aufführungen der musikalischen Werke in Zittau nicht persönlich erleben. Die Musik konnte sie sich später auf einer CD anhören, die ihr der Kulturverein zuschickte.

Zunächst waren ihre Spenden nicht zweckgebunden, später äußerte sie klare Vorstellungen, was sie "Zittau schenken möchte", weiß Dierich von den vielen Telefonaten und von einem Besuch bei ihr. So bat sie Peter Dierich auch, das Weihnachtsoratorium zu organisieren. Das Werk von Johann Sebastian Bach war der hochbetagten Dame sehr wichtig und das Weihnachtsfest ohne das Weihnachtsoratorium kaum vorstellbar. "Für jeden Gesprächspartner war wohl ihr liebevolles Bestimmtsein prägend", findet Dierich.

Almut Lehmann hatte 2009 auch besonderen Anteil an der Gründung des Europera-Jugendchores genommen. "Die Idee begeisterte sie als ehemalige eifrige Chorsängerin sofort", weiß Peter Dierich.

Verstorbene war hochmusikalisch

Almut Lehmann war nach eigener Aussage hochmusikalisch. Die Liebe zur Kirchenmusik hat sie wahrscheinlich von ihrem Vater geerbt, der in den 1920er Jahren als Pfarrer an der Zittauer Weberkirche wirkte. Der Vater war allerdings frühzeitig verstorben. Nachdem Almut Lehmann Zittau verlassen hatte, war sie viele Jahrzehnte in Dinslaken tätig, wo sie zuletzt in einem Altenheim lebte.

Noch auf dem Sterbebett ließ die hochbetagte Spenderin dem Verein „Euroregionales Kulturzentrum Zittau“ eine großzügige Summe zukommen, wie Peter Dierich berichtet.

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