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Was Karl Valentin mit Zittau zu tun hat

In Zittau wird der bayerische Komiker geehrt - und das nicht ohne Grund. Er hatte Verbindungen hierher. Nun gibt es mehrere Gedenkorte und ab Freitag eine Ausstellung.

Patrick Weißig vor der Karl-Valentin-Tafel am Zittauer Schmalspurbahn-Gebäude.
Patrick Weißig vor der Karl-Valentin-Tafel am Zittauer Schmalspurbahn-Gebäude. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Beim Namen Karl Valentin denken die meisten zuallererst an Bayern und München. Valentin gilt als der urbayerische Komiker. Kaum einer würde ihn mit Sachsen und Zittau in Verbindung bringen. Und doch gibt es diese Beziehung. Wer aufmerksam durch Zittau läuft, kann mehr über diese Verbindung erfahren. An drei Standorten, verteilt im gesamten Stadtgebiet, informieren Tafeln über Karl Valentin und seinen Bezug zu Zittau.

Eine befindet sich am Haus Bautzner Straße 3. Früher lebte hier die Bäckersfamilie Schatte. Aus der entstammte Valentins Mutter, Johanna Maria Schatte. Sie erblickte am 3. Januar 1845 in Zittau das Licht der Welt. Und genau aus diesem Grund hängt an der Bautzner Straße 3 nun eine Tafel des Karl-Valentin-Gedenkpfades.

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Am Bahnhofsgebäude der Schmalspurbahn ist eine weitere Tafel zu entdecken. Um 1905 schrieb Valentin den Achtzeiler "Die Oybinbahn". Es ist eine Art Liebeserklärung an die kleine Bahn. Denn Valentin schreibt, dass er in einer traurigen Stunde, sich nur die Oybinbahn anschaue und wenn sie so daher getrottet komme, er ausgelassen lache.

Aber Valentin hatte nicht nur indirekte Verbindungen zu Zittau. Nach dem Tod des Vaters und dem Bankrott der familiären Speditionsfirma zieht der Komiker im Winter 1906 mit seiner Mutter nach Zittau. Sie wohnten seinerzeit in der Humboldtstraße, neben dem Vorstadtbahnhof. Und genau deshalb ist auch hier eine Gedenktafel angebracht worden.

Da er aber in Zittau seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten konnte, verließ er nach wenigen Monaten die Stadt wieder, ging auf Tournee und kam schließlich zurück in seine Geburtsstadt München. Auch seine Mutter holte er wenig später wieder nach München. Dort erlebte er dann auch seinen künstlerischen Durchbruch und wurde zu dem bekannten Komiker, der auch über 70 Jahre nach seinem Tod noch unvergessen ist.

Dass die Verbindung zu Zittau ebenfalls in Erinnerung bleibt, dafür sorgte Patrick Weißig. Er ist seit Jahren ein ausgesprochener Karl-Valentin-Fan. Und als solcher gehört ein Besuch im Valentin-Karlstadt-Musäum in München, das es seit über 60 Jahren gibt, unweigerlich dazu. In dem Museum im Isartor, etwa 700 Meter vom Marienplatz entfernt, finden sich auch über Zittau Hinweise.

Als Patrick Weißig das Museum vor einigen Jahren besuchte, kam ihm der Gedanke, in Zittau an den Komiker zu erinnern. Dabei sollten mehrere "Duftmarken" in der Stadt gesetzt werden. Die Idee eines Gedenkpfades war geboren. Die Betreiber des Museums waren sofort begeistert und stellten ihm alle Informationen dafür zur Verfügung.

Die Valentin-Tafeln würde Patrick Weißig gern mit Infos zum kulturellen Leben in Zittau um 1900 herum - jener Zeit, als der Komiker hier wohnte - erweitern. Aber das sei noch Zukunftsmusik, meint der 40-Jährige.

Realistischer ist die Ausstellung "Karl Valentins Filme", die am 16. Juli auf dem Zittauer Markt eröffnet wird. Gezeigt werden dann auch Kurzfilme von Valentin und seiner Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt. Bis zum 12. September gibt es neben der Ausstellung Kurzfilmabende, Vorträge und Lesungen.

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