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Zittau

Europäische Jugend pflegt Zittaus jüdischen Friedhof

In einem zweiwöchigen Workcamp haben 15 Freiwillige die Fundamente der zur Nazi-Zeit gesprengten Trauerhalle freigelegt. Das Ziel: Ein Ort der Erinnerung schaffen.

Auf dem jüdischen Friedhof in Zittau haben junge Menschen aus zehn Ländern mitgeholfen, die Umrisse der Trauerhalle wieder sichtbar zu machen.
Auf dem jüdischen Friedhof in Zittau haben junge Menschen aus zehn Ländern mitgeholfen, die Umrisse der Trauerhalle wieder sichtbar zu machen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof in Zittau ist wieder sichtbar geworden. Zumindest jene Teile, die davon übrig geblieben sind. Am 10. November 1938 sprengten Nationalsozialisten das Gebäude. In dieser Woche nun haben 15 junge Freiwillige im Rahmen des Projekts "Mazewa" aus verschiedenen europäischen Ländern die Fundamente des Gebäudes freigelegt.

Hinter ihnen liegt ein zweiwöchiger Workcamp, in dem sie sich mit der Geschichte der Region und ihrer jüdischen Bewohner auseinandersetzten. In den ersten sieben Tagen lag der Schwerpunkt auf dem Lernen, Entdecken und einander Kennenlernen. Auf dem Programm standen Stadtführungen, Workshops und Exkursionen in Zittau, Görlitz, Zgorzelec, Liberec (Reichenberg) und Sieniawka (Kleinschönau). Dabei immer im Fokus: Die vielen Facetten jüdischen Lebens und Sterbens im Dreiländereck.

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Auf dem Programm standen eine Woche Stadtführungen, Workshops und Exkursionen in Zittau.
Auf dem Programm standen eine Woche Stadtführungen, Workshops und Exkursionen in Zittau. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Eine weitere Woche stand dann der jüdische Friedhof in Zittau im Mittelpunkt.
Eine weitere Woche stand dann der jüdische Friedhof in Zittau im Mittelpunkt. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

In der zweiten Woche dann machten die Teilnehmer unter Anleitung eines Landschaftsgärtners den ehemaligen Standort der Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof Zittau wieder sichtbar. "Lange blieb jede Spur des Gebäudes verschwunden", berichtet Anne Kleinbauer von der für das Projekt mitverantwortlichen Hillerschen Villa. Von 2013 bis 2016 legte diese in drei Ausgrabungen mit Archäologen und jungen Freiwilligen die Fundamente des Gebäudes frei. Nun sind die Umrisse der Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof wieder zu sehen. "Dieser soll nun dauerhaft zu einem Ort des Erinnerns und des Lernens werden", so Anne Kleinbauer.

Mazewa ist ein Projekt der Hillerschen Villa in Kooperation mit der Vereinigung junger Freiwilliger, den European Heritage Volunteers, dem Hatikva-Verein und der jüdischen Gemeinde in Dresden, der jüdischen Gemeinde in Liberec, dem Verein "Besht Yeshiva Dresden" und der Stadt Zittau. Gefördert wird es durch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und dem Auswärtigen Amt.

Bereits im Juli hatte eine andere Gruppe internationaler Freiwilliger einen virtuellen Rundgang für den jüdischen Friedhof erarbeitet. (SZ)

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