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Kein Geld für HerzIdee und Stadtwerkstatt

Zittau wird die geschenkten 260.000 Euro für den Nachfolgeprozess der Kulturhauptstadt-Bewerbung nicht annehmen. Der Stadtrat will nicht.

Das Kulturherz stand als Symbol für die Zittauer Kulturhauptstadt-Bewerbung.
Das Kulturherz stand als Symbol für die Zittauer Kulturhauptstadt-Bewerbung. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Mit den Stimmen der Fraktionen AfD, Linke und FFF hat der Zittauer Stadtrat am Mittwochabend beschlossen, den Nachfolgeprozess für die Kulturhauptstadt-Bewerbung nicht in Gang zu setzen. Damit schlägt Zittau vom Freistaat, vom Landkreis und der Sparkasse ausschließlich zu diesem Zweck in Aussicht gestellte 260.000 Euro aus. Zur Begründung hieß es von Jens Hentschel-Thöricht, Fraktionschef der Linken, unter anderem, dass ein Teil der vorgesehenen Projekte den Ablehnern nicht gefällt und ein Teil der Projekte bereits jetzt Aufgabe der Stadtverwaltung ist. Er kann den Mehrwert nicht erkennen. Deshalb ist es seiner Meinung nach richtig, das öffentliche Geld nicht für den Nachfolgeprozess zu verwenden, sondern für andere, dringende Aufgaben bei den Geldgebern zu belassen. Bei den Fraktionen von Zkm und CFG löste die Entscheidung Bestürzung aus. Nach der Sitzung wurde auch Unmut in der Zittauer Vereins- und Kulturszene laut.

Zuvor hatte Susanne Mannschott, Chefin der Stadtentwicklungsgesellschaft, bei den Räten um Zustimmung für den Prozess gebeten. Sie nannte das Geld "ein Geschenk für die Stadt Zittau" und beteuerte, dass weder zusätzliches Personal aufgebaut noch die Stadt zur Kasse gebeten werden soll. Ihren Worten zufolge sah das mit den Geldgebern abgestimmte Strategiepapier mehrere Bausteinen für den Nachfolgeprozess vor. So sollte unter anderem die während der Bewerbungsphase zur Kulturhauptstadt gegründete Ideen-Plattform "HerzIdee" weitergeführt und professionalisiert werden. Eine wie in anderen Städten bereits übliche Stadtwerkstatt war als Anlauf-, Vernetzungs- und Unterstützungsstelle für Vereine, Initiativen und andere Ehrenamtliche vorgesehen. Zudem sollte das Altbau- und Leerstandsmanagement für die Stadt, das derzeit im Rathaus angesiedelt ist, weiterentwickelt werden. Auch die Fortführung von Projekten aus der Bewerbungsphase war vorgesehen.

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Zittau hatte sich um den europäischen Titel "Kulturhauptstadt 2025" beworben und war vor knapp einem Jahr ausgeschieden. Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) hatte mehrfach betont, dass er die Bewerbung als Auftakt für einen langfristigen Entwicklungsprozess sieht, den er auch bei einem Ausscheiden fortführen will. Land, Kreis und Sparkasse wollten diesen Nachfolgeprozess unterstützen.

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