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Welche Läden haben auf- und zugemacht?

2020 wurden in der Region Zittau Eröffnungen gefeiert, Schließungen bedauert - im Handel wie in der Wirtschaft. Manches Ende kam überraschend.

Vier Beispiele aus Zittau: Der Schuhhof und die Modeboutique haben geschlossen, ein Getränkemarkt und Yakuza-Laden eröffnet.
Vier Beispiele aus Zittau: Der Schuhhof und die Modeboutique haben geschlossen, ein Getränkemarkt und Yakuza-Laden eröffnet. © Matthias Weber/Rafael Sampedro

Momentan ist vieles geschlossen: Geschäfte, Gaststätten, Sporteinrichtungen, Museen, Theater oder Kinos. Bei den meisten handelt es sich um eine Schließung auf Zeit - nach dem Ende des Corona-Lockdowns werden sie wieder Kunden, Gäste und Besucher begrüßen. Der eine oder andere Betrieb bleibt aber für immer zu.

Zu ihnen gehört der "Schuhhof" am Rathausplatz. Im November zog sich der Schuhhändler aus Zittau zurück. Zwar war das Augsburger Unternehmen seit Langem in wirtschaftlichen Schwierigkeiten - 2012 wurden nach der damaligen Insolvenz viele Filialen geschlossen - das Ende des Zittauer "Schuhhofs" kam nun aber aus heiterem Himmel. Mit dem Vermieter war zuvor noch über eine Verlängerung des Mietvertrages gesprochen worden, als unerwartet die Kündigung ins Haus flatterte. Auch die Mitarbeiter wurden von dem Schritt überrascht. Seit 1992 existierte die Zittauer Filiale.

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Der letzte Verkaufstag im Zittauer "Schuhhof" war der 21. November.
Der letzte Verkaufstag im Zittauer "Schuhhof" war der 21. November. © Matthias Weber

Auch an der Bautzner Straße in Zittau endete 2020 eine lange Handelstradition: der "Lederladen" hatte am 21. November für immer seine Türen geschlossen. Den Lederwarenbetrieb gab es bereits seit 1843, also seit 177 Jahren. Es handelte sich um das älteste noch bestehende Geschäft in Zittau. Joseph Herrgesell hatte den Betrieb gegründet. Die letzte Inhaberin Petra Lozowik gab den "Lederladen" aus Altersgründen auf. Bis 65 wollte sie im Laden stehen - und diese Altersgrenze hat sie nun erreicht. Schon wenige Tage nach der Schließung des Geschäftes war der Schriftzug "Der Lederladen" von der Hausfassade verschwunden.

Auch den "Lederladen" in der Bautzner Straße gibt es nicht mehr.
Auch den "Lederladen" in der Bautzner Straße gibt es nicht mehr. © Archivfoto: Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Auch in Hirschfelde gab es Veränderungen im Handel. 2020 gaben Angelika und Sigmar Nixdorf ihren Fahrrad-Laden an der Zittauer Straße, den sie 30 Jahren betrieben, auf. Gleich nach der Wende übernahmen sie den traditionsreichen Hirschfelder Eisenwarenladen. Mit Mitte 60 wollen sie nun das Rentnerleben genießen. Ein Nachfolger für den Laden mit seinem Sammelsurium an Werkzeugen, Farben, Nägeln, Schrauben, Sägeblättern, Gartengeräten, Eisenwaren, Lottoannahme, Paketshop und natürlich Fahrrädern fand sich nicht.

Angelika und Sigmar Nixdorf vor ihrem Geschäft in Hirschfelde.
Angelika und Sigmar Nixdorf vor ihrem Geschäft in Hirschfelde. © Archivfoto: Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Zum Jahresende hat Frank Fetzko seinen "Lebens-Mittel-Punkt" in Oybin geschlossen. Mit seinem Tante-Emma-Laden wollte er Einwohner und Touristen mit Waren des täglichen Bedarfs versorgen. Gut ist das Lebensmittelgeschäft seit der Eröffnung vor zwei Jahren nie gelaufen. Frank Fetzko zog deshalb nun die Reißleine. Einige Monate zuvor gaben ihm Vertreter der Industrie- und Handelskammer und des Handelsverbandes auf Initiative der Sächsischen Zeitung noch Tipps, was er im Laden verbessern kann. Geholfen hat es nicht, die Umsätze blieben gering. Auch der vorherige Betreiber hatte das kleine Lebensmittelgeschäft in Oybin aufgegeben, weil es sich nicht gerechnet hat.

Auch Neueröffnungen

Im Handel gab es 2020 aber nicht nur Schließungen. Im Frühjahr eröffnete an der Max-Müller-Straße auf dem Gelände des Recyclinghofs Gubisch in Zittau ein "GetränkeLAND"-Markt. Einige Monate zuvor hatte der vorherige Getränkehandel dicht gemacht. Krisztin Ban war bei dem Zittauer Getränkehändler angestellt und kam nach dessen Rückzug auf die Idee, einen eigenen Markt zu eröffnen.

In Ostsachsen sowie im Süden Brandenburgs gibt es über 40 "GetränkeLAND"-Märkte. Dahinter steht die Firma Getränke Mayer, die ihren Sitz vor den Toren von Bautzen hat und einer der größten Getränkegroßhändler Sachsens ist. Einige der "GetränkeLAND"-Fachmärkte werden gemeinsam mit selbstständigen Partnern im Franchisesystem betrieben. Krisztin Ban wählte diese Möglichkeit. Sie orientiert sich am Grundsortiment von Mayer, bietet aber auch weitere Produkte an.

Neues GetränkeLAND Zittau - Krisztin Ban. Foto: Rafael Sampedro.
Neues GetränkeLAND Zittau - Krisztin Ban. Foto: Rafael Sampedro. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

2020 gab es noch weitere Neueröffnungen - so das "Antiklädchen" auf dem Rathausplatz und der Second-Hand-Shop für Kindermode und Kindersachen auf der Bautzner Straße. Nach zuletzt mehreren Schließungen von Modeläden eröffnete Michaela Koch am Markt den "Yakuza-Store". In dem neuen Geschäft gibt es Produkte des Bautzener Modelabels Yakuza. Es handelt sich um Klamotten, die sportlich ausschauen, aber provozieren mit martialischen Aufdrucken wie Totenköpfen oder Waffen. Die Yakuza-Mode ist nicht nur deshalb umstritten. Sie wird gern von Rechtsextremen getragen, so auch beim Neonazi-Treffen in Ostritz.

Am Zittauer Markt wird seit einigen Monaten Yakuza-Mode verkauft.
Am Zittauer Markt wird seit einigen Monaten Yakuza-Mode verkauft. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Hotels schließen - Hotels öffnen

Gleich zwei Hotels machten 2020 in Lückendorf dicht. Zum 31. Oktober schloss Carla Liebisch das Alte Kurhaus aus persönlichen Gründen. Sie hatte das Vier-Sterne-Hotel erst 2011 eröffnet. Das Ende kam nun durchaus überraschend. Ebenfalls zu ist das Hotel Hochwaldblick. Bereits am Jahresanfang kündigte Inhaber Andreas Räpke an, sein Hotel schließen und verkaufen zu wollen.

Dass die Hotelbetten in der Zittauer Region deshalb knapp werden, muss aber keiner befürchten. In diesem Jahr ist die Eröffnung von zwei neuen Hotels in Zittau geplant. In der ehemaligen Kaufhalle Mitte entsteht derzeit das "Stadthotel König Albert" und das historische Gebäude Markt 9 wird momentan ebenfalls zur Herberge umgebaut.

Eine Ära endete in Schlegel: das Spartenheim ist zu. Dort traf sich auch der Schlegler Ortschaftsrat regelmäßig zu seinen Sitzungen. Die Stadt Zittau hat das Gebäude ausgeschrieben und laut Ortsbürgermeister Frank Sieber (CDU) Interessenten gefunden, die in den Räumlichkeiten wieder eine Gaststätte eröffnen wollen.

Auch schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft

Schlechte Nachrichten gab es 2020 ebenso aus der Wirtschaft: MS Powertec im Gewerbegebiet in der Weinau stellte Ende des Jahres seinen Betrieb ein. Der Automobil-Zulieferer hatte schon zuvor einen Großteil der ehemals gut 150 Mitarbeiter entlassen. Zuletzt waren in dem Betrieb noch rund 60 Mitarbeiter beschäftigt. Die Stilllegung kam plötzlich und sorgte für viel Unverständnis, vor allem auch wegen der Art und Weise, wie die Mitarbeiter vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

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