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Was hilft gegen die unsichtbare Gefahr?

Die Werte für das krebsverursachende Radon sind in 17 Schulen und Kitas im Kreis Görlitz zu hoch. Am Zittauer Gymnasium gibt's nun eine Lösung dafür.

Auch in einigen Kellerräumen des Zittauer Christian-Weise-Gymnasiums wurden zu hohe Radon-Werte gemessen.
Auch in einigen Kellerräumen des Zittauer Christian-Weise-Gymnasiums wurden zu hohe Radon-Werte gemessen. ©  Matthias Weber (Archiv)

Dieses Ergebnis hat aufhorchen lassen: In 43 Schul- und Kita-Gebäuden im Kreis Görlitz hatte der Freistaat in jüngster Zeit die Konzentration des Edelgases Radon in der Raumluft messen lassen - in 17 Gebäuden überschritten die Messwerte teilweise deutlich den von Experten empfohlenen Grenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter, darunter in sieben Gebäuden sogar um das Doppelte bis Dreifache.

Radon, das beim radioaktiven Zerfall von Uran in Böden und Gesteinen entsteht, ist unsichtbar, geruchs- und geschmacklos - und es ist natürlicherweise überall, erklärt Karin Bernhardt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Die Konzentration ist regional aber sehr unterschiedlich. Im Kreis Görlitz werden die höchsten Werte im Süden zwischen Seifhennersdorf und Zittau gemessen.

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Die Gefahr ist unsichtbar. Das Edelgas, das sich in höherer Konzentration vor allem in schlecht belüfteten Kellerräumen von Gebäuden sammeln kann, kann Studien zufolge Krebs verursachen. Mehrere Studien legen vor allem einen Zusammenhang mit Lungenkrebs nahe. Demnach ist Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs - noch weit vor Asbest und Dieselruß.

© SZ-Grafik: Gert Schulze

Der Freistaat Sachsen hat deshalb ein umfangreiches Messprogramm aufgelegt, das allen Schul- und Bildungsträgern kostenlose Messungen in den Gebäuden anbietet. Im Kreis Görlitz ist das bisher an 43 Standorten erfolgt. Eine hohe Überschreitung des Richtwerts wurde unter anderem in einzelnen Räumen der Kreismusikschule, der Volkshochschule und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Löbau gemessen, im Volkshochschul-Gebäude in Ebersbach und im Keller des Zittauer Christian-Weise Gymnasiums. Die Messungen fanden hier bereits 2019 statt.

In den betroffenen Einrichtungen hat man auch schon reagiert. Im Zittauer Christian-Weise-Gymnasium beispielsweise sind die Räume renoviert worden. Und sie werden jetzt nach einem extra aufgestellten Lüftungskonzept regelmäßig gelüftet. "Wir haben vorigen Sommer bei einer zweiten Messung festgestellt, dass die Belastung beim Lüften deutlich gesunken ist", sagt Schulleiter Ingo Elmenthaler.

Gespannt sei man gewesen, wie sich die Werte über den Winter entwickeln, wenn das Lüften nicht mehr uneingeschränkt möglich ist, erzählt der Schulleiter. Aber wegen des Corona-Lockdown habe die Wintermessung nicht stattfinden können. "Wir wollen das im kommenden Winter nachholen - und danach entscheiden, ob weitere Maßnahmen notwendig sind."

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