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Seifhennersdorfer machen ihrem Ärger Luft

Die Behelfsstraße an der Warnsdorfer sorgt weiter für Unruhe. Die Stadträte haben der Bürgermeisterin nun ein Zeitlimit gesetzt.

Er gehört zu den unzufriedenen Bürgern in Seifhennersdorf. Direkt vor dem Haus von Hans-Jürgen Müller steht eine Straßensperre. Die Warnsdorfer Straße ist wegen einer Unterspülung dicht.
Er gehört zu den unzufriedenen Bürgern in Seifhennersdorf. Direkt vor dem Haus von Hans-Jürgen Müller steht eine Straßensperre. Die Warnsdorfer Straße ist wegen einer Unterspülung dicht. © Matthias Weber/photoweber.de

Ihren Ärger machten am Donnerstag zahlreiche Seifhennersdorfer Anwohner der Warnsdorfer Straße Luft. Erst vor wenigen Tagen hatte es wegen der dortigen Vollsperrung und der unbefriedigenden Umfahrungslösung eine Einwohnerversammlung gegeben. Doch was dabei rauskam, genügt den Anwohnern nicht.

Sie wollen endlich wissen, wann das Problem gelöst wird. 2020 gab es an der Warnsdorfer Straße eine Unterspülung. Die Straße brach an einer Stelle ein, wurde gesperrt und das Problem behoben. Das dachten Stadt und Anwohner zumindest. Doch dann war in diesem Frühjahr die Fahrbahn erneut unterspült. Die Straße ist wieder gesperrt und eine Behelfsumfahrung soll den Straßenverkehr umleiten. Seit Mitte Mai geht das so.

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Die Warnsdorfer Straße ist die einzige Zufahrt zum Seifhennersdorfer Pflegestift. Auch deswegen muss hier schnell etwas passieren. Aus Sicht der Anwohner aber ebenso aus anderen Gründen. Denn die Behelfsstraße verdient den Namen Straße nicht. Bei Trockenheit wird diese zu einer Staubpiste, die alle anliegenden Grundstücke mit Dreck einhüllt. Gemütlich mal einen Kaffee auf der Terrasse zu trinken, ist für die Anwohner kaum möglich.

Gleich mehrere Bürger werfen der Stadtverwaltung vor, die Zeit seit Mai verschlafen zu haben. "Es ist nicht so, dass wir kein Geld haben. Aber es wird nicht reichen", sagte Bürgermeisterin Karin Berndt (UBS). Aber eigentlich sei die Stadt nicht Schuld an den Havarien. Denn inzwischen gibt es zwei Gutachten, die belegen sollen, dass die Spülbohrungen, die die Telekom in Auftrag gab, die Ursache für die Straßenunterspülungen sind. "Doch das Unternehmen hat sich dazu nicht bekannt", sagte Karin Berndt. Ein Rechtsstreit könnte sich ewig hinziehen und damit sei den Anwohnern nicht geholfen.

Um wenigstens nicht mehr dieser Staubbelästigung ausgesetzt zu sein, schlug ein Seifhennersdorfer vor, die Behelfsstraße mit Recycling-Material zu asphaltieren. Damit konnte sich Karin Berndt aber nicht anfreunden. "Das macht es noch teurer", sagte sie. Einige Bürger schlugen auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung vor. Aktuell sind auf der Behelfsstraße 50 km/h erlaubt. Trotz der provisorischen und ausgefahrenen Straße würden viele Leute hier viel zu schnell fahren.

Etwa zwei Stunden zog sich bei der Ratssitzung allein der Tagesordnungspunkt Bürgerfragestunde hin. Die Anwohner sind danach, wie schon bei der Einwohnerversammlung, enttäuscht und verärgert nach Hause gegangen, obwohl es noch in zwei weiteren Tagesordnungspunkten erneut um die Straße ging.

Was sie nicht wissen konnten, auch die Stadträte diskutierten anschließend intensiv über das Thema. Und weil alle Fraktionen eine schnelle Lösung im Sinne der Anwohner wollen, nahmen sie sich mitten in der Sitzung eine lange Auszeit.

Denn einen Grundsatzbeschluss, der Warnsdorfer Straße oberste Priorität einzuräumen, konnten viele Räte mitgehen, nicht aber, die Bürgermeisterin zu ermächtigen, für bis zu 20.000 Euro die Befahrbarkeit der Warnsdorfer Straße herzustellen.

Nach der Auszeit stellte Enrico Großer (UBS) überraschend im Namen aller Fraktionen einen Änderungsantrag. Dem haben alle Stadträte und die Bürgermeisterin zugestimmt.

Im Auftrag der Stadträte soll die Bürgermeisterin nun einen Auftrag für eine gedeckte und tragfähige Befahrung der Umgehung der voll gesperrten Warnsdorfer Straße bis zum 13. August 2021 auslösen. Bis zu 15.000 Euro kann das kosten. Ist das in dieser Zeit nicht möglich, wird der Stadtrat einberufen. Außerdem soll es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h geben.

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