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282 Fahrzeuge bei Anti-Corona-Autokorsos

Vier Protestfahrten waren am 1. Mai von Dresden, Bautzen, Kamenz und Görlitz nach Großschönau gestartet. So viele wie noch nie.

Für vier Autokorsos gegen die Corona-Maßnahmen war Großschönau heute das Ziel. Insgesamt 282 Autos kamen an. Zahlreiche Bürger standen auch an der Straße.
Für vier Autokorsos gegen die Corona-Maßnahmen war Großschönau heute das Ziel. Insgesamt 282 Autos kamen an. Zahlreiche Bürger standen auch an der Straße. © Matthias Weber/photoweber.de

Bis auf den letzten möglichen Parkplatz gefüllt, war am 1. Mai der große Parkplatz am Kux in Großschönau, wo sonst das Grußschinner Schiss'n stattfindet. "Wir hatten hier heute so viele Fahrzeuge und Teilnehmer wie noch nie", schildert der Polizeiführer des Einsatzes, Dirk Linczmajer. Insgesamt 282 Fahrzeuge mit 488 Teilnehmern kamen in Großschönau an. Dennoch waren es weniger als erwartet, weil mit bis zu 700 Teilnehmern gerechnet wurde.

Gleich vier Autokorsos hatten sich heute auf den Weg nach Großschönau gemacht. Eigentlich sind es fünf gewesen, aber die von Bautzen und Sebnitz hatten sich zusammengetan, fügt er hinzu. Hauptorganisator Frank Liske traf mit dem Autokorso aus Görlitz als erster in Großschönau ein. Mit 118 Fahrzeugen und 198 Teilnehmern war es zugleich auch der größte Konvoi der vier Protestfahrten.

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Er wies die Fahrer an, ihre Autos möglichst dicht aneinander zu parken, damit auch alle auf den Parkplatz draufpassen. Denn eigentlich sollten in den Vorgesprächen nur 200 Autos genehmigt werden. Dann wurde die Anzahl aber noch auf 300 erhöht, schildert er.

Dicht aneinandergereiht standen die 282 Autos auf dem Parkplatz am Kux in Großschönau.
Dicht aneinandergereiht standen die 282 Autos auf dem Parkplatz am Kux in Großschönau. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Polizei hatte reichlich zu tun, weil viele Bürger anfangs keine Mund-Nasen-Maske trugen. Einige hatten aber auch ein Attest dabei.
Die Polizei hatte reichlich zu tun, weil viele Bürger anfangs keine Mund-Nasen-Maske trugen. Einige hatten aber auch ein Attest dabei. © Matthias Weber/photoweber.de
Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (links) wollte sich ein Bild vom Geschehen machen. Hier ist er im Gespräch mit dem Leiter des Ordnungs- und Straßenverkehrsamtes vom Landratsamt in Görlitz, Falk Werner Orgus. Frank Peuker hat ein Attest für eine Maskenbefreiung, schildert er.
Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (links) wollte sich ein Bild vom Geschehen machen. Hier ist er im Gespräch mit dem Leiter des Ordnungs- und Straßenverkehrsamtes vom Landratsamt in Görlitz, Falk Werner Orgus. Frank Peuker hat ein Attest für eine Maskenbefreiung, schildert er. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Polizei war wieder mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Die Polizei war wieder mit einem Großaufgebot im Einsatz. © Matthias Weber/photoweber.de
Viele Bürger winkten den ankommenden Autokorsos zu.
Viele Bürger winkten den ankommenden Autokorsos zu. © Matthias Weber/photoweber.de
Einer der vier Autokorsos am 1. Mai aus Dresden, Görlitz, Bautzen und Kamenz in Großschönau.
Einer der vier Autokorsos am 1. Mai aus Dresden, Görlitz, Bautzen und Kamenz in Großschönau. © Matthias Weber/photoweber.de

Gegen 16.45 Uhr traf dann der letzte Autokorso aus Bautzen und Sebnitz ein. Zu ihm gehörten 83 Fahrzeuge mit 160 Teilnehmern. Bereits vorher waren die Autokorsos aus Dresden mit 66 Autos und 102 Teilnehmern sowie 15 Fahrzeugen aus Kamenz mit 28 Teilnehmern angekommen. Sie wollten alle für "Freiheit, Grundrechte, Frieden und gegen Dauerlockdown, Impfpflicht und Politfaschismus" demonstrieren. Auch die Anzahl der Bürger aus Großschönau und der Umgebung war bei der bis 18 Uhr andauernden Veranstaltung deutlich höher, als bei den vorangegangenen Kundgebungen in Großschönau.

Zudem traten mehr Redner ans Mikrofon. Mit dabei war auch Puppenspieler Lutz Männel, der auf seine Weise mit "Horst und Berta" demonstrierte. Unter den Anwesenden war ebenso Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (parteilos). "Ich will mir selbst ein Bild von der Situation machen", sagt er.

Die Polizei ist wie immer mit einem hohen Aufgebot am Parkplatz Kux in Großschönau im Einsatz gewesen, aber auch im Ortsteil Waltersdorf. Denn Großschönau wird von den Autokorsos deswegen als Zielort gewählt, weil Sachsens Ministerpräsident in Waltersdorf einen Zweitwohnsitz hat.

Und diesmal steuerten auch einige Fahrer nach dem Ende der Veranstaltung Waltersdorf an. "15 Fahrzeuge der Veranstaltung sind am Zweitwohnsitz des Ministerpräsidenten vorbeigefahren", berichtet der Polizeiführer des Einsatzes, Dirk Linczmajer. Es gab aber keine besonderen Vorkommnisse.

Wie auch sonst bei der Protestveranstaltung alles friedlich blieb. Die Polizei kontrollierte von Beginn an das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung.

Weil sie keine trugen und auch keine Masken dabei hatten, erstatteten die Beamten gegen zehn Personen eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Eine Person weigerte sich zudem eine Maske aufzusetzen. Und bei einer Person wurde ein falsches Attest gleich eingezogen. Hier folgt nun eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung, berichtet Dirk Linczmajer.

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