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Sybille karrt das edle Zittauer durchs Land

Ein Phänomen-Oldtimer soll in Polen und Deutschland für die Bier-Tradition werben. Er wird bis 2021 restauriert. Und auch in der ehemaligen Zittauer Brauerei parken.

Symbolischer Anstoß mit alten Zittauer Bierflaschen - die Führungsspitze des sächsisch-polnischen- Projektes Anna Pyzik, Peter Hoyer, Susanne Wolf und Agnieszka Kolaszt-Zdzienicka (von links).
Symbolischer Anstoß mit alten Zittauer Bierflaschen - die Führungsspitze des sächsisch-polnischen- Projektes Anna Pyzik, Peter Hoyer, Susanne Wolf und Agnieszka Kolaszt-Zdzienicka (von links). © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Sybille wird´s richten. Sybille ist ein alter Phänomen aus Zittaus altehrwürdiger Lastkraftwagenproduktion, der gerade wieder flott gemacht wird. Er liefert zwar kein Bier mehr aus, aber er wirbt für die Braukunst, die es in der deutsch-polnischen Grenzregion einst gab.

Zittauer Pilsner gab es auch mit Schnappverschlüssen.
Zittauer Pilsner gab es auch mit Schnappverschlüssen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

In puncto Bier bleiben die Polen den Zittauern nicht viel schuldig. Dort wird zwar noch nicht so viel Bier wie in Deutschland gebraut, dennoch ist Polen mittlerweile zum drittgrößten Bierproduzenten in Europa geworden. Und auch beim Verbrauch gehören die Polen mittlerweile zu den Spitzenkonsumenten. Nach Deutschland, Österreich und Tschechien wird in Europa nirgendwo mehr Bier getrunken, wie in Polen. Darüber informierte kürzlich der Prokurist der Landskron Brauerei Görlitz, Gerd Lesky, im Traumpalast Mittelherwigsdorf auf einer Konferenz zum Thema Braukunst innerhalb eines Polen-Sachsen-Projektes.

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Mit diesem Projekt sollen auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze an Zeiten und jeweils einen Ort erinnert werden, als Brautraditionen in Zittau und Kowary - dem einstigen Schmiedeberg in Niederschlesien - noch lebendig waren.

Auf deutscher Seite will "Zeitsprung", eine gemeinnützige GmbH in Zittau, die alte Brauerei der Stadt erhalten und wieder öffentlich zugänglich machen - zumindest erst einmal die Keller. Außerdem ist vorgesehen, in einem Teil der Villa eine ständige Ausstellung zur Zittauer Brauerei einzurichten. Und das schon im nächsten Jahr.

"Männerherzen stehen auf Autos und Bier"

Und mit "Sybille" soll künftig in beiden Ländern über die traditionsreiche Braukunst in Zittau und Kowary informiert werden. Der Oldtimer-Lkw wird künftig zu verschiedenen Anlässen und Veranstaltungen fahren und soll dort das Interesse für ihr Werk und der Brautradition hierzulande wecken, schildert Susanne Wolf von Zeitsprung. "Wir bauen darauf, dass Männerherzen auf Autos und Bier stehen", sagt sie.

Während auf deutscher Seite noch viel zu tun ist, um die Pläne bis September 2021 umzusetzen, sind die polnischen Partner schon ziemlich weit. Allerdings ist der Aufwand dort auch nicht so hoch, weil die alte Brauereri in Kowary nicht mehr steht.

In Kowary wird ein kleines Brauerei-Museum eingerichtet, das über die einstige Schmiedeberger Braukunst informiert. Geplant sind auch Ausstellungen zum Bierbrauen. Und im Ort soll eine Quelle wieder hergerichtet werden, von der eine Sage behauptet, dass von ihrem Wasser das beste Bier in der Stadt gebraut wurde. Ein etwa 100 Jahre alter Frosch an der Quelle, aus dem das Wasser sprudelt, wurde bereits wieder neu gebaut.

Wegen Corona ist das EU-Projekt um drei Monate bis September 2021 verlängert worden.

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