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Mitten in Corona-Zeiten Cafeteria eröffnet

René Seidel ist Bäcker aus Leidenschaft und hat mit seinem Café an der B96 in Neusalza-Spremberg noch viel vor.

René Seidel hat an der B96 in Neusalza-Spremberg eine neue Cafeteria eröffnet.
René Seidel hat an der B96 in Neusalza-Spremberg eine neue Cafeteria eröffnet. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Eröffnung seiner Cafeteria hat sich René Seidel etwas anders vorgestellt. Aber wer hat schon mit Corona oder Lockdowns geplant. "Zur alten Näherei" nennt er seine Cafeteria in der Zittauer Straße 25. Sie liegt direkt an der B96. Mit dem Namen erinnert er an das Modegeschäft, dass vorher in dem Gebäude war.

Etwa 90.000 Euro hat er in die Inneneinrichtung investiert. Und auch von seinem Vermieter wurde viel Geld in den Ladenumbau gesteckt. Aus dem großen Verkaufsraum ist eine Cafeteria entstanden, die neben der Verkaufstheke für die Backwaren und dem Eisstand noch 35 Sitzplätze bietet. Auch eine große Küche gibt es hier nun. Dazu mussten Zwischenwände eingezogen und vieles andere umgebaut werden.

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Die neu eröffnete Cafeteria an der B96 in Neusalza-Spremberg.
Die neu eröffnete Cafeteria an der B96 in Neusalza-Spremberg. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

"Den Café-Bereich musste ich leider absperren. Cafés dürfen ja im Augenblick nicht öffnen", erzählt René Seidel. Seit dem 7. Dezember ist der Bereich nun schon ungenutzt. An dem Tag hat der Walddorfer, der jetzt in Neu-Friedersdorf wohnt, seine Cafeteria aufgemacht. Trotzdem zieht der 39-Jährige nach einem Monat ein gutes Fazit. Denn die frisch gebackenen Semmeln, Brote, Kuchen und Torten kommen bei den Kunden gut an.

René Seidel ist Bäcker aus Leidenschaft. Der Vater dreier Kinder leitet die Backstube in der "Berndt Bäckerei" in Eibau. Zwölf Jahre arbeitet er hier schon und möchte sie später gern mal übernehmen. Die meiste Zeit ist er dort auch in der Backstube zu finden. Für die Cafeteria hat er zwei Mitarbeiter und eine Teilzeitbeschäftigte eingestellt. "Ich wollte schon jetzt etwas Eigenes haben", sagt er. Und davon kann ihn selbst Corona nicht abbringen. "Ich wollte aber auch wenigstens ein paar Arbeitsplätze erhalten", fügt er hinzu.

Der Kleckskuchen ist der große Renner

Denn bis Ende November hat er noch mit fünf Mitarbeitern die Cafeteria im Obi-Markt in Ebersbach betrieben. Immerhin sieben Jahre lang. "Die Lage hier an der B96 ist ideal. Und in Neusalza-Spremberg gibt es sonst keine Cafeteria", begründet der Bäcker, warum er gerade dieses Gebäude für sich ausgewählt hat. Nur wenige Meter entfernt befindet sich zudem ein Pflegeheim. Von den Bewohnern weiß er, dass sie gern zu ihm kommen. Wenn das natürlich wieder möglich ist.

"Alles, was es bei uns gibt, ist selbst gemacht", sagt er. Die Backwaren kommen aus der Bäckerei in Eibau. Der Kleckskuchen ist der große Renner im Moment. Einiges von den Semmeln und Kuchen wird auch nur als Teig beziehungsweise vorbereitet geliefert und dann direkt in der Cafeteria gebacken. "Wir haben schon viele Stammkunden, einige kommen sogar fast täglich", erzählt Verkäuferin Beate Weichbrodt. Und auch das tägliche Mittagsangebot wird hier im Haus frisch zubereitet.

Hier muss René Seidel hierbei wegen der Corona-Maßnahmen - der nur einen Außer-Haus-Verkauf ermöglicht - aber noch auf Sparflamme hantieren. Später will er noch eine Köchin einstellen und täglich neue Gerichte anbieten. Im Moment gibt es mit Schnitzel und wechselnden Salaten sowie einem Nudelgericht und einem Imbissangebot nur eine begrenzte Auswahl an Speisen. "Aber auch das läuft schon gut", berichtet die Verkäuferin.

Eine große Terrasse wird noch angelegt

"In der Cafeteria im Obi-Markt habe ich Lehrgeld bezahlt. Hier habe ich viel mehr Platz und endlich eine große Küche", sagt er. In den neuen Standort an der B96 sind zudem zwei Gäste-Toiletten und ein Personalraum eingebaut worden. Neben den großen Fenstern zur Hauptstraße gibt es jetzt auch ein großes Fenster zur Parkplatzseite hin. Hier wurde außerdem noch eine zweite Tür eingebaut.

Denn René Seidel will um das Gebäude herum eine große Terrasse mit etwa 24 Sitzplätzen anlegen. "Parkplätze sind trotzdem noch genügend da", schildert er. Mit der Terrassentür ist die Cafeteria rollstuhlgerecht. Irgendwann nach Corona hofft er auch, das Familien- oder andere Feiern bei ihm gebucht werden. Dafür gibt es nämlich noch einen separaten Raum mit etwa 30 Sitzplätzen. Möglich wäre aber ebenso eine andere Nutzung. "Vielleicht wird es auch ein Kinder-Tobe-Raum", sagt er. Da lässt er die endgültige Nutzung offen.

Sein Konzept geht jedenfalls gut auf. "An Brot und Semmeln verkaufe ich hier mehr als das dreifache am Tag, als vorher am alten Standort", verrät er. Im Sommer gibt es bei ihm auch italienisches Eis und einen Softeis-Automaten stellt er auf.

René Seidel und das Team der Berndt-Bäckerei in Eibau experimentieren auch gern mal. Zu den zwölf Brotsorten kommt so in dieser Woche eine neue hinzu. Das dunkle Schrotbrot wird mit selbst gemahlenen Roggen-Vollkorn-Mehl gebacken und hat einen relativ hohen Schrotanteil, schildert er.

"Wir mahlen einige Mehlsorten in der Bäckerei selber. Ansonsten kommt unser Mehl aber aus der Berthold-Mühle in Oderwitz", berichtet René Seidel. Und die Kunden honorieren auch, dass es bei ihm selbst am Sonntag frische Brötchen gibt. Die Cafeteria hat von Montag bis Sonnabend von 6 bis 18 Uhr und am Sonntag von 6 bis 10.30 Uhr geöffnet. Nach den Corona-Beschränkungen will er am Sonntag noch von 14 bis 17 Uhr die Cafeteria öffnen. Bis dahin sind aber nur der Verkauf der Bäckerei-Waren und die Außer-Haus-Gerichte möglich.

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