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Corona: Osterreiten in Ostritz ist genehmigt

Die jahrhundertealte Prozession wird Sonntag doch unterwegs sein. Allerdings anders als in den Vorjahren. Und mit einer großen Bitte an potenzielle Zuschauer.

In den vergangenen Jahren war das Kloster St. Marienthal immer eine Station der Ostritzer Saatreiter. Ob dies auch 2021 so sein wird, ist noch offen.
In den vergangenen Jahren war das Kloster St. Marienthal immer eine Station der Ostritzer Saatreiter. Ob dies auch 2021 so sein wird, ist noch offen. © Jens Trenkler (Archiv)

Das traditionsreiche Osterreiten in Ostritz wird in diesem Jahr stattfinden. Darauf haben sich Vertreter der Osterreiter-Gemeinschaft am Dienstag bei einem Treffen mit Mitarbeitern des Gesundheitsamtes verständigt. Pressesprecherin Susanne Lehmann bestätigt, dass der Landkreis Görlitz die Prozession am Ostersonntag genehmigen wird.

Es gehe darum, dass die Teilnehmer ihre Religionsfreiheit ausüben können. Seit fast 400 Jahren sind die in Frack und Zylinder gekleideten Reiter auf festlich herausgeputzten Pferden rund um Ostritz unterwegs, um die christliche Osterbotschaft zu verkünden und um gutes Wachstum der Saat auf den Feldern zu bitten. Im Vorjahr musste die Prozession aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen.

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In diesem Jahr wollten die Osterreiter einen erneuten Ausfall verhindern. Sie haben eigene Hygiene- und Stallkonzepte erarbeitet. Sobald die Reiter vom Pferd absteigen, müssen sie sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten. Dazu gehört auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Außerdem müssen sich die Reiter am Vorabend der Prozession testen. Die Tests wird das Landratsamt zur Verfügung stellen, erklärt Osterreiter Steffen Blaschke. Sie sollen im Vorfeld an die einzelnen Ställe verteilt werden, so dass sichergestellt wird, dass sich auch auswärtige Reiter testen lassen können.

Osterreiter rechnen mit etwa 50 Teilnehmern

Steffen Blaschke rechnet damit, dass sich dieses Mal etwa 50 Reiter an der Prozession beteiligen werden. Das sind deutlich weniger als in den Vorjahren. In guten Jahren waren es zwischen 90 und 100 Saatreiter, manchmal sogar noch mehr. Einige Reiter seien selbst an Corona erkrankt oder in Quarantäne und könnten deshalb am Ostersonntag nicht dabei sein, sagt Blaschke. Es gebe aber auch Ställe, die aufgrund der Pandemie dieses Jahr keine Pferde zur Verfügung stellen wollen.

Welche Strecke die Reiter am Sonntag absolvieren, werde laut Blaschke noch festgelegt. Die Route soll aber nicht veröffentlicht werden, um Menschenansammlungen entlang der Strecke zu verhindern. In der Vergangenheit lockte das Osterreiten in Ostritz stets Tausende Schaulustige an. Vor allem im Kloster St. Marienthal standen die Zuschauer dicht an dicht, um den Reiterzug zu verfolgen.

Diesmal bitten die Osterreiter alle darum, von einem Besuch der Prozession Abstand zu nehmen. "Sie helfen uns mehr im Gebet, als dass sie an der Strecke stehen", meint Steffen Blaschke. Es könne natürlich nicht verhindert werden, wenn Anwohner von ihrem Grundstück aus den Osterreitern zuschauen. Aber Tagestouristen sollten nach Möglichkeit einen Bogen um Ostritz machen, so die Bitte der Reiter.

Ziel: Keine Infektionen beim Osterreiten

Ziel sei, dass sich niemand beim Osterreiten mit dem Virus anstecke. Das sei nur zu erreichen, wenn Kontakte vermieden werden, meint Blaschke. Dass sich die Reiter während der Prozession untereinander anstecken könnten, glaubt er nicht. Die Abstände seien so groß, dass Ansteckungen nahezu ausgeschlossen seien.

Die Osterreiter aus dem Bautzner Raum wollen auf Nummer sicher gehen und sich einige Tage nach der Prozession noch mal testen. Ob auch die Ostritzer Reiter einen zweiten Test machen, werde laut Blaschke noch geklärt.

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