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160 Fahrzeuge bei Anti-Corona-Autokorsos

Zwei Protestfahrten waren von Bautzen und Görlitz nach Großschönau gestartet. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen.

Der erste Autokorso traf am Sonntag von Görlitz aus gegen 11.45 Uhr in Großschönau ein.
Der erste Autokorso traf am Sonntag von Görlitz aus gegen 11.45 Uhr in Großschönau ein. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die ersten Neugierigen hatte es am Sonntag schon gegen 11.15 Uhr zum großen Parkplatz am Kux in Großschönau, gleich neben dem Textil-Unternehmen Damino gezogen. Die Polizeipräsenz am Platz, wo sonst das Grußschinner Schiss'n stattfindet, war nicht zu übersehen. In 16 Polizeifahrzeugen warteten die Einsatzkräfte auf zwei Autokorsos. Die waren am Morgen in Bautzen und Görlitz gestartet und wollten sich in Großschönau zu einer abschließenden Kundgebung treffen. Die Corona-Protest-Aktionen sind unter dem Thema: "Für die Bewahrung der freiheitlichen Grundrechte - gegen Impfplicht und Dauer-Lockdown" beziehungsweise "Freiheitliche Grundrechte beachten - gegen Impfpflicht und Polit-Faschismus" angemeldet. Die Polizei rechnete mit einem großen Autokonvoi.

Polizisten achten auf dem Kundgebungsplatz in Großschönau darauf, dass die Fahrer beim Aussteigen eine Mund-Nasen-Maske tragen.
Polizisten achten auf dem Kundgebungsplatz in Großschönau darauf, dass die Fahrer beim Aussteigen eine Mund-Nasen-Maske tragen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Mit einem Großaufgebot war die Polizei im Einsatz.
Mit einem Großaufgebot war die Polizei im Einsatz. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Dicht gedrängt standen die etwa 160 Fahrzeuge der zwei Autokorsos in Großschönau.
Dicht gedrängt standen die etwa 160 Fahrzeuge der zwei Autokorsos in Großschönau. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Viele Leute aus Großschönau und der Umgebung verfolgten auch neben dem Kundgebungsplatz von der Wiese aus die Protest-Aktion.
Viele Leute aus Großschönau und der Umgebung verfolgten auch neben dem Kundgebungsplatz von der Wiese aus die Protest-Aktion. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

11.30 Uhr mussten die Organisatoren einen Soundcheck durchführen. "Alles in Ordnung", sagte der Polizeiführer des Einsatzes Dirk Linczmajer. Als Spitzenwert sind 80 Dezibel gemessen worden. Ein Lärmpegel von 85 Dezibel ist erlaubt. Kurz darauf trifft um 11.55 Uhr der erste Autokorso aus Görlitz am zugewiesenen Platz in Großschönau ein.

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Denn ursprünglich wollten die Organisatoren bis nach Waltersdorf fahren, wo Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) seinen Zweitwohnsitz hat. Doch das ist mit Begründung auf das Recht der Privatsphäre und zum Schutz seiner Familie verwehrt worden.

Um 12.08 traf dann der zweite Autokorso aus Bautzen ein. Etwa 200 Fahrzeuge passen auf den Platz", berichtet der Amtsleiter des Ordnungs- und Straßenverkehrsamtes vom Landratsamt, Falk Werner Orgus. Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos auf dem Platz. Ordner weisen sie ein. Über Lautsprecher erinnern die Organisatoren daran, beim Aussteigen die Mund-Nase-Masken zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten.

Polizisten gehen durch die Reihen und achten auch darauf. Mehrere Redner treten ans Mikrofon. Einer machte deutlich, dass sie nicht das Corona-Virus leugnen. Alle aber halten die Masken für sinnlos und sprechen sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen aus. Das ist auch mit Sprüchen und Fahnen an vielen Autos zu sehen.

Waltersdorf war nicht abgeriegelt

Nur wenige Kilometer entfernt, stehen im Ortsteil Waltersdorf an mehreren Straßen ebenfalls Polizeifahrzeuge. Die Beamten darin achten ganz genau auf den Fahrzeugverkehr. Es gibt keine Straßensperre. Die Autokorsos sind zwar über Waltersdorf nach Großschönau gefahren, wurden aber an der Kirche gleich nach rechts nach Großschönau geleitet, so wie die Tour vorab genehmigt war. Zu den Auflagen der Protestaktion gehörte auch, dass die Teilnehmer die vorgegebene Strecke nicht verlassen dürfen.

Und wie die Polizei später bestätigte, hielten sich alle Fahrer im Autokorso daran. Gegen 13 Uhr war dann auch die Kundgebung beendet. Auf 380 Personen schätzt die Polizei die Teilnehmerzahl in den Fahrzeugen. Am Wiesenhang und am Weg neben dem Versammlungsplatz standen etwa weitere 100 Leute aus der Umgebung. Einige hatten Transparente dabei.

Allein auf dem Kundgebungsplatz ist die Polizei nach eigenen Angaben mit etwa 50 Mann im Einsatz gewesen. "Es gab keine besonderen Vorkommnisse", sagt Torsten Jahn, der ebenfalls zur Einsatzleitung der Polizei vor Ort gehörte. Lediglich zwei Bußgelder mussten wegen des Nichtragens von Masken verhängt werden. Da eine Person sich weigerte, eine aufzusetzen, bekam sie einen Platzverweis, der befolgt wurde, schilderte Torsten Jahn.

Zumindest bis 13.45 Uhr hatte auch auf der Heimfahrt von den Protestlern niemand versucht, in Waltersdorf sich dem Wohnhaus des Ministerpräsidenten zu nähern. Die SZ testete selber die Fahrt durch den Gebirgsort nach der Kundgebung. Sie war ungehindert möglich. Vor Ort ist aber genügend Polizei gewesen, die sicherlich bei einem Halt vor dem Wohnhaus von Michael Kretschmer aktiv geworden wäre.

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