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Das Dorfgemeinschaftshaus wird zu teuer

Die Gemeinde Leutersdorf muss umplanen. Damit fällt es auch als Veranstaltungsort für die Ortsjubiläen 2022 aus. Aber dafür gibt es andere Vorschläge.

Von Holger Gutte
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Hier am Feldrand gegenüber der Landfleischerei Herzog in Spitzkunnersdorf wird das neue Veranstaltungs- und Vereinshaus der Gemeinde Leutersdorf gebaut.
Hier am Feldrand gegenüber der Landfleischerei Herzog in Spitzkunnersdorf wird das neue Veranstaltungs- und Vereinshaus der Gemeinde Leutersdorf gebaut. ©  Matthias Weber (SZ-Archiv)

Eigentlich hatte sich das Leutersdorfs Bürgermeister Bruno Scholze (CDU) so schön gedacht. Im nächsten Jahr feiert die Gemeinde gleich drei Jubiläen. Die beiden Ortsteile Leutersdorf und Spitzkunnersdorf sind gleich alt und wurden vor 675 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Außerdem besteht die Gemeindeehe zwischen beiden Ortsteilen dann 25 Jahre. Pünktlich zu den Feierlichkeiten Ende Juni/Anfang Juli 2022 sollte deshalb der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses fertig sein und eingeweiht werden.

Doch daraus wird nichts. Die Bauarbeiten haben nicht einmal angefangen. Können sie auch nicht. Denn noch gibt es für das Millionen-Projekt keinen Bauplan, der umzusetzen geht. Dabei ist der Neubau schon seit Monaten immer mal wieder Thema im Gemeinderat gewesen. Zudem gab es bereits mehrere Gesprächsrunden mit dem Planungsbüro. Statt wie ursprünglich geplant, Anfang November den ersten Spatenstich zu vollziehen, steht die Gemeinde nun vor einem Neuanfang des Projektes.

Die Ausschreibung für die Planung des Vereinshauses führte zu keiner Vergabe, sodass die Ausschreibung mittlerweile wieder aufgehoben wurde. Die Gemeinde begründet das damit, dass die Planungs- und Baukosten derzeit nicht abschätzbar sind und die im Vorfeld durch die Gemeinde geschätzten Kosten und Risikoansätze deutlich übersteigen.

"Eine Vergabe der Bauplanung ist für uns aus wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar gewesen", berichtete Bürgermeister Bruno Scholze (CDU). Einstimmig haben die Gemeinderäte deshalb jetzt auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, die Planungsleistungen neu auszuschreiben. Dabei soll bei möglichen Änderungen darauf geachtet werden, dass sie für mehr Budgetsicherheit sorgen.

Das Dorfgemeinschaftshaus soll direkt an der Grenze der beiden Ortsteile Spitzkunnersdorf und Leutersdorf - auf dem Grundstück gegenüber der Landfleischerei Herzog - in Spitzkunnersdorf entstehen. "Ob es mal Veranstaltungs-, Vereins- oder Dorfgemeinschaftshaus heißen wird, ist dabei völlig egal", sagt der Bürgermeister. Es soll für die Vereine und Bürger im Ort da sein. Fest steht bereits, dass ins Gebäude der Kunnerschdurfer Karnevalsclub (KKC) einzieht.

Die Gemeinde hatte bei dem Neubau auf Geld aus dem Fördertopf der Kohle-Million gehofft. Doch auch daraus wird nichts. Also muss das Projekt etwas abgespeckt werden. "Fallen gelassen, wird es auf keinen Fall. Aber wir können uns auch nicht ein Wunschschloss hinsetzen", sagt Bruno Scholze.

Schätzungsweise 2,2 Millionen Euro könnte es aber trotzdem kosten - wenn da auch schon die Außenanlagen mit dabei sind. Das künftige Leutersdorfer Veranstaltungs- und Vereinshaus wird eingeschossig. In ihm soll es einen Festsaal geben, der knapp 200 Personen Platz bietet. Der Saal wird dreimal teilbar und fünf Meter hoch sein. Das Gebäude soll zudem Platz für eine Bühne, Vorbühne, Umkleideräume, Garderoben, ein Büro sowie eine Essensausgabe, eine Bar und Sanitäreinrichtungen bieten.

Drei Vorschläge fürs Fest

Weil das Dorfgemeinschaftshaus nun nicht zu den Ortsjubiläen fertig wird, hat der Bürgermeister bereits drei andere Orte für ein dreitägiges Fest ins Spiel gebracht. Möglich wäre ein großes Festzelt auf dem Sportplatz in Spitzkunnersdorf aufzubauen. Es könnte aber ebenso bei der Vermögensgemeinschaft eine große Halle genutzt werden oder von dem Agrarunternehmen eine große Halle neben der ehemaligen Wefa.