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Dr. Varga eröffnet neues Ärztehaus

Das neue Versorgungszentrum in Seifhennersdorf ermöglicht nun mehr Behandlungsmöglichkeiten - beispielsweise gegen Hautkrebs.

Ende der Woche waren noch einige Baufirmen und Handwerker mit den letzten Arbeiten beschäftigt. Aber Dr. Katarina Varga wird am 5. Juli das Medizinische Versorgungszentrum Varga (MVZ) in der Nordstraße 4 in Seifhennersdorf eröffnen.
Ende der Woche waren noch einige Baufirmen und Handwerker mit den letzten Arbeiten beschäftigt. Aber Dr. Katarina Varga wird am 5. Juli das Medizinische Versorgungszentrum Varga (MVZ) in der Nordstraße 4 in Seifhennersdorf eröffnen. © Matthias Weber/photoweber.de

Noch ist nicht alles komplett fertig. Aber Dr. Katarina Varga will die Eröffnung ihres neuen Medizinischen Versorgungszentrums Varga (MVZ) in der Nordstraße 4 in Seifhennersdorf nicht noch einmal verschieben. "Wir ziehen das jetzt durch", sagt die Fachärztin für Innere Medizin. Die ganze Woche hat sie bereits ihr bisheriges MVZ in der Otto-Simm-Straße wegen des Umzuges geschlossen. Sie will mit ihrem Team endlich wieder für die Patienten da sein.

"Am 5. Juli wird das neue MVZ eröffnet", sagt sie. Hier ist jetzt alles viel größer und Platz für die Pläne, die sie hat. Statt des mittlerweile viel zu eng gewordenen Wartezimmers mit den etwa 15 Plätzen gibt es im neuen MVZ zwei Wartezimmer mit insgesamt 44 Stühlen. Das Medizinische Versorgungszentrum Varga verfügt nun über zwei Labore, zwei Funktionszimmer für EKG und dergleichen, vier Arzt - und mehrere Behandlungszimmer sowie zehn Toiletten. Das MVZ wird zudem behindertengerecht sein. Die Einrichtung ist es schon. Nur am Eingang fehlt dafür noch die geplante Rampe. Sie wird in den nächsten Tagen gebaut.

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"Jeder, der schon mal ein Haus gebaut hat, weiß, wie schwer es ist, einen Zeitplan einzuhalten", sagt Katarina Varga. Und in Zeiten von Corona sei es nicht leichter. Trotzdem ärgert es sie, dass einiges nicht pünktlich geliefert worden war und auch einige Baufirmen den Zeitplan nicht einhalten konnten.

Aber daran hat sie sich fast schon gewöhnt. Rückschläge hat sie bei ihrem Projekt von Anfang an überstehen müssen. Ursprünglich wollte die Ärztin das ehemalige Seifhennersdorfer Ambulatorium als MVZ ausbauen. Im November 2017 hatte sie sich schon für die Zwangsversteigerung für das Objekt angemeldet. Doch mit dem Schweizer Alteigentümer kam es nicht dazu.

Dann reiften die Pläne für den jetzigen Neubau. Der sollte eigentlich schon 2019 fertig sein. Doch seither gab es viele Verzögerungen - bedingt durch einen Architektenwechsel und durch Corona. Die tschechische Baufirma durfte mit ihren Mitarbeitern lange Zeit nicht einreisen. Dann gab es immer wieder mal Lieferschwierigkeiten beim Baumaterial. Jüngstes Beispiel sind die 44 Stühle für die zwei Wartezimmer. Die wurden erst am 1. Juli geliefert. Da wollte Katarina Varga eigentlich das MVZ eröffnen.

Jetzt hofft sie, dass die Außenanlagen so schnell wie möglich fertig werden. "Ich bin froh, dass meine Mitarbeiter und die Patienten so mitgezogen haben. Denn die Übergangsphase war nicht leicht", sagt sie. Zu Katarina Vargas Team im MVZ gehören insgesamt vier Ärzte, zwölf Schwestern sowie technisches Personal wie Hausmeister und Sekretärinnen. Der Hauptstandort des MVZ ist in Seifhennersdorf, wo auch die beiden Ärzte Katerina Nyklova und Aleksander Gerlich praktizieren.

Ab 1. Juli wird auch die Urologie wieder eröffnet

Hinzu kommt die Außenstelle des MVZ in Großschönau mit Fachärztin Dr. Pavla Hladka und seit diesem Monat die Urologie ihres Ex-Mannes in Hoyerswerda. Jan Varga hatte diese aufgegeben. "Viele Leute haben mich gefragt, warum ich die geschlossene Praxis übernommen habe. Aber ich hafte für die Kredite dort", erklärt sie. Also übernahm sie am 1. Juli die Praxis und hat dafür auch bereits mit Krsteski Rashko einen Urologen eingestellt, der viele Jahre in Bautzen und Cottbus gearbeitet hat. Zusammen mit zwei Schwestern führt er dort nun die Urologie. Die kassenärztliche Vereinigung fand das eine gute Lösung.

Dr. Katarina Varga möchte das MVZ in Seifhennersdorf gern zu einer Ausbildungsstätte für junge Ärzte machen. Und sie will hier die Behandlungsmöglichkeiten erweitern. Schon jetzt hat sie an Forschungsprojekten für Herz- und Lungenerkrankungen teilgenommen. Das möchte sie nun auf Psoriasis - die Schuppenflechte - erweitern. Auch deswegen werden noch zwei Krankenschwestern eingestellt.

Aber nicht nur das gehört zu ihren Plänen am neuen Standort. "Zunehmend leiden heute immer mehr Menschen an Basaliom- und Melanome-Erkrankungen. Die beiden bösartigen Krebserkrankungen der Haut ziehen sich durch alle Altersgruppen. Und das stelle ich auch bei meinen Patienten fest", schildert die Fachärztin für Innere Medizin.

Basaliom ist auch als weißer Hautkrebs bekannt. Melanome wird schwarzer Hautkrebs genannt und ist ein ausgesprochen bösartiger Hauttumor. Er gilt als die gefährlichste Form aller Hautkrebserkrankungen, weil er bei jedem fünften Betroffenen zu Tochtergeschwulsten führen kann. Um beide Erkrankungen besser diagnostizieren zu können, will Katarina Varga in ein Hautcheck-Gerät investieren und den dermatologischen Bereich im neuen MVZ ausbauen. Hierfür arbeitet sie bereits mit einer Leipziger Hautklinik eng zusammen.

Und sie hofft auch, dass das nach Corona mit dem geplanten Shuttle-Verkehr von Leutersdorf zum MVZ nach Seifhennersdorf funktioniert. Bisher sind die Leute selbst gekommen oder wir haben unsere Hausbesucher verstärkt", sagt sie. Aber immer mehr Leute nehmen inzwischen seit der Schließung der Praxis in Leutersdorf den vier Kilometer langen Weg ins MVZ in Kauf und verbinden den Arztbesuch mit Einkaufsfahrten, schildert die Ärztin. Weil viele Leute dort noch anrufen, hat sie die Telefonnummer der ehemaligen Leutersdorfer Praxis mit übernommen.

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Im Hinterkopf plant Katarina Varga bereits die nächsten zwei Baumaßnahmen. Die Außenstelle in Großschönau soll ausgebaut werden. Und auch ihr bisheriges MVZ in der Otto-Simm-Straße in Seifhennersdorf wird nicht leer stehen. Hier will sie eine Wohnung für ihre Eltern einrichten.

"Meine Kinder und ich fühlen uns wohl hier. Die ländliche Gegend gefällt uns. Eine Großstadt wäre nichts für uns. Wir lieben das Grüne, die Natur", sagt sie. Vor nun schon knapp zehn Jahren hatte sie ihre Praxis in Seifhennersdorf eröffnet.

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