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Wie es mit der Eishalle weitergehen soll

Geschäftsführer Maik Tempel hört auf. Nach 20 Jahren sei es in Jonsdorf Zeit für "frischen Wind", findet die Bürgermeisterin. Aber wohin soll der wehen?

Die Eiszeit in diesem Jahr endete schnell, Maik Tempels Zeit als Geschäftsführer endet jetzt nach 20 Jahren.
Die Eiszeit in diesem Jahr endete schnell, Maik Tempels Zeit als Geschäftsführer endet jetzt nach 20 Jahren. © Rafael Sampedro/SZ-Montage

Die Pressemitteilung aus dem Jonsdorfer Gemeindeamt kommt dann doch ziemlich überraschend: Maik Tempel, seit fast 20 Jahren Geschäftsführer der Jonsdorfer Kur- und Tourismus-Gesellschaft (KuT) und ihrem wichtigsten Geschäftsfeld, der Eisarena, nimmt zum Jahresende seinen Hut. Oder muss er ihn nehmen?

Ganz klar ist das nach außen hin nicht. Sowohl Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel (Freie Wähler) als auch Tempel selbst betonen, man trenne sich "im gegenseitigen Einvernehmen". Der Geschäftsführer suche nach 20 Jahren auf dem Posten nach einer neuen Herausforderung, die Kur- und Tourismus-Gesellschaft nach "strategischer und marketingtechnischer" Neuorientierung.

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Hinter den Kulissen wird offenbar schon länger über die Personalie des Geschäftsführers diskutiert. Ein Teil der Aufsichtsräte der KuT und auch ein Teil der Jonsdorfer Gemeinderäte hätten einen Wechsel gefordert, bestätigt die Bürgermeisterin. Sie selbst aber stellte sich öffentlich bis dato immer hinter Maik Tempel. "Er leistet eine sehr gute Arbeit", sagt sie noch wenige Tage vor der Vertragsauflösung. "Hut ab, wie er es geschafft hat, die drohende Insolvenz abzuwenden", sagt sie wenige Tage danach.

Zur KuT gehören neben der Eishalle auch die Jonsdorfer Touristinformation, das Gebirgsbad, die Parkanlagen und die Waldbühne. Letztere hat wie die Eisarena ebenfalls einen enormen Sanierungsbedarf. "In ähnlicher Größenordnung", sagt die Bürgermeisterin. Im vergangenen Sommer stand die GmbH vor dem drohenden Problem einer Überschuldung, weil die Einnahmen die laufenden Kosten nicht mehr decken können.

Das liege nicht an der Geschäftsführung, erklärte damals Gemeindekämmerer Frank Müller, sondern sei ein Grundproblem in der Finanzausstattung der Gesellschaft, die eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde ist. Der alleinige Gesellschafter aber war nicht mehr bereit, den finanziellen Zuschuss weiter zu erhöhen. Und will das auch in Zukunft nicht mehr. Stattdessen soll nun eine neue, große Lösung her, die vor allem die finanzielle Last der regional bedeutenden Eisarena künftig auch auf regionale Schultern verteilen soll.

Aber in den Gesprächen mit dem Landkreis, das muss die Bürgermeisterin zugeben, ist man noch nicht viel weiter. Angedacht war, einen Zweckverband aus Landkreis und mehreren Gemeinden zu gründen - ähnlich dem Zweckverband Allwetterbad für den Trixi-Park.

Geschäftsführerposten schon ausgeschrieben

Schneller geht es da beim Geschäftsführerwechsel. Kaum ist Tempels Vertragsauflösung unterschrieben, steht die neue Stellenausschreibung auch schon im Netz. Als Alleingeschäftsführer der KuT sucht die Gemeinde eine "unternehmerisch geprägte Führungspersönlichkeit". Als Arbeitsbeginn ist der 1. September vorgesehen - damit der alte Geschäftsführer den neuen noch einarbeiten kann. Maik Tempel hat sich dazu auch bereit erklärt. "In den 20 Jahren ist man ja auch mit der Arbeit verwachsen", sagt er. "Da hängt ja Herzblut dran." Schon deswegen sei ihm eine vernünftige Übergabe wichtig.

Der Neue soll "frischen Wind" nach Jonsdorf bringen, so wünscht es sich die Bürgermeisterin. In welche Richtung der Wind künftig wehen soll, und wie genau sie sich die "strategische und marketingtechnische" Neuausrichtung des Tourismus in Jonsdorf vorstellt, darüber spricht Kati Wenzel nur sehr vage: "Ein neuer Geschäftsführer sieht Dinge vielleicht anders", sagt sie. "Er braucht mehr Freiraum für Kreativität."

Es sei mittlerweile auch in Jonsdorf angekommen, dass man nicht nur das Vorhandene weiter verwalten, sondern "aktiver und weiträumiger" denken müsse. "Wir brauchen mehr Außenmarketing - auch in Richtung Tschechien", sagt die Bürgermeisterin. Was genau sie meint, steht womöglich auch schon in der Stellenausschreibung.

Von der neuen Führungspersönlichkeit wird nämlich explizit erwartet, dass sie "unbedingt mit den Mitgliedsgemeinden des Naturparks Zittauer Gebirge, der Touristischen Gebietsgemeinschaft Naturpark Zittauer Gebirge/Oberlausitz e. V. und weiteren Leistungsträgern der Tourismusbranche zusammenarbeiten" soll.

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