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Enkeltrick-Betrüger erbeuten 20.000 Euro

Die unbekannten Täter waren sachsenweit aktiv – darunter auch in Görlitz und Zittau. Ein Rentner wurde viel Geld los, ein anderer kam gerade noch davon.

Symbolbild
Symbolbild © Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Eine ganze Welle von sogenannten „Enkeltrick-Betrügereien“ erfasste am Dienstagnachmittag den Kreis. Bei einem Rentner in Görlitz waren die Täter erfolgreich – bei 28 weiteren Versuchen scheiterten die Betrüger.

Überrumpelung und Hilfsbereitschaft – das ist die Methode, mit der die Enkeltrick-Betrüger seit Jahren arbeiten. Ein Anruf der klassischen Abzock-Masche erreichte einen 81-Jährigen am Dienstagnachmittag in Görlitz. Der unbekannte Anrufer gab sich als dessen Enkel aus und gab vor, dringend 20.000 Euro für den Kauf eines Autos zu benötigen – ganz schnell, weil so ein Schnäppchen nicht wiederkomme. Da wollte der „Opa“ natürlich aushelfen. Der Mann hob die geforderte Summe bei seiner Bank ab. Dann erhielt er noch mal einen Anruf von seinem "Enkel", der ihm mitteilte, dass er das Geld nicht selbst abholen könne, sondern einen Freund schicke. Und so übergab der Rentner das viele Geld an einen ihm völlig Unbekannten.

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In allen anderen am Dienstag bekannt gewordenen Fällen arbeiteten die Betrüger nach Angaben der Polizei mit einer anderen fingierten Geschichte. Der Anrufer gab sich als Staatsanwalt oder Polizist aus und erzählte, der Sohn des Angerufenen habe einen schweren Unfall verursacht – dabei sei ein Kind schwer verletzt worden, das nun im Koma liege. Dem Sohn drohe daher Untersuchungshaft. Um diese abzuwenden, solle der Angerufene eine Kaution zahlen – gefordert wurden zwischen 10.000 und 30.000 Euro.

In einem Fall hätten die Betrüger mit dieser Geschichte fast noch einmal reichlich Beute gemacht. „Ein 80-jähriger Görlitzer war schon auf dem Weg zur Bank“, informiert Polizeisprecher Kai Siebenäuger von der Polizeidirektion Görlitz. Auf dem Weg dorthin habe er jedoch gesundheitliche Probleme bekommen – möglicherweise wegen der mit dem Anruf verbundenen Aufregung. Weil der Rentner kurzzeitig ins Krankenhaus musste, konnte er das geforderte Geld nicht abheben und den Betrügern übergeben.

Nach Angaben des Polizeisprechers ereigneten sich am Dienstag sachsenweit solche Fälle, davon 29 im Bereich der Polizeidirektion Görlitz, zuständig für die Landkreise Görlitz und Bautzen. Demnach spielten sich drei Fälle im Bereich der Polizeiinspektion Zittau ab, 14 im Bereich der Inspektion Görlitz und zwölf im Bereich Bautzen. All diese Fälle wurden am Dienstag bekannt, weil Angehörige der Opfer die Polizei informierten. 

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