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AfD-Impfgegner bezeichnen sich als Auschwitz-Opfer

Bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Großschönau versammeln sich Gegner von Corona-Maßnahmen - mit Reichsflaggen und kruden Ansichten.

Impfgegner zeigen Reichsflaggen und sehen sich gleichzeitig als Nazi-Opfer.
Impfgegner zeigen Reichsflaggen und sehen sich gleichzeitig als Nazi-Opfer. © Matthias Weber/photoweber.de

Am Rande einer CDU-Wahlkampf-Veranstaltung mit Ministerpräsident Michael Kretschmer kam es am Sonnabend, 11. September, in Großschönau zu Protesten von Gegnern von Corona-Maßnahmen und Impfungen. Die Veranstaltung als solche blieb ungestört. Aber von der AfD mobilisierte Demonstranten verglichen sich bei der Protest-Aktion mit Opfern des massenhaften Mordes an Juden in der NS-Zeit.

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Der CDU-Bundestagskandidat Florian Oest hatte am Sonnabend zu einem Grillabend in das Gut Großschönau neben der dortigen Gemeindeverwaltung eingeladen. Als Gast hatte sich auch Ministerpräsident Michael Kretschmer angekündigt. Eine Gruppe von Zittauer Corona-Protestlern nahm diesen Umstand zum Anlass, dort ihren Unmut gegen die Politik kundzutun. "Eine Frau Figula hat eine Versammlung angemeldet", hieß es dazu von der Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz auf SZ-Anfrage. Nähere Angaben zur Person der Anmelderin machte die Polizei nicht. Möglicherweise steht diese Frau in Zusammenhang mit dem Zittauer AfD-Stadtrat Frank Figula.

"Ihr seid alle dran!"

Der Ministerpräsident gelangte gegen 17.45 Uhr völlig unbehelligt von Demonstranten auf das Gelände des ehemaligen Ritterguts. Wenige Minuten später formierte sich aber eine Gruppe von etwa 30 Personen auf der Hauptstraße in Großschönau gegenüber der Zufahrt. Mehrere Flaggen in den Farben des ehemaligen Deutschen Reichs waren dabei. Diese Flaggen sind nicht verboten, doch waren ihre Farben auch unter Hitler die offiziellen Farben des Nazi-Reichs. "Eigentlich war die Versammlung als ortsfest auf den Platz hinter der Gemeindeverwaltung beschränkt", erklärte ein Pressesprecher der Polizei. Dieser Platz liegt sogar noch näher am Rittergut. Jedoch schritt die Polizei gegen den eigentlich ungenehmigten Protest an der Hauptstraße nicht ein.

Auch auf dem eigentlich angemeldeten Versammlungsgelände hatten sich rund 30 Demonstranten versammelt. Eine Dame forderte mit einem AfD-Plakat "Finger weg von unseren Kindern" - dem Motiv nach ging es darum um einen Protest gegen die Impfung Minderjähriger. Ein Mann rief dem SZ-Reporter von dem Gelände aus zu: "Sie können dem Ministerpräsidenten bestellen, dass wir das hier ernst meinen. Wir sind hier nicht in Auschwitz!" Auf die Frage des Reporters, was diese Veranstaltung mit Auschwitz zu tun haben solle, antwortete der Mann: "Da wollen die uns Ungeimpfte ja alle hinschicken!"

Diese Protestler gerierten sich als Auschwitz-Opfer.
Diese Protestler gerierten sich als Auschwitz-Opfer. © Markus van Appeldorn

Eine andere Teilnehmerin der Protestaktion an der Straße ging Polizisten an, die die Wahlkampfveranstaltung schützten. Ausgerüstet mit einem Transparent mit der Aufschrift "Massenmord" und "Völkermord" sagte sie den Beamten: "Ihr seid alle dran. Das wisst Ihr. Und darauf freuen wir uns schon."

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