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Leutersdorf ersteigert Güterbahnhof

Die Gemeinde wollte nicht schon wieder - wie beim Bahnhofsgebäude - verlieren und bot kräftig mit. Doch was hat sie damit vor?

Von Holger Gutte
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Ein Blick auf Leutersdorf. Bei einer Versteigerung hat die Gemeinde jetzt für den Güterbahnhof im Ort mitgeboten und wollte nicht schon wieder verlieren.
Ein Blick auf Leutersdorf. Bei einer Versteigerung hat die Gemeinde jetzt für den Güterbahnhof im Ort mitgeboten und wollte nicht schon wieder verlieren. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Was der Gemeinde Leutersdorf beim Bahnhofsgebäude nicht gelungen ist, klappte jetzt beim Güterbahnhof. Am Dienstag kam der Güterbahnhof samt seines über 9.000 Quadratmeter großen Geländes bei einem Auktionshaus in Dresden unter den Hammer.

Das Mindestgebot stand bei 5.000 Euro. Bürgermeister Bruno Scholze (CDU) bot für die Gemeinde mit. Die Gemeinderäte hatten ihn dazu einstimmig auf ihrer jüngsten Sitzung ermächtigt. Wegen der Corona-Maßnahmen wurde telefonisch geboten. Für jeden Bieter gab es einen Ansprechpartner vor Ort, berichtet der Bürgermeister.

Neben der Gemeinde gab es noch mehrere Mitbieter. "Geboten wurde in 500-Euro-Schritten. Als wir dann bei 14.000 Euro waren und ich auf 15.000 Euro erhöhte, ging zum Glück niemand mehr mit", sagt Bruno Scholze.

Für 15.000 Euro gehört der Güterbahnhof in Leutersdorf nun der Gemeinde. Das gesamte Gelände ist gepflastert. Auf ihm stehen Gebäude und eine Doppelgarage. Letztere ist vermietet. "Und daran soll sich auch nichts ändern", sagt der Bürgermeister. Den Platz will die Gemeinde als Lagerfläche nutzen und bietet sie dafür bei Bedarf auch Unternehmen im Ort an.

Vor über zehn Jahren hatte Bruno Scholze bei der Versteigerung des Bahnhofsgebäudes nicht so viel Glück. "Wir hatten damals bis 2.500 Euro mitgeboten. Leider hat dann für nur 250 Euro mehr ein anderer Bieter den Zuschlag erhalten", erinnert er sich.

Bedauerlich ist das vor allem auch, weil seither mit dem Bahnhofsgebäude nichts passierte. Derjenige, der das höchste Gebot abgegeben hatte, bot der Gemeinde sogar später das Gebäude zum Kauf an. "Er wollte aber fast das Zehnfache haben, für dass er das Bahnhofsgebäude ersteigert hatte. Da haben wir natürlich nicht mitgemacht", berichtet Bruno Scholze.