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Leutersdorf geht Risiko für Hochwasserschutz ein

Im Ortsteil Spitzkunnersdorf gibt es zwei Löschwasserteiche, die Leutersdorf dringend braucht. Die sind preiswert, aber instabil - und stehen zum Verkauf.

Nach starken Niederschlägen im Juli half das Technische Hilfswerk der Spitzkunnersdorfer Feuerwehr beim Abpumpen der Wefa-Teiche, um einen möglichen Dammbruch zu verhindern. Die für das Löschwasser benötigten Teiche stehen jetzt zum Verkauf.
Nach starken Niederschlägen im Juli half das Technische Hilfswerk der Spitzkunnersdorfer Feuerwehr beim Abpumpen der Wefa-Teiche, um einen möglichen Dammbruch zu verhindern. Die für das Löschwasser benötigten Teiche stehen jetzt zum Verkauf. © privat

Keine leichte Entscheidung hatten Leutersdorfs Gemeinderäte auf ihrer Sitzung am Montagabend zu fällen. Soll die Gemeinde von ihrem Vorkaufsrecht von den beiden Teichen der ehemaligen Wefa-Fabrik im Ortsteil Spitzkunnersdorf Gebrauch machen? Mitte Juli drohte von ihnen aus nach starken Niederschlägen eine Überschwemmung von Grundstücken in Spitzkunnersdorf. Um einen möglichen Dammbruch zu verhindern, rückten damals Feuerwehr und das Technische Hilfswerk aus, um den Wasserspiegel der Teiche zu senken.

Jetzt stehen die beiden Teiche zum Verkauf. Der große Teich hat ein Wasservolumen von ungefähr 4.500 Kubikmeter und der kleinere etwa 3.000 Kubikmeter. Die Teiche werden dringend als Löschwasser für Spitzkunnersdorf gebraucht. In dem Bereich gibt es sonst für die Feuerwehr keine andere Wasserentnahmestelle. "Wir brauchen die Teiche", sagte Spitzkunnersdorfs Ortswehrleiter Daniel Radisch.

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Wasser zum Löschen durfte die Feuerwehr bisher nur im Ernstfall, aber nicht bei Übungen verwenden. Um den Grundschutz im Ortsteil Spitzkunnersdorf für das Bereitstellen von Löschwasser zu gewährleisten, hatte die Gemeinde in der Vergangenheit mehrfach vergeblich versucht, mit dem Eigentümer - dem Anglerverband "Elbflorenz" Dresden - eine entsprechende Vereinbarung für die Wefa-Teiche abzuschließen, schilderte Bürgermeister Bruno Scholze (CDU). Er warb deshalb für den Kauf der Teiche. Notfalls wollte er sogar die Teiche als Privatperson für die Gemeinde kaufen.

Einige Gemeinderäte hatten aber auch Bedenken, wegen des Zustandes der Teiche. Jahrelang ist an ihnen nichts gemacht worden. Ihre Dämme sind löchrig, wie sich im Juli zeigte. Wahrscheinlich sind Nagetiere dafür die Ursache. Sollte die Gemeinde deshalb die Teiche kaufen, ohne zu wissen, was als Folgekosten auf sie zukommt?

Der Kaufpreis an sich ist nicht hoch. Aktuell liegt der Gemeinde ein Angebot zum Kauf des Flurstücks zum Preis von 3.377 Euro zuzüglich der Kaufnebenkosten vor.

Der Bürgermeister hält das Risiko für tragbar. Bruno Scholze erinnerte an den Großen Teich in Leutersdorf. Dort hatte die Gemeinde eine 25 Zentimeter dicke Stahlbetonwand in den Damm eingebaut und seitdem ist dieser dicht. Die Kosten dafür waren überschaubar, schildert er.

Der Verein Anglerverband "Elbflorenz" Dresden hatte die Teiche bisher an einen Anglerverein in Hainewalde verpachtet. Für Bruno Scholze ist es durchaus denkbar, dass das auch weiterhin so sein könnte. Allerdings würde bei einem Kauf durch die Gemeinde die Feuerwehr auch für Übungszwecke Löschwasser daraus entnehmen können. Letztendlich haben die Gemeinderäte dann doch dem Kauf geschlossen zugestimmt.

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