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Oderwitz organisiert Impfaktion

Jonsdorf zieht nächste Woche nach. Und vielleicht dürfen sogar bald Hausärzte impfen.

Schwester Renate von der Hausarztpraxis von Dr. Gottfried Hanzl koordinierte die Impfaktion.
Schwester Renate von der Hausarztpraxis von Dr. Gottfried Hanzl koordinierte die Impfaktion. © Matthias Weber/photoweber.de

30 Oderwitzer sind am Donnerstagnachmittag mit vier Bussen zum Impfzentrum nach Löbau gefahren worden. Da derzeit noch keine Gruppenanmeldung im Impfzentrum möglich ist, hat das Landratsamt sich um den Sammeltermin gekümmert. Bereits am vergangenen Freitag sind die Bürgermeister von Oderwitz und Jonsdorf gebeten worden, jeweils 30 Personen über 80 Jahre dafür zu finden und die Hin- und Rückfahrten zu organisieren. Es sei ein erster Versuch, um künftig die Impfung auch für Personen aus entfernteren Orten zu ermöglichen, heißt es vom Landkreis.

"Ich hatte mich noch am Freitag mit Dr. Gottfried Hanzl in Verbindung gesetzt, ob er das organisieren könnte", schildert der Oderwitzer Bürgermeister Cornelius Stempel (parteilos). Und der Oderwitzer Hausarzt ging gleich am Montag seine Patientenkarteien durch. "Der größte Teil meiner Patienten ist zwischen 75 und 95 Jahre alt. Und das, obwohl wir hier in der Praxis eine Kindersprechstunde haben", sagt er.

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Da waren 30 Impfwillige über 80 Jahre schnell gefunden. "Die meisten fanden es super. Von den ersten 30 Personen, die gefragt wurden, haben lediglich zwei abgelehnt", berichtet der Mediziner. Und für die war gleich Ersatz da. Mit jeweils zwei Kleinbussen aus der Arztpraxis von Dr. Hanzl und dem DRK wurden die Rentner zum Impfzentrum und wieder zurückgefahren. Ein paar Leute sind auch selber mit ihrem Auto hingefahren, so Gottfried Hanzl.

Der Hausarzt hätte locker wesentlich mehr Impfwillige in dem Alter finden können. Deshalb hofft er möglichst schnell selber impfen zu dürfen. Seine Praxis ist nämlich als Pilotpraxis dafür ausgewählt worden. Aber noch gibt es dafür kein Signal, wann er selber loslegen kann.

Das Landratsamt hatte für die Gruppenimpfung Oderwitz und Jonsdorf ausgewählt, weil in diesen beiden Gemeinden die meisten über 80-Jährigen im Landkreis Görlitz leben. Das wussten selbst die Bürgermeister der beiden Gemeinden nicht.

Impfwillige werden schnell gefunden

"Wir sind nächste Woche Donnerstag dran", sagt Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel (parteilos). Auch sie hat sich gleich an einen örtlichen Pflegedienst und einen Hausarzt gewandt. "Wir haben die 30 Personen fast zusammen. Auch, weil es sich schnell rumspricht", sagt sie. Und wenn es mehr werden, könnte man die Aktion ein oder zwei Wochen später wiederholen.

Unabhängig davon können Berechtigte über das Online-Terminvergabe-System oder die Hotline des Freistaates Sachsen (0800 0899 089) einen Impftermin buchen.

Im Landkreis Görlitz leben etwa 25.000 Einwohner, die älter als 80 Jahre sind. Davon wohnen 3.700 in einem Pflegeheim und haben bereits vor Ort ein Impfangebot erhalten. Die Übrigen leben im eigenen Haushalt, in einem betreuten Wohnen oder einer Einrichtung der Behindertenhilfe.

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