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Kann Jonsdorfs Eishalle gerettet werden?

Alle im Zittauer Gebirge sind sich einig: Die von der Insolvenz bedrohte Arena muss bleiben! Mitte Oktober wird wieder Eis gemacht. Aber wie geht es weiter?

Kann die Jonsdorfer Eishalle vor der drohenden Insolvenz gerettet werden?
Kann die Jonsdorfer Eishalle vor der drohenden Insolvenz gerettet werden? © Matthias Weber/photoweber.de

Jonsdorfs Bürgermeisterin lässt keinerlei Zweifel: "Diese Eiszeit findet definitiv statt!", kündigt sie an: "Ab dem 17. Oktober steht das Eis!" Kati Wenzel (Freie Wähler) sagt das mit fester Stimme. Sie weiß, dass das nur eine Rettung auf Zeit ist. Wie es nach der Eissaison in diesem Winter mit der Arena weitergeht, ist bisher offen.

Der gemeindeeigenen Kur- und Tourismus GmbH, zu der neben der Eisarena auch das Gebirgsbad, die Tourist-Information, die Waldbühne und der Kurpark gehören, droht die Insolvenz, wenn nicht mehr Geld als bisher in die Kassen kommt. 

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Das Geld für die Eishalle und deren Betrieb hat die Gemeinde Jonsdorf bisher allein aufgebracht: 246.000 Euro werden als Gesellschafteranteil für dieses Jahr gebraucht. Aber Frank Müller, der Kämmerer der Gebirgsgemeinden, hatte schon im Sommer unmissverständlich erklärt, dass die Kosten immer weiter steigen, und dass es der Gemeinde allein in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, den Finanzbedarf der GmbH aus eigener Kraft zu decken.

Zum laufenden Betrieb kommt auch noch ein millionenschwerer Investitionsstau. Die 25 Jahre alte Eishalle müsste dringend saniert werden. Inzwischen steht aber die Frage im Raum, ob sich eine Sanierung überhaupt noch lohnt. Ein Student der Hochschule Zittau/Görlitz arbeitet jetzt an einem Konzept zur Zukunft der Touristischen Einrichtungen insgesamt.

Aber zuerst einmal geht es um die aktuelle Finanzsituation. Seit dem Sommer versuchen die Bürgermeisterin und Geschäftsführer Maik Tempel alles, um einen Weg aus der finanziellen Schieflage zu finden. Kati Wenzel hat sich an die Amtskollegen der Nachbargemeinden gewandt: "Wir sind uns einig, dass die Eishalle bleiben muss", berichtet sie. "Alle wissen, dass die Arena eine touristische Einrichtung ist, die im ganzen Gebirge gebraucht wird."

Das bestätigt auch der Oybiner Gemeinderat Conrad Siebert. Er selbst hatte vor Kurzem sogar vorgeschlagen, in den Gebirgsorten eine Gästeabgabe einzuführen, die alle Betriebe zahlen sollten, die vom Tourismus leben oder in irgend einer Weise profitieren. Auch Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster (FDP) steht hinter einem gemeinsamen Projekt. Er schlägt den Bau einer neuen Halle vor.

Anfang Oktober hat Kati Wenzel zu diesem Thema einen Termin beim Landrat. Ebenso geht es derzeit darum, die Naturpark-Gemeinden insgesamt mit ins Boot zu holen. Auf welchem Weg die Zukunft der Eisarena gesichert werden kann, ist noch offen. Im Gespräch ist unter anderem auch die Gründung eines Zweckverbands.

Vorige Woche hat es in Jonsdorf eine nichtöffentliche Sitzung des Gemeinderats mit dem Geschäftsführer und Aufsichtsräten der Kur- und Tourismus GmbH gegeben. Beschlüsse wurden keine gefasst, erklärt die Bürgermeisterin im Nachhinein. Es habe einen "Ideenaustausch" zwischen Gemeinde- und Aufsichtsrat gegeben.

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