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Jonsdorf sucht Käufer für einen Skilift

Die Gemeinde bietet eine alte Liftanlage an. Ausdrücklich zählt laut Ausschreibung aber nicht das höchste Angebot. Was soll das denn?

Dieses Foto ist 15 Jahre alt: Bis 2012 war am Jonsberg im Kurort Jonsdorf im Winter ein einfacher Schlepplift in Betrieb.
Dieses Foto ist 15 Jahre alt: Bis 2012 war am Jonsberg im Kurort Jonsdorf im Winter ein einfacher Schlepplift in Betrieb. © SZ-Archivfoto/Jens Böhme

Die Ausschreibung im jüngsten Jonsdorfer Mitteilungsblatt liest sich einigermaßen merkwürdig: Die Gemeinde verkauft einen gebrauchten Schlepplift, Typ 05, Baujahr 2003, letzter Tüv 2012. Schriftliche Angebote mit einem verbindlichen Kaufpreis-Angebot nimmt die Gemeindeverwaltung bis Ende Mai entgegen.

Ausdrücklich aber wird in der Ausschreibung darauf hingewiesen, dass nicht derjenige den Zuschlag bekommen soll, der das höchste Preisangebot macht - sondern der, der den Jonsdorfern eine nachhaltige Nutzung anbieten kann. "Genau darum geht es uns", erklärt Bürgermeisterin Kati Wenzel (Freie Wähler).

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Die Schleppliftanlage, war mehrere Jahre am Jonsberg in Betrieb. Sobald genügend Schnee lag, wurde sie im Auftrag der Gemeinde aufgebaut und von Ehrenamtlichen betrieben. "Hier haben viele Kinder das Skifahren gelernt", sagt Kati Wenzel. "Auch die Schule und das Kinderhaus haben den Lift gerne für Sporttage genutzt."

Seit einigen Jahren aber ist die Anlage nun schon ungenutzt und in einer Scheune des Bauhofs eingelagert. "Wir sind als Gemeinde nicht in der Lage, uns um einen Liftbetrieb zu kümmern. Das ist ja auch gar nicht unsere Aufgabe", sagt die Bürgermeisterin. Aber einen Skiliftbetrieb in Jonsdorf, den hätte sie schon ganz gerne.

Und deswegen soll die Anlage, die derzeit nur Platz im Depot wegnimmt, jetzt wieder raus. "Unsere Idee ist es, dass eine Privatperson oder ein Verein den Lift im Winter wieder betreiben könnte - am Jonsberg oder anderswo", erklärt die Bürgermeisterin. Deswegen sei auch der Kaufpreis zweitrangig. "Ein nachhaltiges Nutzungskonzept ist uns da wichtiger", sagt Kati Wenzel. Jonsdorf sei schließlich ein anerkannter familienfreundlicher Ort. Dafür seien auch Wintersportmöglichkeiten wichtig - gerade auch nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Traumwinter.

Nach der Sommerpause, so ist jetzt der Plan, soll der Gemeinderat über die Angebote entscheiden, die für den Kauf des Skilifts abgegeben werden. Der große Wunsch der Bürgermeisterin ist es, dass es im nächsten Winter wieder so viel Schnee - und hoffentlich auch wieder einen kleinen Skilift gibt.

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