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Warum Eschen an der B99 gefällt wurden

In den Kemmlitzkurven bei Hirschfelde sind viele alte Bäume verschwunden. Auf Kritik daran reagiert das Landesstraßenamt so.

In den Kemmlitzkurven bei Hirschfelde wurden mehrere Eschen gefällt.
In den Kemmlitzkurven bei Hirschfelde wurden mehrere Eschen gefällt. © Matthias Weber/photoweber.de

Das kann man doch nicht machen! Mehrere dicht an dicht stehende, alte Bäume an der B99 in den Kemmlitzkurven bei Hirschfelde einfach ummachen. Findet zumindest ein SZ-Leser, dem die Fällungen vor einigen Tagen aufgefallen sind. Die Bäume haben seines Wissens nach schon viele Jahrzehnte dort gestanden. Die Baumfällungen bezeichnet er gar als Kettensägenmassaker.

Man kann, man muss sogar fällen, entgegnet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Die Fällungen waren laut Pressesprecherin Rosalie Stephan nötig, um die Verkehrssicherheit auf der Bundesstraße zu gewährleisten. Denn die gefällten Eschen waren vom Eschentriebsterben befallen. Diese schwere Baumkrankheit, die auch als Eschenwelke bekannt ist, führt über die Jahre hinweg zum vollständigen Absterben des Baumes. Verursacht wird sie durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz, der vermutlich mit importierten Eschenpflanzen nach Europa kam.

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Die kürzlich gefällten Bäume an den Kemmlitzkurven wiesen nach Aussage der Lasuv-Sprecherin bereits einen erheblichen Anteil an totem Holz auf.

In der Vergangenheit wurden an der B99 an anderer Stelle ebenfalls schon Bäume gefällt. Damals handelte es sich ebenso um Eschen sowie Kastanien. "Auch diese waren zum damaligen Zeitpunkt absterbend und wiesen einen entsprechend hohen Totholzanteil auf", teilt Frau Stephan mit.

Stadt Zittau informiert über Baumfällungen

Der Zittauer Stadtrat Matthias Böhm (CFG) hatte schon vor etlichen Jahren im Technischen und Vergabeausschuss beantragt, dass er und seine Stadtratskollegen im Herbst über geplante Baumfällungen in der Stadt informiert werden. Im November hatte die Stadtverwaltung über die geplanten Fällungen in der aktuellen Herbst-/Wintersaison berichtet. So werden von der Städtischen Dienstleistungsgesellschaft (SDG) 38 Bäume umgemacht - unter anderem eine Linde am Külzufer, ein Eschenahorn an der Albert-Schweitzer-Straße sowie sechs Ebereschen und drei Ahorns im Gewerbegebiet Weinau.

Neben den kommunalen Bäumen wurden auch 48 Bäume auf privaten Grundstücken gefällt. Da fehle aber eine Auflistung, bemängelt Stadtrat Böhm. Die Fällungen des Lasuv werden aber wohl dort nicht dabei sein, vermutet der Grünen-Politiker. Damit hat er vermutlich recht, denn für die Unterhaltung des besagten Baumbestandes ist der Landkreis Görlitz zuständig - und damit entscheidet er auch über notwendige Baumfällungen. Wenn der Baum krank war und aus diesem Grund gefällt wurde, müsse man das so akzeptieren, sagt Stadtrat Böhm.

Nachpflanzungen an mehreren Staatsstraßen

Um den Verlust von Baumfällungen auszugleichen, führt der Landkreis beziehungsweise in diesem Fall die Straßenmeisterei Zittau jährlich Nachpflanzungen durch. "Nachpflanzungen erfolgen dann an Stellen, welche sich aufgrund des Platzangebotes dafür eignen, also beispielsweise einen entsprechenden Sicherheitsabstand zur Straße aufweisen", erklärt die Lasuv-Sprecherin. So werde auch versucht, Lücken in bestehenden Alleen zu schließen.

Für das Frühjahr 2021 sei geplant, auf dem Gebiet der Straßenmeisterei Zittau über 230 Bäume in mehreren Bereichen der Staatsstraßen 128, 133, 135 und 136 nachzupflanzen, informiert Frau Stephan.

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