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Lückendorfer Kurhaus steht zum Verkauf

Das renommierte Vier-Sterne-Hotel im Zittauer Gebirge ist seit einem Dreivierteljahr geschlossen. Jetzt wird ein Käufer gesucht, der viel Geld mitbringt.

Das Alte Kurhaus in Lückendorf
ist seit dem vergangenen Herbst geschlossen. Die Immobilie soll verkauft werden.
Das Alte Kurhaus in Lückendorf ist seit dem vergangenen Herbst geschlossen. Die Immobilie soll verkauft werden. © Matthias Weber/photoweber.de

Dieses Anwesen hat Potenzial: "Wellnesshotel oder Seniorenresidenz im Zittauer Gebirge zu verkaufen", so steht es über dem Angebot eines der größten Maklerhäuser Europas: Keine geringere als die renommierte von Poll Immobilien-Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main hat das Alte Kurhaus in Lückendorf aktuell in ihrem Portfolio.

Das Vier-Sterne-Hotel, das bis dato als eines der besten in Oberlausitz bekannt war, ist seit einem Dreivierteljahr geschlossen - aus "persönlichen Gründen", wie Hotelchefin Carla Liebisch in einer Annonce in der Sächsischen Zeitung mitgeteilt hatte. Bereits Anfang voriges Jahr hatte sie den öffentlichen Restaurantbetrieb in ihrem Haus eingestellt.

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Zu den Gründen für ihren Rückzug will Carla Liebisch nichts sagen. Sie und ihr Mann hatten das 120 Jahre alte, denkmalgeschützte Haus 2006 gekauft und weit über eine Million Euro in die Sanierung und den Ausbau zu einer Wellnesspension investiert. 2011 konnten sie das Alte Kurhaus wiedereröffnen. Der Hotelbetrieb war seitdem immer gut gelaufen: Die Lage im Zittauer Gebirge und die edle Ausstattung hätten stets zur hohen Nachfrage und Auslastung geführt, heißt es im Exposé des Maklerhauses.

Der schlossartige Bau wird als hochwertig saniert beschrieben. Im Untergeschoss gibt es einen Wellnessbereich mit Ruheräumen, Sauna und einem Innenpool mit Gegenstromanlage. Zum Anwesen gehören 7.000 Quadratmeter Grundstück, zusätzlich stünden fast 13.000 Quadratmeter Grünfläche und Wald zur Verfügung. Die Makler empfehlen eine weitere Nutzung als Wellnesshotel. Gut eignen würde sich die Immobilie auch als Seniorenresidenz.

Der künftige Besitzer muss allerdings finanzkräftig sein: Der angegebene Kaufpreis liegt bei 950.000 Euro. Ob es bereits Interessenten oder gar Verhandlungen über einen Verkauf gibt, dazu wollen sich weder Carla Liebisch noch der mit dem Verkauf beauftragte Makler äußern. Oybins Bürgermeister Tobias Steiner (SPD) würde sich für das Haus auf jeden Fall wieder eine gastronomische und touristische Nutzung wünschen. "Wir würden als Gemeinde den oder die neuen Investoren dabei auch unterstützen", sagte er unlängst.

Anfang April letzten Jahres hatte es auf dem Gelände des Alten Kurhauses einen tragischen Brand gegeben. Bei Renovierungsarbeiten an einem zum Grundstück gehörenden historischen Wohnhaus war bei starkem Wind die Flamme eines Gasbrenners außer Kontrolle geraten. Das Haus brannte vollständig nieder. Die damals 79-jährige Mieterin verlor in den Flammen ihr gesamtes Hab und Gut.

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