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Nächste Runde im Ringraser-Prozess

Das Amtsgericht hatte zwei Fahrer wegen eines verbotenen Rennens verurteilt. Und es gab einen Freispruch, den die Staatsanwaltschaft nicht dulden will.

Der Prozess gegen drei Zittauer Ringraser geht in eine neue Runde.
Der Prozess gegen drei Zittauer Ringraser geht in eine neue Runde. ©  Matthias Weber (Archiv)

Für die drei jungen Männer, die jüngst in Zittau als Ringraser vor Gericht standen, heißt es nun: Neue Runde! Allerdings vorerst nicht auf dem Zittauer Stadtring, sondern vor dem Landgericht in Görlitz. Das Amtsgericht hatte zwei der Männer wegen eines verbotenen Rennens zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und den dritten, der bei dem Rennen Beifahrer in seinem eigenen Auto war, freigesprochen. Gegen diese Urteile sind nun sowohl die zwei Verurteilten, als auch die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen.

Die drei Männer waren am 18. Januar 2020 mit zwei PS-starken Audi A8 auf dem Stadtring unterwegs. Nach Überzeugung des Amtsgerichts starteten sie an der Ampel am Ottokarplatz ein Rennen bis kurz vor der Blitzanlage am Töpferberg. Eine Polizeistreife verfolgte sie dabei mit bis zu Tempo 120 - konnte aber nicht auf die beiden A8 aufschließen. Das Gericht sah es daher als erwiesen an, dass auch die zwei Raser mit mindestens dieser Geschwindigkeit unterwegs waren.

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Der Amtsrichter bezeichnete die beiden Fahrer als "potenzielle Mörder" und der Staatsanwalt warf ihnen vor, die Autos als "Waffe" benutzt zu haben. Mit dem Urteil nahm das Gericht auch einem der beiden Raser seinen Boliden ab. Der freigesprochene Besitzer des zweiten Audi durfte sein Fahrzeug behalten.

Staatsanwalt will auch Beifahrer bestraft sehen

Die Staatsanwaltschaft ist nun unter anderem gegen diesen Freispruch des dritten Mannes in Berufung gegangen. Die Anklage betrachtet den Mann als Beihelfer. Der Mann hat zurzeit keine Fahrerlaubnis und stellte seinem Kumpel an jenem Abend sein Fahrzeug zur Verfügung. Der Staatsanwalt argumentierte im Verfahren, dass der Mann "innerlich am Steuer gesessen" und mitgefiebert hat. Er sei kein bloßer Beifahrer, sondern ebenso am Rennen beteiligt gewesen wie die beiden Fahrer. Neben einer Bestrafung will die Staatsanwaltschaft auch dessen Audi A8 eingezogen wissen.

Die Verteidiger der beiden Fahrer hatten argumentiert, dass es keine Messungen über das von ihren Mandanten gefahrene Tempo vorliege. Von einem Rennen könne keine Rede sein. Sie warfen der Anklage vor, immer dann nach Schilderungen von Polizisten zum Anklagetatbestand des "verbotenen Rennens" zu greifen, wenn man einen konkreten Geschwindigkeitsverstoß nicht durch Messungen nachweisen könne. Sie hatten Freispruch für ihre Mandanten gefordert. 

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