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Naturpark-Fleischerei legt nun richtig los

Andreas Wagner ist nicht nur in Mittelherwigsdorf angekommen. Er betreibt jetzt ein Oybiner Restaurant, den Barwagen der Soeg und hat weitere Pläne.

Astrid Junge verkauft die hausgemachten Fleisch- und Wurstwaren im Laden der Naturpark-Fleischerei Wagner in Mittelherwigsdorf.
Astrid Junge verkauft die hausgemachten Fleisch- und Wurstwaren im Laden der Naturpark-Fleischerei Wagner in Mittelherwigsdorf. © Matthias Weber/photoweber.de

So regional wie möglich will Fleischermeister Andreas Wagner produzieren. Mit seiner Naturpark-Fleischerei Wagner im Gewerbegebiet "Bürgerpark" in Mittelherwigsdorf praktiziert er das täglich. Dabei verlief der Start hier in der Schenkstraße 15 alles andere als super. Mit seiner Küche war er schon im Sommer 2019 wieder von Hainewalde zu seinem jetzigen Firmenstandort in Mittelherwigsdorf umgezogen. Nur wenige Meter entfernt, hatte er zuvor eine kleine Fleischerei. Als er dann im "Bürgerpark" im ehemaligen Aldi-Gebäude auch seinen Naturpark-Laden eröffnete, kam kurz darauf Corona mit all den einschränkenden Maßnahmen.

Jetzt läuft es wieder so, wie er sich das gewünscht hatte. Fleischerei, Küche und Laden alles an einem Standort. Draußen an den Tischen sitzen die Leute beim Frühstück und kommen zum Mittagessen, was er mit seinem Team täglich frisch zubereitet. "Selbst die Kartoffeln und das Gemüse putzen und schälen wir selbst", sagt er.

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Fleischermeister Andreas Wagner auf der Weide seiner Mutterkuh-Herde gleich neben der Naturpark-Fleischerei in Mittelherwigsdorf.
Fleischermeister Andreas Wagner auf der Weide seiner Mutterkuh-Herde gleich neben der Naturpark-Fleischerei in Mittelherwigsdorf. © Matthias Weber/photoweber.de
In seinem Ladengeschäft legt er Wert auf ausschließlich regionale Produkte.
In seinem Ladengeschäft legt er Wert auf ausschließlich regionale Produkte. © Matthias Weber/photoweber.de
Die täglich frischen Eier, die es im Naturpark-Laden gibt, legen die eigenen Hühner gleich neben dem Firmensitz.
Die täglich frischen Eier, die es im Naturpark-Laden gibt, legen die eigenen Hühner gleich neben dem Firmensitz. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Naturpark-Fleischerei Wagner im "Bürgerpark" in der Schenkstraße 15 in Mittelherwigsdorf. Der Kräutergarten an der Stirnseite ist nicht nur als Zierde angelegt.
Die Naturpark-Fleischerei Wagner im "Bürgerpark" in der Schenkstraße 15 in Mittelherwigsdorf. Der Kräutergarten an der Stirnseite ist nicht nur als Zierde angelegt. © Matthias Weber/photoweber.de

Etwa 20 Mitarbeiter beschäftigt Andreas Wagner mittlerweile. Im nächsten Jahr möchte er erstmals einen Lehrling zum Fleischer ausbilden. Und nun kann er für den Naturparkladen auch wieder Reservierungen für Feiern mit Partyservice oder im Naturparkladen selber annehmen. 36 Sitzplätze gibt es hier.

In dem rund 200 Quadratmeter großen Naturpark-Laden ist aber nicht nur Platz für reichlich Sitzplätze. Hier verkauft Andreas Wagner seine hausgemachten Fleisch- und Wurstwaren, selbst gemachte Salate sowie viele Dinge aus der Region.

Eigene Mutterkuh-Herde und Hühner

Eine Mutterkuh-Herde mit acht Tieren steht gleich neben der Naturpark-Fleischerei auf der Weide, die sich bis hoch zur B96 hinzieht. "Regionaler geht es nicht", sagt er. Seine Herde reicht natürlich nicht übers Jahr. Die anderen Schlachttiere holt er sich von Landwirten aus der unmittelbaren Umgebung.

Andreas Wagner will nicht, dass das Schlachtvieh lange hin- und hergefahren wird. Allerdings muss er dafür vorläufig noch einen Kompromiss eingehen. Denn zum Schlachten müssen seine Tiere zum Schlachthof nach Sohland/Spree. Aber auch das will er ändern. In etwa zwei Jahren plant er einen Anbau an sein Gebäude. Dann hat er einen eigenen kleinen Schlachthof.

Beim Rundgang durch den Verkaufsladen fällt auf, dass wirklich alle Produkte aus der Region stammen. Für die täglich frischen Eier hält er sich selber 55 Hühner auf dem Wiesenstreifen neben dem Haus. Ein Sortiment an hausgemachten Konserven steht im Regal. Sogar ein Teil des Bienenhonigs stammt von Andreas Wagner. Er ist Hobby-Imker und hat fünf Bienenvölker. "Ich beziehe aber auch noch Honig von anderen Imkern", erzählt er.

Die Erdbeeren stammen aus Eichgraben, das Gemüse von Gärtnern aus Zittau, das Mehl und Öl von den zwei Mühlen aus Oderwitz und Rennersdorf, das Eis aus Oberseifersdorf, Nudeln, Milch, Eierlikör, Kaffee, Bier und vieles mehr aus dem Landkreis. Selbst die Töpferwaren stammen aus Zittau. Sein 18-jähriger Sohn Max hat gerade den Jagdschein gemacht und wird bald die Fleischerei selber mit Wildfleisch versorgen.

Andreas Wagners Plan ist aufgegangen. Er hat den ehemaligen "Kaufpark Oberlausitz" - bis auf das Gelände der Glaserei Zinke - gekauft und nennt ihn jetzt "Bürgerpark". Nach dem Neubau der Kurzzeitpflege der Diakonie, die hier bereits ihren Sitz für die Sozialstation hat, ist das Gewerbegebiet nun komplett belegt. "Dass das so ist, daran hat aber ebenso der Alteigentümer einen großen Anteil", berichtet er. Burkhard Scholz hat sich auch nicht ganz aus dem Gewerbegebiet zurückgezogen. Für seine Firma MC Europ Coating GmbH unterhält er hier immer noch ein Büro. Auch einen Getränkehändler und eine Physiotherapie befinden sich im Areal.

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Von Montag bis Freitag sind die Naturpark-Fleischerei und der -Laden von 7 bis 18 Uhr und am Sonnabend von 7 bis 12 Uhr geöffnet. Die Mitarbeiter in der Küche bereiten nicht nur Speisen für Kitas und Schulen. Von Montag bis Freitag gibt es außerdem neben einem Frühstücksangebot täglich drei verschiedene Mittagsgerichte im Laden. Donnerstags gibt es zudem ein Sudeten-Gericht. Die Großeltern von Andreas Wagner stammen von dort. Und die Speisen kommen gut an.

Die Naturpark-Fleischerei Wagner betreibt jetzt auch den Barwagen der Zittauer Schmalspurbahn. Mitarbeiterin Madeleine Hofmann serviert im Zug die Dampfbahn-Limo und auch Speisen der Fleischerei.
Die Naturpark-Fleischerei Wagner betreibt jetzt auch den Barwagen der Zittauer Schmalspurbahn. Mitarbeiterin Madeleine Hofmann serviert im Zug die Dampfbahn-Limo und auch Speisen der Fleischerei. © Matthias Weber/photoweber.de

Seit dem 1. April betreibt Andreas Wagner übrigens auch das "Dampfbahn Café & Restauration" am Bahnhof Oybin und nun, seit die Zittauer Schmalspurbahn wieder mit Dampfzügen fährt, auch den Speisewagen der Bahn.

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