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Neue Tagespflege in Seifhennersdorf

Thomas Lange hat auch in Zittau große Pläne. Aber da gestalten sich die Verhandlungen für die Seniorenresidenz an der Görlitzer Straße schwierig.

Im Juli soll die neue Seniorentagespflege von Thomas Lange in der Nordstraße 28 in Seifhennersdorf eröffnet werden.
Im Juli soll die neue Seniorentagespflege von Thomas Lange in der Nordstraße 28 in Seifhennersdorf eröffnet werden. © Matthias Weber/photoweber.de

Lange Zeit stand das Haus in der Nordstraße 28 in Seifhennersdorf leer. Nur wenige Meter vom Karasekmuseum entfernt, wird ihm jetzt wieder Leben eingehaucht. Thomas Lange richtet hier eine Tagespflege ein. Eigentlich könnte er schon am 1. Juli die neue Einrichtung eröffnen. Ab dann gilt bereits sein Versorgungsvertrag für die Tagespflege. Aber in Corona-Zeiten dauern solche Projekte halt manchmal etwas länger.

Die Möbel sind eigentlich schon da. Bevor mit ihnen aber die Zimmer eingerichtet werden können, müssen erst die Fußböden rein. Auch einige Nachweise über Auflagen zum Bauprojekt müssen noch nachgereicht werden. "Die fünf neuen Mitarbeiter, die bei uns in der Tagespflege in Seifhennersdorf einen Job bekommen haben, sind bereits da", berichtet der 48-Jährige.

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Seit dem Baubeginn im Frühjahr 2020 hat der Oberseifersdorfer 160.000 Euro in das Projekt investiert. Nicht nur die Fenster, Türen und die Fassade sind davon am Gebäude erneuert worden. Über 15 Tagespflegeplätze verfügt das Haus. Es gibt schon viele Nachfragen. Dennoch sind noch Anmeldungen möglich.

Seit 2020 ist Thomas Lange auch Generalmieter der Seniorenresidenz in der Görlitzer Straße in Zittau und möchte sie gern kaufen.
Seit 2020 ist Thomas Lange auch Generalmieter der Seniorenresidenz in der Görlitzer Straße in Zittau und möchte sie gern kaufen. © Matthias Weber/photoweber.de

Thomas Lange würde auch gern die Seniorenresidenz in der Görlitzer Straße in Zittau kaufen. Seit Januar 2020 besitzt er für dieses Gebäude einen Generalmietvertrag. "Es liegt nicht in unserem Ermessen, warum die Volkssolidarität hier ihren Mietvertrag nicht fortgeführt hat. Jeder, der offenen Auges hier vorbeiläuft, sieht, dass das Haus die schönste Seniorenresidenz in Zittau sein könnte. Aber leider hat das Haus einen riesigen Investitionsstau", schildert er.

Die Kaufverhandlungen bezeichnet Thomas Lange als äußerst schwierig. Angesichts des Sanierungsbedarfs ist für ihn zumindest die geforderte Kaufsumme unakzeptabel. "Eine siebenstellige Summe ist absolut utopisch", sagt er. Wie er schildert, hat er bei einigen dringend notwendigen Arbeiten dennoch die Kosten übernommen, wie etwa die Reparatur der Eingangstür.

Für Thomas Lange ist es ärgerlich, dass er in der Seniorenresidenz drei leer stehende Wohnungen hat, die nicht vermietbar sind, weil nicht geklärt ist, wer die Renovierungskosten übernimmt. "Hier gibt es Wohnungen, die haben seit zig Jahren keine neue Farbe mehr gesehen", sagt er.

Trotzdem schwärmt er von dem imposanten Gebäude. "Die Grundausrichtung ist so schön und der Schnitt der Wohnungen super." Eines der insgesamt 30 Zimmer ist 68 Quadratmeter groß und alle anderen zwischen 31 und 45 Quadratmeter. Das sei optimal.

Jede Wohnung, die frei wird, lässt er als Generalmieter renovieren. Wenn nötig, wird ein neuer Fußboden verlegt und eine neue Küche eingebaut. "Auch der Garten könnte so schön sein", schildert Thomas Lange. Der seit 2020 bestehende Generalmietvertrag läuft über zehn Jahre und bleibt selbst bei einem Eigentümerwechsel bestehen. Dennoch würde Thomas Lange die Seniorenresidenz gern kaufen.

Bereits 100 Mitarbeiter

Der 48-Jährige hat die Altenpflege von der Pike auf gelernt, ist seit 17 Jahren selbstständig und betreibt inzwischen mehrere Pflegeeinrichtungen mit etwa 100 Mitarbeitern. Drei Pflegefachkräfte werden hier ausgebildet.

Zu seinen Einrichtungen gehört das Se­nio­ren­pfle­ge­zen­trum in Hörnitz mit 24 voll-stationären Heimplätzen, 17 Tagespflegeplätzen und vier Wohnungen. Hinzu kommen die Senioren-Wohnanlage "Zum Roschertal" in Mittelherwigsdorf mit neun Wohnungen und das Pfle­ge- und Se­nio­ren­heim "Wald­frie­den" in Oybin.

In Letzterem soll in diesem Jahr die Struktur des Hauses verändert und die 40 Heimplätze auf 32 reduziert werden. Alle Doppelzimmer kommen weg. "Ich persönlich bin der Meinung, dass man die Kapazität zukunftssicher machen muss", sagt Thomas Lange.

Deshalb hat er auch ein anderes Projekt zu den Akten gelegt. Seit 2017 besitzt er bereits die Baugenehmigung für eine Kurzzeitpflege in Pethau. "Ich habe mit Absicht nicht gebaut, weil ich mir alles noch einmal überdacht habe und befürchte, dass es in Zittau hier schon ein Überangebot gibt", berichtet er.

In seiner ehemaligen Pflegeeinrichtung in Pethau ist jetzt der Fahrdienst stationiert. "Der Standort dort soll unser technischer Stützpunkt werden", sagt er.

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