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Kopfstand in der Stube der Lehrerin

Der Sportunterricht im Oberland-Gymnasium ist während der Corona-Krise zum Renner geworden: Schüler und Lehrer filmen sich zum gegenseitigen Ansporn. Auch mit außergewöhnlichen Übungen.

Schülerin Isabel Mutschink vom Oberland-Gymnasium in Seifhennersdorf zeigt für die SZ ausnahmsweise ein paar Übungen in der Turnhalle.
Schülerin Isabel Mutschink vom Oberland-Gymnasium in Seifhennersdorf zeigt für die SZ ausnahmsweise ein paar Übungen in der Turnhalle. © Matthias Weber/photoweber.de

Wer hat schon mal in der guten Stube seiner Lehrerin einen Kopfstand oder einen Handstand gemacht. Wohl kaum einer. Aber Isabel Mutschink schon. Und möglichst viele Leute sollen sich das sogar online ansehen. Aber nicht nur das, andere Schüler, aber auch Erwachsene sollen zu Hause ihre Übungen nachmachen. Die Neugersdorferin geht in die 9. Klasse am Oberland-Gymnasium in Seifhennersdorf und hat richtig Spaß bei den Videoclips, die entstehen.

Seit Corona ist an den Schulen "Homeschooling" Alltag. Der Unterricht findet via Internet statt. Beim Sportunterricht schickten die Lehrer zwar auch Aufgaben an ihre Schüler, eine Kontrolle, ob sie wirklich auch Sport treiben, haben sie nicht. "Mir waren aber nur theoretische Aufgaben oder Links auf Dauer zu unpersönlich", schildert Seifhennersdorfs Sportlehrerin Kathrin Strauß. Deshalb macht sie zusammen mit Schülerin Isabel Mutschink Übungen vor, die jeder zu Hause im Wohnzimmer nachmachen kann und filmen sich dabei. "Das ist dann sozusagen "Homesporting", meint die Lehrerin.

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"Das Oberland-Gymnasium bewegt sich", nennt die Schule die Aktion. Und sie kommt bereits seit Jahresbeginn bei den Schülern richtig gut an. Sie war eigentlich nur bis zum 31. Januar gedacht, läuft aber deswegen bis heute weiter. Denn die Schüler werden nicht nur zum Nachmachen aufgefordert. Auch sie sollten sich dabei filmen und ihre kleinen Clips an die Schule schicken.

Damit die Schüler ihre Übungen präsentieren können, wurde auf der Homepage des Gymnasiums extra ein "Sportvideo"-Ordner erstellt. Zu einem Video-Puzzles werden die Beiträge dann zusammengeschnitten und online gestellt. Das neueste Video-Puzzle ist seit knapp einer Woche online und reichlich sieben Minuten lang. Meist sind etwa 30 Schüler in so einem Video-Zusammenschnitt zu sehen.

Die Schüler und auch einige Lehrer turnen die Übungen aber nicht nur nach. Sie sind selbst kreativ, wie ihre Clips beweisen. Der eine zeigt, wie gut seine Fußballtechnik ist, andere haben sich beim Abfahrts- und Langlauf oder jetzt bei einer Mountainbike-Tour filmen lassen. Ein Skispringer hatte sich im Garten eine eigene Schanze gebaut. Manche Schüler zeigen sich beim Turnen oder Seilspringen. Selbst eine Kletterwand wurde von einem Opa gebaut, schildert die Sportlehrerin. Und sie selbst wollte kreativ auch nicht nachstehen und stieg das erste Mal in ihrem Leben in ein Eisloch.

Kreativ sind aber auch die anderen Fachlehrer am Oberland-Gymnasium beim "Homeschooling". Viele Lehrer nutzen den Vorteil, dass an der Schule jedes Klassenzimmer mit einer interaktiven Tafel ausgestattet ist. Sie halten ihre Videokonferenzen in der Schule ab. Der Lehrer kann quasi vor der Tafel stehen und alles was er darauf schreibt, können die Schüler zu Hause an ihrem Laptop sehen, berichtet Julia Malt. Die Französisch- und Ethik-Lehrerin ist für die Öffentlichkeitsarbeit am Gymnasium zuständig.

Insgesamt sind das natürlich alles nur Alternativen, die aber leider keinen Präsenzunterricht komplett ersetzen können. "Manchmal geht das Internet nicht, manchmal fliegt man einfach so aus einer Konferenz heraus. Und es ist bestimmt nicht einfach, wenn man drei schulpflichtige Kinder zu Hause sitzen hat, dass alle die gleichen technischen Voraussetzungen haben", schildert Julia Malt.

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