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Nach Party: Polizisten und Gäste verletzt

Corona: Die Polizei löst in Zittau eine Geburtstagsfeier auf und wird ihren Angaben zufolge angegriffen. Über den Einsatz gibt es widersprüchliche Aussagen beider Seiten.

Symbolfoto.
Symbolfoto. © Archiv/Rene Meinig

Ihren 20. Geburtstag hat sich eine Zittauerin am Karfreitag ganz anders vorgestellt. Sie wollte eigentlich im kleinen Kreis in ihrer Wohnung in der Alten Burgstraße reinfeiern. "Wir waren nur sechs Leute", sagt sie. Dann sind noch ein paar Freunde gekommen, die nur kurz gratulieren wollten. Dabei sind auch noch ein paar Leute mit dabei gewesen, die sie gar nicht richtig kannte, schildert sie.

Zum Anstoßen kam es nicht mehr. Plötzlich stand kurz vor Mitternacht die Polizei vor der Tür. Und dann ging alles ganz schnell und eskalierte. Wie, da gehen die Schilderungen der nun 20-Jährigen und der Polizei weit auseinander. Auf beiden Seiten wird von mehreren Verletzten gesprochen.

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Zwischen einem Jugendlichen und der Polizei ist es zu einem Handgemenge gekommen. Was genau er zu den Polizisten gesagt oder ob und wie er sie vielleicht provoziert hat, kann das Geburtstagskind nicht sagen. Jedenfalls glitt die Sache dann zunehmend aus dem Ruder.

Die 20-Jährige sieht ein, dass die Polizei im Recht war, und die Party deswegen auflösen wollte. "Es kann doch aber nicht sein, dass die Polizei mit einer derartigen Gewalt vorgeht", sagt sie. Sie schätzt, dass zwischenzeitlich an die 40 Polizisten da waren. Ein paar von ihnen seien auch regelrecht in ihre Wohnung gestürmt. Einen Jugendlichen hat die Polizei schließlich mitgenommen. Sie hat auch ein Video, das zeigt, wie ein Jugendlicher von der Polizei auf der Straße zu Boden gerissen und von drei Beamten fixiert wird.

Drei der verletzten vier Polizisten sind krank geschrieben

Die Polizei schildert den Vorfall dagegen ganz anders. Sie ist am Gründonnerstag um 23.50 Uhr dem Hinweis eines Bürgers nachgegangen, der sich wegen ruhestörendem Lärm an der Alten Burgstraße an die Polizei gewandt hatte. Mehrere Streifen seien dorthin aufgebrochen, heißt es.

Die Polizisten haben die Personen in der Wohnung dann angewiesen, nacheinander herauszutreten, um ihre Identitäten anzugeben. Einige Partygäste kamen der Aufforderung problemlos nach. "Drei Männer widersetzen sich jedoch den Maßnahmen. Sie griffen die Polizisten mit Fußtritten und Faustschlägen an und flohen anschließend", schildert Polizeisprecherin Anja Leuschner. Sie bestätigt, dass dabei auch Pfefferspray von der Polizei zum Einsatz kam.

Zwei Tatverdächtige konnten gestellt beziehungsweise identifiziert werden. Ein 33-Jähriger schlug während des Einsatzes die Scheibe der Hauseingangstür ein, offenbar um sich an der Auseinandersetzung drinnen zu beteiligen, berichtet die Polizei.

Der Deutsche erhielt eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Einen 24-jährigen Deutschen sowie einen bislang Unbekannten zeigten die Beamten wegen des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte an. Alle insgesamt 18 Partygäste müssen sich nun zusätzlich wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutz-Verordnung verantworten.

Vier Polizisten erlitten bei den Angriffen leichte Verletzungen, die ärztlich behandelt werden mussten. Drei von ihnen sind krank geschrieben worden. Der vierte Beamte ist am Ostermontag in Zittau bereits wieder beim Protest-Spaziergang um den Stadtring im Einsatz gewesen.

Allerdings schildert auch die 20-jährige Zittauerin, dass einige von ihren Gästen bei dem Polizeieinsatz verletzt worden sind.

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