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"Ringraser": Anwalt will Unschulds-Beweis

Bei der Fortsetzung des Prozesses gegen die drei Zittauer kommt es womöglich zu einer PS-Demonstration - der Verteidiger bietet das sogar direkt vor dem Gericht an.

Das Landgericht Görlitz setzt den Prozess gegen drei Männer fort, die als Zittauer "Ringraser" angeklagt sind.
Das Landgericht Görlitz setzt den Prozess gegen drei Männer fort, die als Zittauer "Ringraser" angeklagt sind. © Sebastian Gollnow/dpa

Der Berufungsprozess gegen drei vermeintliche Zittauer "Ringraser" wird am Donnerstag, 18. März ab 9.30 Uhr vor dem Landgericht Görlitz fortgesetzt. Entscheidend für einen Schuldspruch könnte ein Beweisantrag des Anwalts eines der drei Männer werden.

Eine Fahrerlaubnis haben die drei Männer derzeit nicht mehr, die wegen eines "Unerlaubten Kraftfahrzeugrennens" vor dem Landgericht angeklagt sind. Aber sie haben genügend Freunde, die sie immer mit den baugleichen Boliden zum Prozess chauffieren, mit denen sie sich auch an jenem Januarabend 2020 ein Rennen auf dem Zittauer Stadtring geliefert haben sollen - hochmotorisierte Limousinen vom Typ Audi A8.

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Belastungs-Aussage könnte wackeln

Diese Fahrzeuge mit der Buchstaben-Kombination "GT" im Kennzeichen will einer der Verteidiger nun als Beweis dafür heranziehen, dass die Aussage eines der Hauptbelastungszeugen gegen die Männer nicht stimmen kann. Der Polizeibeamte hatte im ursprünglichen Prozess vor dem Zittauer Amtsgericht und zuletzt auch am Landgericht angegeben, die Vorbereitungen für einen "Rennstart" der beiden beteiligten A8 beobachtet zu haben. Die Fahrer hätten beim Stehen vor einer Ampel Vollgas gegeben und gleichzeitig die Bremse getreten. Bei diesem Manöver hätte sich das Fahrzeugheck deutlich sichtbar aufgestellt.

Der Anwalt erklärte, der Audi A8 würde sich bei diesem behaupteten Manöver gerade nicht hinten aufstellen - sondern vorne. Der Polizeibeamte könne folglich gar keine Vorbereitung zu einem "Rennstart" verfolgt haben. Dieses behauptete Verhalten der Angeklagten ist aber ein Teil der Beweiskette, auf der der vom Amtsgericht Zittau erlassene Schuldspruch beruht. Als Beweismittel hatte der Anwalt eben eines der Fahrzeuge angeboten, mit denen die Angeklagten zum Verfahren anreisen. Das Gericht hatte beim letzten Termin angekündigt, diesem Beweisantrag stattzugeben - so er denn förmlich gestellt werde. Möglicherweise kommt es daher bei der Fortsetzung am Donnerstag zur Demonstration.

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