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SS-Festival in Ostritz abgesagt

Am 25. und 26. September gibt's keine Rechtsrock-Konzerte in Ostritz. Die Friedensfest-Macher zeigen sich erleichtert - und halten an ihrem Programm fest.

Mehrfach haben sich Rechtsextreme in Ostritz getroffen. Doch dieses Jahr sieht's schlecht aus.
Mehrfach haben sich Rechtsextreme in Ostritz getroffen. Doch dieses Jahr sieht's schlecht aus. © Paul Sander

Erst hat er sein diesjähriges "Schild- und Schwert-"Festival immer wieder verschieben müssen, nun gänzlich abgesagt. Am 25. und 26. September wollte NDP-Kader Thorsten Heise auf dem Privatgelände des Hotels Neißeblick die Rechten zu Hunderten nach Ostritz locken, zehn namhafte Bands aus der Szene standen auf dem Programm.  "Doch der Veranstalter hat die Anzeige zurückgezogen", teilt Franziska Glaubitz vom Landkreis Görlitz mit. Über die Gründe kann sie noch nichts mitteilen. 

Aber es ist schon der dritte abgesagte Termin dieses Jahr, nachdem die geplante Veranstaltung im April coronabedingt ausfiel und zu hohe Auflagen auch die im Juni platzen ließen. So zumindest steht es auf der Internetseite des "Schild & Schwert"-Festivals, wo immer noch für die Rechtsrock-Konzerte am 25. und 26. September geworben wird. "Alle Bands spielen auch an diesem Termin und es werden sogar noch einige dazukommen", steht es dort noch am Freitagmittag. Nur der Kartenvorverkauf ist nicht mehr verfügbar. 

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Für Michael Schlitt ist das eine sehr gute Nachricht, nicht nur für Ostritz, sondern auch für die gesamte Region. "Insbesondere ermutigend für die vielen Engagierten, die sich für unsere Demokratie in den vergangenen zwei Jahren eingesetzt haben", sagt der Direktor vom Internationalen Begegnungszentrum, das zu den Initiatoren des Friedensfestes gehört. Er geht davon, dass der Widerstand der Zivilgesellschaft, das vom Landratsamt beschlossene Alkoholverbot und die verschärften Kontrollen der Polizei bei An- und Abreise vermutlich zur Absage des Festivals geführt haben. 

Erleichtert darüber zeigt sich auch Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos). Aber sie sagt auch: "Wir haben uns nie an dem Festival abgearbeitet, sondern immer kommuniziert, unsere Friedensfeste auch unabhängig davon zu feiern".

Und so halten die Macher an ihrer (Gegen-)Veranstaltung am 25. und 26. September  fest. Auf dem Marktplatz werden unter anderem Keimzeit, Dota und Felix Meyer auftreten. Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer und Innenminister Roland Wöller (beide CDU) wollen nach Ostritz kommen.

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