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Was wird aus Oderwitzer Schützenhaus?

Bevor mit dem Innenausbau begonnen wird, muss erst einmal geklärt werden, wie das 1929 gebaute Haus künftig genutzt werden soll.

Hartmut Junge vom Oderwitzer Bauamt vor dem Schützenhaus.
Hartmut Junge vom Oderwitzer Bauamt vor dem Schützenhaus. © Matthias Weber/photoweber.de

Wie geht es weiter mit dem Schützenhaus in Oderwitz? Diese Frage kann auch Hartmut Junge vom Bauamt der Gemeinde noch nicht beantworten. Denn die Gemeinde will darüber nicht selbst bestimmen, sondern neben den Gemeinderäten auch die Vereine mit einbeziehen. Zusammen soll "besprochen" werden, wer es wie nutzen möchte. In Corona-Zeiten geht das derzeit nur schriftlich. "Der Bürgermeister wird deswegen noch alle Vereine anschreiben", sagt Hartmut Junge vom Bauamt. Viele Fragen ranken sich um den Innenausbau. Wird eine Bühne gebraucht? Sollte der große Saal geteilt werden und und und?

Bis kurz vor Weihnachten wurde am Schützenhaus noch an der neu gebauten Eingangstreppe gearbeitet. Seit dem Wintereinbruch ruhen erst einmal die Bauarbeiten. Insgesamt 192.000 Euro sind bisher in die Außensanierung des 1929 errichteten Gebäudes geflossen. 75 Prozent der Kosten bekam die Gemeinde Oderwitz gefördert.

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Eine Seitenansicht des Oderwitzer Schützenhauses.
Eine Seitenansicht des Oderwitzer Schützenhauses. © Matthias Weber/photoweber.de

Die Arbeiten an der äußeren Hülle es Gebäudes sind fast abgeschlossen. Das Dach ist neu gedeckt und der Blitzschutz erneuert. Am Hauptgebäude wurden alle Fenster ausgetauscht. "Am Sozialtrakt waren neue Fenster drin", berichtet er.

Die Installation der Außenbeleuchtung liegt jetzt unter Putz. Die spärliche Beleuchtung gehört hier nun der Geschichte an. Großflächig wurde auch der Außenputz erneuert, bevor die Fassade einen neuen Anstrich bekam. Das alte Natursteinfundament ist nun vertikal abgedichtet und um das Schützenhaus eine Drainage gelegt worden, schildert der Mitarbeiter des Bauamtes.

Vollkommen neu musste zudem die große Eingangstreppe gebaut werden. Die alte ging nicht mehr zu sanieren. "Sie hatte statische Risse und war von Feuchtigkeit zersetzt", sagt er. In diesem Jahr bekommt die Treppe noch eine separate Beleuchtung. Mit dem Restgeld, dass noch übrig ist, will die Gemeinde jetzt den Außenbereich um das Gebäude neu regulieren. Dafür wird auch eine Stützmauer errichtet.

Bis 2019 ist das Schützenhaus noch von der Gemeinde und Vereinen für Veranstaltungen sowie für private Feiern genutzt worden. "Wir mussten uns entscheiden, ob wir das Schützenhaus erhalten wollen oder nicht", erzählt Hartmut Junge. Denn im Dach regnete es rein und die Fenster gingen nicht mehr richtig zu öffnen und zu schließen.

Das Geld war eigentlich für ein anderes Projekt gedacht

Ursprünglich sind die jetzt für das Gebäude investierten reichlich 190.000 Euro für einen ganz anderen Zweck bestimmt gewesen. Das Geld sollte für einen Anbau an die Sporthalle in Oberoderwitz verwendet werden, um so im Ort eine Begegnungsstätte für Veranstaltungen zu schaffen. Aber die Gesamtkosten dafür wären unverhältnismäßig hoch gewesen. So entschieden sich die Gemeinderäte mehrheitlich im Oktober 2019 das Geld lieber für die Sanierung des Schützenhauses in Niederoderwitz zu verwenden. Diese Meinung hatte sich auch in einer ersten Auswertung der Bürgerbefragung zum Ortsentwicklungskonzept widergespiegelt. Dabei sprachen sich viele Bürger für den Erhalt des Schützenhauses aus.

"Der nächste Schritt ist nun die Planung dafür, wie das Gebäude innen saniert wird. Aber dafür müssen wir erst einmal wissen, wie wir das Haus künftig nutzen", sagt Hartmut Junge. Fest steht bisher nur, dass durch den Einbau der neuen Fenster Putz- und Malerarbeiten notwendig sind. Auch die Sanitäranlagen aus DDR-Zeiten müssen erneuert werden, ebenso die Beleuchtung. Und bisher hat das Haus nur eine behelfsmäßige Heizung.

"Aber so wie die Außensanierung kann auch der Innenausbau nur mit Fördermitteln geschehen", sagt der Bauamtsmitarbeiter. Ein Ingenieurbüro ist bereits mit der Planung dafür und für den Fördermittelantrag beauftragt. Es kann aber erst loslegen, wenn die Gemeinderäte und Vereine ihre Vorschläge für die künftige Nutzung eingebracht und die dann ausgewertet wurden. Diesmal könnte Oderwitz vielleicht sogar eine 90-prozentige Förderung erhalten.

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